UZWIL: Wohneigentum bleibt gefragt

Die Nachfrage nach Wohneigentum ist laut Bruno Colle, Leiter der Uzwiler Niederlassung der St. Galler Kantonalbank, in der Region ungebrochen. Das Angebot sei aber grösser geworden.

Philipp Stutz
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Bruno Colle: «Die Rahmenbedingungen, um Wohneigentum zu erwerben, sind in der Region vorhanden.» (Bilder: Philipp Stutz)

Bruno Colle: «Die Rahmenbedingungen, um Wohneigentum zu erwerben, sind in der Region vorhanden.» (Bilder: Philipp Stutz)

Philipp Stutz

philipp.stutz@wilerzeitung.ch

Im schweizerischen Mittelland wird eine hohe Leerwohnungsquote beklagt. «Je schlechter das Preis-Leistungs-Verhältnis, umso höher die Zahl der leeren Wohnungen», sagt Bruno Colle im Gespräch mit der «Wiler Zeitung». Der Leerwohnungsbestand befinde sich in der Region Uzwil im Gegensatz zum nationalen Trend auf moderatem Niveau. Wohneigentum sei weiterhin gefragt. Das belege die Zahl an Baugesuchen und -bewilligungen. «Alle Objekte, die bisher auf den Markt gekommen sind, haben Abnehmer gefunden.» Die Bautätigkeit sei in der Region nach wie vor rege. «Das Angebot wird grösser», stellt Bruno Colle fest. Angebot und Nachfrage spielten im Wohnungsmarkt eine wichtige Rolle. Das Preisniveau sei zwar auch in der Region gestiegen, doch befinde es sich unter dem schweizerischen Durchschnitt. «Die Preise sind noch immer erschwinglich», sagt Colle. Wohnbauten im Luxussegment seien hier schlicht nicht vorhanden.

In der Region Uzwil stehen viele Büro- und Verkaufsflächen leer. «Der Druck, in diesem Bereich die Preise zu senken, nimmt zu», sagt Colle. Passantenlage und Kundenfrequenzen spielten bei der Standortfrage solcher Flächen eine wichtige Rolle.

Die Rahmenbedingungen, um Wohneigentum zu erwerben, sind laut dem Bankfachmann in der Region Uzwil vorhanden. Er erwähnt die gute Infrastruktur, das Angebot im schulischen Bereich, die Anbindung an den öffentlichen Verkehr und an die Autobahn sowie die ländliche Umgebung. Hinzu komme die hohe Zahl an Arbeitsplätzen.

Ein Schritt, der gut überlegt sein will

Der Erwerb von Wohneigentum sei ein Schritt, der gut überlegt werden müsse, sagt der Leiter der Uzwiler KB-Niederlassung. Als Faustregel gilt, dass mindestens 20 Prozent der Anlagekosten in Form von Eigenmitteln vorhanden sein müssen. «Die Finanzierung muss tragbar sein», betont Bruno Colle. Das Einkommen habe auszureichen, um die anfallenden Zinsen, die kontinuierliche Amortisation des Fremdkapitals sowie die Unterhaltskosten zu decken. Die Belastung sollte einen Drittel des Einkommens nicht übersteigen.

Ein leidiges Thema bildet der Eigenmietwert. Ist dieser doch höher als die Steuerabzüge für Hypotheken. Laut Colle sind zum wiederholten Mal Bestrebungen zur Abschaffung des Eigenmietwerts im Gang. Zurzeit stehe diese Frage in den eidgenössischen Räten zur Debatte.

Die Kantonalbank rechnet mit einem durchschnittlichen kalkulatorischen Mindesthypozins von 5 Prozent. Damit soll gewährleistet sein, dass Hypothekarschuldner ihren Verpflichtungen auch bei steigenden Zinsen nachkommen können. Colle geht davon aus, dass das zurzeit noch immer tiefe Zinsniveau auf einen längeren Zeithorizont betrachtet kaum anhalten wird. Doch eine Prognose abzugeben, sei nicht einfach: «Es ist schwierig zu beurteilen, wie sich die Zinsen entwickeln.»

Steuerfuss spielt eine untergeordnete Rolle

Uzwil ist alles andere als eine Steueroase. Die Bürger werden kräftig zur Kasse gebeten. Trotzdem spielt der Steuerfuss beim Wohnerwerb laut Colle eher eine untergeordnete Rolle. «Vielmehr kommen subjektive Kriterien zum Tragen, wie etwa die Lage der Wohnung oder des Hauses und das Objekt an sich.»

Die Kantonalbank sei in Uzwil gut verankert, gibt Bruno Colle zu verstehen. Das Leitmotiv heisse: «Wir begeistern.» Besonderer Wert werde auf das Arbeitsklima gelegt. «Wenn’s im Haus stimmt, stimmen auch die Resultate.» Das Team versuche tagtäglich, auf die Kunden zuzugehen und sie mit Freundlichkeit, Kompetenz und Geschwindigkeit zu begeistern. Das seien Voraussetzungen, um die bestehende Kundschaft zu erhalten und neue dazuzugewinnen.