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Uzwiler «Linde» muss weichen: Galgenfrist von drei Jahren

Die Liegenschaft des Restaurants Linde am gleichnamigen Kreisel soll überbaut werden. Noch ist es aber nicht soweit. Die Quartierbeiz wird weitergeführt, wenn auch nur vorübergehend.
Philipp Stutz
Bis zur Wiedereröffnung gibt’s noch einiges zu tun: Susanne und Hugo Jung in der Küche, die erneuert werden muss. (Bilder: Philipp Stutz)

Bis zur Wiedereröffnung gibt’s noch einiges zu tun: Susanne und Hugo Jung in der Küche, die erneuert werden muss. (Bilder: Philipp Stutz)

Der Lenggenwiler Hugo Jung ist neuer Eigentümer der «Linde». Er hat das rund 150-jährige Haus am «Tor zu Uzwil» von der Erbengemeinschaft Carl Gross erworben. Am Gebäude – einst eine Bäckerei – nagt der Zahn der Zeit, zumal in der Vergangenheit nur das Nötigste repariert worden ist. Das dokumentiert ein Rundgang durchs Haus, der einem den Zerfall des Gebäudes vor Augen führt.

Über eine knarrende Treppe geht es hinauf in den ersten Stock. Die Räume in der Wohnung oberhalb des Restaurants sind niedrig und erinnern an vergangene Zeiten. So werden während der kälteren Jahreszeit noch immer Vorfenster eingesetzt. Auch Ungewohntes gibt es zu entdecken. So wurde beispielsweise eines der Zimmer einst als Fotolabor mit dazugehörender Dunkelkammer genutzt. Hugo Jung hat Pläne, wie er die Liegenschaft neu nutzen will. Ihm schwebt ein Wohn- und Geschäftshaus mit Appartements und einem Café vor (die Wiler Zeitung hat berichtet).

Eine Gesamtüberbauung soll realisiert werden

Doch nicht nur diese Parzelle an der Wiesentalstrasse steht vor Veränderungen, sondern auch die angrenzende Lindenplatz-Garage an der Fichtenstrasse. Deren Eigentümer Bruno Widmer hat das Grundstück, auf dem sich mehrere Gebäude befinden, der LS Real Estate AG verkauft. «Wir führen Gespräche und sind dabei, eine Gesamtüberbauung zu realisieren», sagt Hugo Jung: «Die Suche richtet sich nun nach einem ganzheitlichen Konzept.» Aus diesem Grund stehen die Grundeigentümer in Kontakt mit der Gemeinde- und Kantonsbehörde sowie Städteplanern.

Das Restaurant Linde an der Wiesentalstrasse wird nochmals zu neuem Leben erweckt.

Das Restaurant Linde an der Wiesentalstrasse wird nochmals zu neuem Leben erweckt.

Ein Projektwettbewerb soll Lösungsansätze zur Überbauung des Areals aufzeigen. Dabei geht es unter anderem um die Wohn-Geschosszonen und Ausnützungsziffern, die rund um den Lindenkreisel zurzeit verschieden klassifiziert sind. Mit einem Überbauungsplan soll die Realisierung abgeklärt werden. Fest steht, dass auf den Parzellen mehrere Gebäude abgerissen werden müssen, unter ihnen die «Linde». Weil die Planung einige Zeit in Anspruch nehmen wird, hat sich Hugo Jung für eine Zwischennutzung des Restaurants entschieden. Zusammen mit seiner Gattin Susanne ist er dabei, die Räume wieder auf Vordermann zu bringen.

Zwischennutzung während etwa drei Jahren

Während eines mutmasslichen Zeitraums von zwei bis drei Jahren soll das Restaurant den Gästen wieder offen stehen. Die Wiedereröffnung ist nach Ostern geplant. Jung hat bereits eine Pächterin gefunden. Dabei handelt es sich um seine Schwester Agi Nagel. Die gelernte Köchin weist dreissigjährige Erfahrung in der Gastronomie aus und hat verschiedene Restaurants geführt, unter anderen die «Krone» in Mörschwil und jetzt die «Seerose» in Rorschacherberg.

Die «Linde» soll nach bewährtem Rezept weitergeführt werden, das heisst mit einer gutbürgerlichen Küche. Unter anderem werden Znüni und Mittagessen angeboten. Weil in diesem Quartier verschiedene Neubauten im Entstehen sind, hofft Jung auf Handwerker, die hier einkehren und sich verpflegen.

Neue Küche und sanfte Renovation

Obwohl die Tage der «Linde» absehbar sind, drängen sich einige Investitionen auf. Vor allem eine neue Küche. Die nötigen Geräte stehen bereits in der Gaststube und sind zum Einbau bereit. Die Räume erfahren eine sanfte Renovation. So werden unter anderem die Wände gestrichen. Ein Raum im ersten Stock wird als Sitzungszimmer dienen. «Wir investieren einiges, damit sich Gäste wohl fühlen», betont Hugo Jung. Das Ganze sei auch im Hinblick darauf zu verstehen, dass hier dereinst im Rahmen der Überbauung ein neuer Gastrobetrieb entstehen könnte.

Mazedonischer Kulturclub hat sich verabschiedet

Der im Gebäude eingemietete Minimarkt bleibt bestehen. Der mazedonische Kulturclub hingegen, der vorher die Räume des Restaurants für sich beanspruchte, hat sich inzwischen verabschiedet. Die Pächter haben nach Aussage von Hugo Jung ihre Sorgfaltspflicht gegenüber den Räumlichkeiten im Gebäude nur unzureichend wahrgenommen. Davon zeugt unter anderem ein Wasserschaden im Bereich des Buffets.

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