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Uzwils Eishalle hat ihren Preis

Die Gemeinde Uzwil lässt sich ihre sportliche Infrastruktur einiges kosten. So sollen im Jahr 2020 knapp 5 Millionen Franken in die Erneuerung der Uzehalle investiert werden.
Philipp Stutz
Vor sieben Jahren wurde ein Projektwettbewerb zur Fassadengestaltung der Uzehalle durchgeführt. (Visualisierung: PD)

Vor sieben Jahren wurde ein Projektwettbewerb zur Fassadengestaltung der Uzehalle durchgeführt. (Visualisierung: PD)

Hauptnutzer der Anlage ist der EHC Uzwil. Denn Eishockey hat in der Industriegemeinde Tradition. So hat der EHC zu seinen Glanzzeiten während einiger Saisons in der Nationalliga B aufgetrumpft. Diese sportliche Glanzzeit wurde allerdings von einem Schuldenberg überschattet, der in der Folge nur mit Mühe abgetragen werden konnte.

Heute findet sich der Verein wieder in den Niederungen der ersten Liga. Auch um die finanzielle Situation ist’s nicht zum besten bestellt, schenkt man den Aussagen an der Hauptversammlung Glauben. Trotzdem ist der EHC Uzwil noch immer eine Art Aushängeschild der Gemeinde. Wenn auch sein Ruf als Talentschmiede etwas gelitten hat.

Betriebskosten sind beträchtlich

1959 entstand die damals offene Eisbahn an der Sportstrasse, 1984 liess die Arbeitgebervereinigung Uzwil und Umgebung das Eisfeld überdachen. Die Betriebskosten sind beträchtlich. So steht im Budget 2019 einem Aufwand von über 500 000 Franken ein Ertrag von 115 000 Franken gegenüber. Über die Beteiligung umliegender Gemeinden an diesen Kosten ist noch nie ernsthaft diskutiert worden.

Hallenfassaden am Endeder Lebensdauer

Die Hallenfassaden aus lichtdurchlässigen Fiberglasplatten stammen noch aus dem Jahr 1984. «Sie sind am Ende ihrer Lebensdauer angelangt und müssen saniert werden», sagt Thomas Stricker, Verwaltungsleiter der Gemeinde. Das hat Kosten von 2,3 Millionen Franken zur Folge, wie im Investitionsbudget fürs Jahr 2020 vermerkt ist. Diese Kosten gehen zu Lasten der Spezialfinanzierung Energie.

Die Eishalle ist eine unbeheizte Kalthalle. «Das wird auch nach der Sanierung so bleiben», betont Stricker. Seit der umfassenden Erneuerung von Anlageteilen im Jahr 1998 wird die Luft in der Halle entfeuchtet, um Nebel über dem Eisfeld und kostspielige Feuchteschäden an der Hallenkonstruktion zu vermeiden. Durch die neue Fassade erhofft man sich spürbare energetische Verbesserungen.

Aus Kostengründen zurückgestellt

Einerseits ist die heutige Fassade nicht mehr dicht, anderseits werden durch eine neue, stärker dämmende Fassade Wärmeeinträge über die Fassade reduziert.

Die Sanierung der Uzehalle war bereits im Jahr 2011 zur Diskussion gestanden. Das Vorhaben wurde aber aus Kostengründen immer wieder zurückgestellt. Damals wurde auch ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben und ein Siegerprojekt auserkoren. «Aktuell besteht die Idee darin, wieder ins bisherige Projekt einzusteigen beziehungsweise dort weiter zu arbeiten, wo man aufgehört hat», sagt Thomas Stricker. Selbstverständlich werde man nochmals verschiedenes hinterfragen, weil das Projekt einige Zeit «geruht» hat. «Das wird sich zeigen, wenn voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019 die Projektierung aufgenommen wird.»

Der Nachwuchsförderung wird beim EHC Uzwil von jeher besondere Beachtung geschenkt. (Bild: Hannes Thalmann)

Der Nachwuchsförderung wird beim EHC Uzwil von jeher besondere Beachtung geschenkt. (Bild: Hannes Thalmann)

Auch das Hallendach muss saniert werden, was Kosten von 1,6 Millionen Franken zur Folge hat. «Und wenn wir schon das Dach erneuern, installieren wir darauf eine Fotovoltaikanlage», sagt Stricker. Diese kostet eine weitere Million Franken und wird ebenfalls der Spezialfinanzierung Energie belastet.

Auf dem Weg zur Energiewende bestehe ein Thema auch darin, die Energieeffizienz in Unternehmen und bei grossen Stromverbrauchern zu verbessern. «Das Gesetz definiert, wer als Grossverbraucher gilt, und die Eishalle erfüllt diese Kriterien», sagt Stricker.

Mit der Energieagentur der Wirtschaft habe die Gemeinde eine Universal-Zielvereinbarung abgeschlossen, welche Ziele für die Reduktion des Energieverbrauchs definiert. Thomas Stricker betont:

«Erst die Sanierung wird ermöglichen, die anvisierten Ziele zu erreichen.»

Die bisher umgesetzten Massnahmen im Bereich Energieeffizienz in der Uzehalle genügten dazu nicht.

Den energetischen Ansatz im Auge behalten

Uzwil ist Energiestadt. Lässt sich das Betreiben einer Kunsteisbahn trotzdem rechtfertigen? «Das Label hat nicht zum Ziel, solche Anlagen zu verbieten», beantwortet Stricker diese Frage. Ausserdem besitze die Gemeinde die demokratische Legimitation zur Betreibung dieser Anlage. Man müsse aber überall den energetischen Ansatz im Auge behalten. «Und unser Bemühen zielt dahin, uns ständig zu verbessern», sagt Stricker.

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