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UZWIL: Vom Vogelgesang zum Papiertiger

Die Aufwertung des Zentrums ist ein thematischer Dauerbrenner – seit Jahren. Ideen bleiben Visionen, Projektvorschläge versanden. Dennoch sagt Verwaltungsleiter Thomas Stricker: «Kaum jemals lief soviel wie jetzt.»
Andrea Häusler
Um die Migros an der Neufeldstrasse/Bahnhofstrasse pulsiert das Leben. Ein zentraler Platz. Das Zentrum jedoch soll grossräumiger verstanden werden. (Bild: Andrea Häusler)

Um die Migros an der Neufeldstrasse/Bahnhofstrasse pulsiert das Leben. Ein zentraler Platz. Das Zentrum jedoch soll grossräumiger verstanden werden. (Bild: Andrea Häusler)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

«Manchmal braucht es eine verrückte Idee, damit etwas ins Rollen kommt», sagt Martin Keller, Präsident des Geschäftszentrums Uzwil rückblickend. Bald zwei Jahre sind es her, seit der GZU-Vorstand der Gemeindeführung einen Ideenkatalog mit Möglichkeiten zur Zentrumsaufwertung vorgelegt hatte. Von einem Kletterpark, Vogelgezwitscher und Trottoirs mit Namen von Uzwiler Bürgern war die Rede. Und von der Bereitschaft «Gas geben» und innert zweier Monate einzelne Projekte konkretisieren zu wollen. Passiert ist nichts von alledem. Martin Keller bestätigt dies auf Anfrage: «Wir sind von den visionären Ideen weggekommen, haben uns dem Realistischen zugewandt.» Ein stückweit ernüchtert: «Wenn man den Fokus auf die Bahnhofstrasse legt, stösst man rasch an Grenzen: Mit dem Kanton, der Polizei etc. – sind für ein rasches Vorankommen einfach zu viele Stellen involviert.»

Nichtsdestotrotz sei es nicht so, dass in Sachen Zentrumsaufwertung gar nichts laufe, betont Martin Keller und verweist auf die Abklärungen, die vom ehemaligen St. Galler Stadtplaner Mark Beselaar, vorgenommen worden seien. Der Wille der Behörde, etwas zu bewegen, sei spürbar, das Tempo in dieser Sache klar verschärft worden.

Kaum je zuvor so viel Arbeit ums Zentrum geleistet

Dem pflichtet Uzwils Verwaltungsdirektor Thomas Sticker indirekt bei. «Nicht alles ist im hellen Scheinwerferlicht», sagt er auf Anfrage und ergänzt, dass an verschiedenen Vorhaben intensiv gearbeitet werde.

Als Beispiel hebt er das Betriebs- und Gestaltungskonzept der Bahnhofstrasse hervor: «Die Gemeinde bringt ihren Part in dieses kantonale Vorhaben ein.» Intensiv gearbeitet werde auch an der Entwicklung des Benninger-Areals. Hinzu komme die Beplanung des Areals zwischen der Bahnhof- und der Konsumstrasse. «Vermutlich wurde noch nie so viel Arbeit rund ums Zentrum geleistet wie gerade jetzt. In den nächsten Jahren dürften daraus sichtbare Veränderungen spriessen», ist Thomas Stricker zuversichtlich.

Von den geplanten Veränderungen auf dem Benninger-Betriebsgelände erwartet auch der Präsident des Geschäftszentrums Uzwil, Martin Keller, enorme Veränderungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Uzwil. Insbesondere dann, wenn die Migros ihren heutigen Standort an der Neudorfstrasse aufgeben und aufs Bennigerareal unsiedeln würde. Möglicherweise könnte dann an attraktiver Wohnlage in Zentrumsnähe Land für neuen Wohnraum zur Verfügung gestellt werden.

Grossräumigeres Verständnis von Zentrum

Mit der Umsiedlung der Migros setzte sich die Tendenz einer Verlagerung des eigentlichen Ortszentrums, die mit dem Bau des neuen Gemeindehauses an der Lindenstrasse eingeläutet wurde, weiter fort, glaubt Müller.

Eine Entwicklung, die der Gemeinderat laut Thomas Sticker bewusst so gelenkt habe. Diese müsse hin zu einem grossräumigeren Verständnis von Zentrum gehen, sagt er. Hin zum Einbezug der Lindenstrasse und des Benninger-Areals. Die Weichen dafür habe der Gemeinderat bereits in der Ortsplanung gestellt. «Darauf basiert die Langfristplanung der Gemeinde: «Verschiedene Mosaiksteine fügen sich nun langsam zusammen.»

Wenige tausend Franken aufgewendet

Die nun als Papiertiger schubladisierten Projektideen des GZU-Vorstandes wurden vor zwei Jahren vorgelegt, im vergangenen Jahr beschäftigten sich ETH-Studenten primär mit einer Neugestaltung der Grünbereiche. Wie viel Geld wurde in den letzten Jahren für solcherlei Konzepte ausgegeben? Thomas Stricker spricht von einigen tausend Franken. Die aufwendigeren Arbeiten – etwa die Konzeption der Zentrumsstrassen – lägen bereits sieben bis acht Jahre zurück. Dort sei nun zur Hauptsache der Kanton am Ball.

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