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UZWIL/OBERBÜREN: Parkplatz beim Autobahnzubringer

Die Verkehrsbelastung wird grösser und grösser. Das Mitfahren soll gefördert und für die zu parkierenden Fahrzeuge Plätze geschaffen werden. Ideen sind vorhanden, aber können oft nicht umgesetzt werden.
Zita Meienhofer
Einen Parkplatz für diverse Nutzungen in der Nähe des Autobahnzubringers Oberbüren/Uzwil – ein Vorschlag aus der Bürgerschaft. (Bild: Reto Martin)

Einen Parkplatz für diverse Nutzungen in der Nähe des Autobahnzubringers Oberbüren/Uzwil – ein Vorschlag aus der Bürgerschaft. (Bild: Reto Martin)

Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

«Jeder schimpft und keiner tut etwas». Das sagt Franz Dähler aus Uzwil. Was er mit diesem Satz sagen will: Alle ärgern sich über die hohe Verkehrsbelastung auf den nationalen Strassen, aber auch in den Dörfern und Städten. Dähler weiss wovon er spricht, führte er doch mehr als 40 Jahre ein eigenes Carunternehmen und war als Chauffeur in der Schweiz und in Europa unterwegs. Für ihn liegt es auf der Hand, dass gegen die verstopften Strassen, die Staus etwas unternommen werden muss. «Um dieses hohe Verkehrsaufkommen zu reduzieren, muss die Autobahn nicht auf drei Spuren ausgebaut werden. Die rechte Fahrbahn bleibt ohnehin leer», sagt er. Das Mitfahren müsse gefördert werden, erklärt der langjährige Unternehmer. Er weiss jedoch auch, weshalb mitfahren nicht gefragt ist: «Solange die Parkgebühren die Treibstoffkosten übersteigen, besteht kein Interesse.» Zudem, erklärt er, habe es in dieser Region zwischen St. Gallen und Münchwilen in der Nähe von Autobahnzubringern keinerlei öffentliche Park- oder Abstellplätze (Park+Pool-Plätze), auf denen die Mitfahrer ihr Auto zu einem vernünftigen Preis – nicht mehr als fünf Franken – abstellen können.

Eine Tatsache, die auch Hansruedi Eugster, ehemaliger Geschäftsführer der Landi Oberbüren und einstiger Chauffeur, aufgefallen ist. Zudem vermisst er Park- und Abstellmöglichkeiten für Lastwagen-Anhänger. Des Öfteren hat er in Oberbüren stehende Anhänger am Strassenrand bemerkt, weil den Chauffeuren eine Alternative fehlt.

Parkplatz mit Sanierung der Kreuzung verbinden

Die Diskussion um die Sanierung der Augarten-Kreuzung in Uzwil brachten deshalb Franz Dähler und Hansruedi Eugster auf eine Idee. Neben der Kreuzung und zwischen dem Autobahnzubringer sowie der Strasse nach Oberbüren, dort wo sich die Erdwälle befinden, die vom Aushub des Uze­stollen zurückgeblieben sind, sollten in Verbindung mit der Sanierung planiert und für Parkplätze geschaffen werden. Denn, in Uzwil und Umgebung fehlen nicht nur Park+Pool-Plätze und Abstellmöglichkeiten für LKW-Anhänger, es fehlen auch Möglichkeiten für Sammelplätze, die private Carunternehmen als Einsteigeorte benutzen könnten.

Dass auch ein Sammelplatz ein Bedürfnis ist, wissen die beiden Chauffeure. Einst dienten nämlich der Marktplatz in Nie-deruzwil, der Platz des ehemaligen Coop in Uzwil sowie die Bahnhofstrasse in Oberuzwil als Einsteigeorte. Das ist heute nicht mehr möglich. Auf dem Marktplatz deshalb, weil sich Anwohner wegen Lärmimmissionen erfolgreich beschwerten. Für Dähler und Eugster ist klar, dass mit dem Parkplatz im Gebiet Augarten, das auf Uzwiler Gemeindegebiet liegt, Probleme gelöst werden könnten. Aber: Kann diese Idee aus politischer Sicht umgesetzt werden?

