Uzwil: Wohnen 60 Plus nimmt Form an

Der Rohbau für die altersgerechten Wohnungen an der Fichtenstrasse in Uzwil soll noch vor den Sommerferien beendet sein. Der Bezug ist bei günstigem Bauverlauf auf den Spätsommer 2020 terminiert.

Philipp Stutz
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Die Bauarbeiten schreiten planmässig voran. Der Längsbau dominiert das Areal unterhalb des «Buecherwäldli». (Bilder: Philipp Stutz)

Die Bauarbeiten schreiten planmässig voran. Der Längsbau dominiert das Areal unterhalb des «Buecherwäldli». (Bilder: Philipp Stutz)

Von den 26 geplanten Wohnungen sind bereits 14 reserviert. Dies wurde an der Hauptversammlung der Genossenschaft Wohnen 60 plus Uzwil vom Donnerstag bekanntgegeben, an der 51 Stimmberechtigte teilnahmen. Die Bauarbeiten wurden im August vergangenen Jahres mit den Bohrungen für die Erdsonden aufgenommen. «Dank günstigen Wetters kam der Aushub zügig voran», sagte Werner Dintheer, Präsident der Genossenschaft Wohnen 60 plus. Mitte Oktober wurde der Hochbau in Angriff genommen. Bis zum 21. Dezember konnte das Untergeschoss praktisch fertiggestellt werden. Bis und mit Decke wurden in dieser Zeit rund 100 Tonnen Stahl und 800 Kubikmeter Beton verbaut.

Die Baubewilligung wurde mit verschiedenen Auflagen erteilt. Die Baukommission hat ein Farb- und Materialkonzept beschlossen. So mussten vor Baubeginn ein detailliertes Freiraumkonzept, ein Fassaden- und Materialisierungskonzept, eine Zustandsaufnahme der Fichten- und Neuheimstrasse sowie ein Baustelleninstallationsplan mit Verkehrskonzept eingereicht werden. Ein «Contracting» mit einem Unternehmen für die Strom- und Wärmeerzeugung wurde geprüft, erwies sich aber laut Werner Dintheer als zeitkritisch. Baukommission und Vorstand entschieden sich schliesslich, die Wärmeerzeugung mit eigenen Mitteln zu finanzieren. Es sollen aber alle Vorkehrungen getroffen werden, um später auf dem Gebäude eine Fotovoltaikanlage erstellen zu können.

Kosten von über 10 Millionen Franken

Der Voranschlag rechnet mit Kosten von 10,6 Millionen Franken. Die Finanzierung wird mit einer Bankhypothek, Darlehen und Kapital aus den gezeichneten Anteilscheinen gesichert. Bis Ende 2018 haben 107 Genossenschaftsmitglieder Anteilscheine in der Höhe von 1,5 Millionen Franken gezeichnet. Wie Werner Dintheer erläuterte, hat die Gemeinde Uzwil ein langfristiges Darlehen von 350000 Franken zugesichert. Laut Kassier Horst Kämpfen sind bis jetzt 2,8 Millionen Franken verbaut worden. Wegen der höheren Kosten war die Genossenschaft gezwungen, den Finanzplan zu überarbeiten. Um die langfristige Tragbarkeit zu sichern, wurde auf die Nutzung einer voll ausgebauten Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung als Gemeinschaftsraum verzichtet. Um die Gemeinschaft trotzdem fördern zu können, kann neu das Studio im ersten Untergeschoss für kleinere Zusammenkünfte genutzt werden.

Ohne spekulative Absicht

Die Genossenschaft Wohnen 60 plus wurde 2015 gegründet. Sie hat folgenden Zweck: Beschaffung und Bauen von preisgünstigen Wohnungen unter Ausschluss jeder spekulativer Absicht im Sinne des eidgenössischen Wohnraumförderungsgesetzes (WFG) und entsprechender kantonaler und kommunaler Erlasse. Bei der Wohnungsvergabe werden die Einwohner aus der Gemeinde Uzwil bevorzugt. Der Vorstand der Genossenschaft wurde für weitere vier Jahre bestätigt. Er wird von Werner Dintheer präsidiert, für die Finanzen zeichnet Horst Kämpfen verantwortlich. Den Vorstand komplettieren René Baer, Paul Gähwiler, Lucas Keel, Kurt Marti und Christine Wirth. (stu)

Werner Dintheer: «Bis Ende 2018 haben 107 Genossenschafter Anteilscheine in der Höhe von 1,5 Millionen Franken gezeichnet.»

Lärmige Bauarbeiten in der Umgebung

Werner Dintheer Präsident Wohnen 60 plus

Werner Dintheer Präsident Wohnen 60 plus

In der Diskussion wurden lärmige Bauarbeiten in der Umgebung befürchtet, wird doch auch das angrenzende Areal der ehemaligen Lindenplatz-Garage in absehbarer Zeit überbaut. Gemeindepräsident Lucas Keel informierte, dass zurzeit ein Studienwettbewerb für dieses Gebiet im Gang sei. Allenfalls müsse auch der Hueberbach verlegt werden, der unterirdisch durch dieses Areal verläuft. Der Gemeindepräsident verwies darauf, dass auch die Bauarbeiten für die Alterssiedlung mit Lärmimmissionen verbunden seien, wenn sich auch die Bauverantwortlichen bemühten, diese in Grenzen zu halten. Toleranz sei deshalb von allen Seiten gefragt.