Uzwil verliert Cup-Hauptrundenaufakt gegen den Favoriten

Ein Fussballfest zum Auftakt in den Schweizer Cup: Gastgeber Uzwil verkaufte sich auf und neben dem Platz ansehnlich, verlor aber gegen den favorisierten FC Wil doch deutlich mit 0:3.

Gianluca Lombardi
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Ifraim Alija (Uzwil) kann Silvio (Wil) nur regelwidrig stoppen. (Bild: Gianluca Lombardi)

Ifraim Alija (Uzwil) kann Silvio (Wil) nur regelwidrig stoppen. (Bild: Gianluca Lombardi)

Seit Aufhebung der regionalen Auslosungen in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups, sind Derbys seltener geworden. Umso erfreulicher, dass Uzwil der FC Uzwil diese Art von Losglück hatte. Heimspiel gegen ein Profiteam in einem Derby – tolle Voraussetzungen für einen unterhaltsamen Fussballabend.

Die aktuelle Kader- und Vereinszusammensetzung machte die Ausgangslage noch interessanter. Die Spieler Timon Waldvogel, Kristian Nushi, Ifraim Alija und Dario Koller, sowie Trainer Soqol Maliqi und Vereinspräsident Daniel Steuble haben allesamt eine Profi-Vergangenheit beim FC Wil. Diese interessante Tatsache soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Uzwiler wohl eine der besten Amateurmannschaften unterhalb der Promotion League stellen. Man darf durchaus davon ausgehen, dass der Club dieses Jahr den Aufstieg in die 1. Liga Classic schaffen wird.

Vor Wochen vor dem Pokallos gewarnt

Der FC Wil war sich dieser Faktoren bewusst und hat sich entsprechend seriös auf diese Aufgabe vorbereitet. «Ich habe schon vor Wochen vor diesem Pokallose gewarnt. Uzwil ist kein normaler 2. Liga Interregional Verein. Von der Besetzung und den Spielern her, muss und wird der Verein auch aufsteigen», so Wil-Trainer Konrad Fünfstück nach dem 3:0 Sieg seiner Mannschaft.

Vor allem im ersten Durchgang hielten die Uzwiler gut mit dem Favoriten aus Wil mit. Der Foulelfmeter, welcher für die frühe Gästeführung verantwortlich war, wurde ausgerechnet durch den ehemaligen Wiler Ifraim Alija verschuldet. Davon liess sich der Underdog aber nicht aus der Ruhe bringen. Man machte einen konzentrierten und zielstrebigen Eindruck. Was aber fehlte, war die letzte Entschlossenheit und Durchsetzungskraft im Angriffsspiel.

In einem Cupspiel mit Derbycharakter hätten viele der 1750 anwesenden Zuschauern ein wenig mehr erwartet. Uzwil-Trainer Soqol Maliqi schien in der Pause die richtigen Worte gefunden zu haben. Die Hausherren bäumten sich nochmals auf und kamen zu zwei ansehnlichen Tormöglichkeiten. Ein Tor blieb ihnen aber verwehrt.

Nias Hefti, der in Wil eine interessante Entwicklung durchläuft und vom Verteidiger zum offensiven Mittefeldspieler wurde, sorgte mit einem satten Schuss ins Lattenkreuz zum 0:2. Ein weiterer Foulelfmeter wurde von Sandro Lombardi zum 0:3 Schlussstand verwandelt.

Beste Werbung in eigener Sache

Trotz des deutliche Resultats dürfen die Uzwiler zufrieden sein. Nicht nur über die Leistung. Die Gastgeber hatten zu einem schönen, gut organisierten Fussballnachmittag geladen und damit beste Werbung in eigener Sache betrieben.
Gianluca Lombardi redaktion@wilerzeitung.ch