Ein siedlungsgliedender Freiraum

«Zusammen fahren ist immer eine gute Lösung, ob mit Car, öV oder im Auto», sagt Uzwils Gemeindepräsident Lucas Keel. Aber es brauche immer einen «Fahrplan», unabhängig vom Transportmittel. Damit meint er entweder eine hohe Dichte an Fahrten oder den Verzicht auf Individualität. Keel, auch Präsident der Fachgruppe Mobilität der Regio Wil, ist das Thema bekannt. Er weiss auch, weshalb das Miteinanderfahren nicht funktioniert: «Weil wir es uns leisten können». Er weist darauf hin, dass wohl die «grossen Arbeitgeber» in diesem Bereich den ersten Schritt machen und Mitfahrkonzepte prüfen müssten.»

Dem Vorschlag von Franz Dähler und Hansruedi Eugster schickt Keel voraus, dass dieses Gebiet im Augarten gemäss kantonalem Richtplan ein siedlungsgliedender Freiraum ist und es deshalb unmöglich ist, dort einen Parkplatz zu erstellen. Ein siedlungsgliedender Freiraum ist ein Grüngürtel, damit zwei Orte – Oberbüren und Uzwil – nicht zusammen wachsen . «Dählers Idee ist nicht falsch», so Keel, «aber ein Mitfahrparkplatz an einer Autobahnausfahrt wäre nur eine punktuelle Massnahme». Er glaubt nicht, dass ein Parkplatz auf grüner Wiese umgesetzt werden könnte. Dass wenig bis keine Park-, Abstell- und Umschlagplätze für Lastwagen und Anhänger bestehen, wird gemäss Keel immer mehr zu einem Problem. Er ist der Ansicht, dass die Schaffung solcher Plätze nicht kommunal, sondern über die Kantonsgrenzen hinweg angegangen werden müssen. Der ehemalige Uzwiler Kantonsrat Bruno Lusti hatte bereits 2009 zu diesem Thema eine Interpellation an die St. Galler Regierung eingereicht. In Uzwil besteht die Möglichkeit, einen Anhänger auf dem Marktplatz oder an der Flawilerstrasse abzustellen, jedoch nicht gratis.

Verantwortung liegt beim Kanton

Als Car-Aufladepunkt schlägt Lucas Keel den Platz beim Güterschuppen am Bahnhof Uzwil vor oder den Töbeli-Parkplatz in Niederuzwil – beide werden bewirtschaftet. Ebenfalls möglich wäre das gemäss Lucas Keel bei der Sportanlage Rüti in Henau, und zwar vorläufig noch kostenlos.Oberbürens Gemeindepräsident Alexander Bommeli erachtet die Idee eines solches Parkplatzes nicht als schlecht, deren Umsetzung sei jedoch beim Projekt zur der Sanierung der Augarten-Kreuzung nicht prioritär. In erster Linie gehe es da um die Verbesserung der Verkehrssituation. Zudem, gibt er zu bedenken, dass die Sanierung der Augarten-Kreuzung Sache des Kantons sei. Die Gemeinden Oberbüren und Uzwil wurden zwar einbezogen, das Sagen hätten jedoch die Verantwortlichen in St. Gallen. Bommeli ist der Ansicht, dass in Oberbüren Möglichkeiten vorhanden sind, zu parkieren. Er weist auf den Platz beim Schulhaus Brühlacker, jenem bei der Kirche, vor dem Gemeindehaus und hinter dem Mehrzweckgebäude hin. «Diese Plätze werden nicht bewirtschaftet und können von der Öffentlichkeit benutzt werden», so Oberbürens Gemeindepräsident. Stehende LKW-Anhänger an den Strassenrändern hat er auch schon beobachtet und ist sich bewusst, dass das Parkieren der LKW-Anhäger für Chauffeure immer mehr zu einer Herausforderung wird.

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