Uzwiler leisten Hilfe in Rumänien

UZWIL. Fast jährlich machen sich Marc Ammann und Guido Oberwiler mit weiteren Helfern auf nach Rumänien, um Hilfsgüter zu Bedürftigen zu bringen. Dies sind vor allem Katholiken, die vom Staat diskriminiert werden.

Daria Baur
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Die Helfer Josef Rusch, Guido Oberwiler, Marc Ammann und Godi Bergamin mit Pfarrer Wilhelm aus Ludus. (Bild: pd)

Die Helfer Josef Rusch, Guido Oberwiler, Marc Ammann und Godi Bergamin mit Pfarrer Wilhelm aus Ludus. (Bild: pd)

UZWIL. Alle ein bis zwei Jahre fährt eine Gruppe Männer aus Uzwil und Umgebung nach Ludus in Rumänien, um die Einwohner mit verschiedenen Hilfsgütern zu versorgen. Guido Oberwiler vom regionalen Seelsorgeverband Oberbüren-Niederbüren-Niederwil macht dies schon seit mehr als 20 Jahren.

Katholiken in der Minderheit

«Bei der Berufsschule Polybau sammeln wir die Güter, sortieren und verpacken sie und fahren dann gemeinsam nach Rumänien», sagt Marc Ammann, Berufsschullehrer Polybau. Die Kleider, Spielsachen, Süssigkeiten und das Schulmaterial werden von Schülern und Lehrern der Berufsschule zur Verfügung gestellt. «Ausserdem haben wir ein Konto, auf welches jeder, der möchte, Geld spenden kann.»

Die Idee geht auf die Beziehungen zwischen den Pfarreien Niederbüren und Ludus-Rosiori in Siebenbürgen zurück. Guido Oberwiler schaffte mit den Hilfslieferungen Kontakte zu ungarisch sprechenden Rumänen. «Es leben Millionen Ungarn in Rumänien. Sie sind meist katholisch und stellen somit im orthodoxen Rumänien eine Minderheit dar. Die in Rumänien lebenden Ungarn werden oft diskriminiert. Die katholischen Kirchgemeinden in Rumänien bekommen keine Hilfe vom Staat», erklärt Ammann.

Im Kontakt mit Pfarrer

Guido Oberwiler lernte vor Jahren einen Schweizer kennen, der regelmässig Hilfsgüter dorthin brachte. Irgendwann ging er mit und führt die Tradition bis heute weiter.

Vor sechs Jahren fuhren Ammann und Oberwiler, die beide Mitglieder der Organisation Kiwanis sind, mit anderen Mitgliedern und einigen Polybau-Lehrlingen nach Ludus, um dort ein 100jähriges Schulhaus zu renovieren. In den vergangenen Jahren fuhr fast jährlich eine Gruppe um Oberwiler und Ammann dorthin, um Hilfsgüter zu bringen oder den Bewohnern in anderer Art zu helfen.

Im August war es wieder so weit. Die fünfköpfige Gruppe traf sich bei der Berufsschule in Uzwil, um die Waren zu verladen und zwei Tage später Richtung Rumänien loszufahren. In Ludus besuchten sie den katholischen Pfarrer Wilhelm, mit dem der Kontakt schon lange besteht. Bei ihm und bei verschiedenen Familien luden sie die insgesamt zehn grossen Schachteln und Plastiksäcke ab.