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Uzwil: Weltstadt für fünf Minuten

Im Seitenblick, der wöchentlichen Glosse der Wiler Zeitung, geht es dieses Mal darum, wieso das kleine Uzwil zur Schweizer Metropole wurde - zumindest für fünf Minuten.
Gianni Amstutz
Wo sonst als am Open Air St. Gallen singen Tausende: «I wött i d'Stadt, i wött uf Uzwil!» (Bild: Michel Canonica)

Wo sonst als am Open Air St. Gallen singen Tausende: «I wött i d'Stadt, i wött uf Uzwil!» (Bild: Michel Canonica)

Gianni Amstutz

Gianni Amstutz

Mit ihren 12 600 Einwohnern ist die Gemeinde Uzwil die fünftgrösste des Kantons. Wird auch noch die Nachbargemeinde Oberuzwil hinzugerechnet, kommt man gar auf beinahe 20 000 Einwohner. Trotzdem haben die Dörfer nur wenig Strahlkraft über die Region Wil hinaus. Algetshausen, Henau oder selbst der Unterschied zwischen Uzwil und Niederuzwil dürften wohl den wenigsten Leuten, die nicht aus der Gemeinde an der Uze stammen, bekannt sein.

Selbst viele Wiler oder Flawiler kennen Uzwil wohl hauptsächlich vom Durchfahren mit dem Zug oder dem Auto. Mit der Firma Bühler AG verfügt die Gemeinde über ein Unternehmen mit einem internationalen Bekanntheitsgrad. Uzwil aber bleibt in der Aussenwahrnehmung ein überproportional grosses Dorf, auch wenn Uzwil und Niederuzwil zusammen fast die Marke von 10 000 Einwohnern knacken, die für eine Stadt nötig wäre.

Das Fehlen eines eigentlichen Zentrums könnten aber auch 5000 Einwohner mehr nicht wettmachen. Uzwil ist und bleibt ein Dorf. Einzige Ausnahme bildete das vergangene Wochenende. Da war das Dorf für fünf Minuten Weltstadt.

Für ein paar Zeigerumdrehungen war nicht St. Gallen, sondern Uzwil der Hauptort des Kantons, ja der ganzen Festivalschweiz. Wie sonst wäre es erklärbar, dass Tausende vor der Sitterbühne des Open Air St. Gallen am Konzert des Punk-Troubadours Knöppel immer wieder lautstark sangen: «I ha diä Landluft langsam satt, i wött i d Stadt, i wött uf Uzwil.»

Manch ein Open-Air-Besucher von auswärts wird sich wohl gefragt haben, wo denn nun diese viel beschworene und besungene Stadt namens Uzwil liegt und wieso er noch nie davon gehört hat. Obwohl: Allzu viele Nicht-St. Galler dürfte es beim Konzert von Knöppel nicht gehabt haben.

Denn während die Musiker der Band hier Lokalheldenstatus geniessen, versteht man andernorts nur schwer, wieso vulgär-ironische Texte über einfache Gitarrenriffs gesungen einen musikalischen Wert bieten. Die Anziehungskraft Knöppels wird erst auf den zweiten Blick fassbar. Und vielleicht verhält es sich mit der Schönheit Uzwils ja genau so.

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