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UZWIL: Uzwil bleibt auf Kosten sitzen

Die Deponie in Niederglatt muss gegen die Erosionen der Glatt geschützt werden. Mit fast 54 Prozent wird Uzwil den Grossteil der Kosten zu tragen haben.

2015 stellte man fest: Die Hochwasser an der Glatt haben die Ufer teils massiv erodiert, Bäume stürzten in den Fluss. In der Natur der ganz normale Lauf der Dinge. In Niederglatt gleichzeitig ein Problem. Denn: Eine alte Deponie reicht dort nahe ans Ufer der Glatt. Zwar ist der Deponiekörper stabil und es sind keine Auswirkungen auf die Umwelt feststellbar. Aber: Die damaligen Hang-Sicherungen der Deponie genügen gegen die Naturgewalten des Flusses nicht. Mit Sofortmassnahmen wurde 2015 die Erosion gestoppt. Dazu wurden an Ort Tannen gefällt, an den Uferrand gelegt und mit Stahltrossen verankert. Dort sank die Fliessgeschwindigkeit des Flusses und zwischen den Ästen entstanden wie gewünscht Auflandungen. Wer heute durchs Gelände geht, sieht wieder ein intaktes, natürliches Ufer. Doch die provisorischen Uferverbauungen genügen nicht – umfassende Massnahmen sind nötig.

Unvollständige Aktenlage

«Wie diese Sanierungsmassnahmen aussehen, entscheiden weitgehend Bund und Kanton», schreibt der Uzwiler Gemeinderat in den aktuellen Mitteilungen aus der Ratskanzlei. Im Vordergrund steht ein Verbau des Deponiefusses gegen die Glatt. Das dürfte Kosten von rund einer Million Franken auslösen. Zahlen wird nebst dem Bund (40 Prozent) vor allem die Gemeinde Uzwil (53, 75 Prozent). Der Rest verteilt sich auf verschiedene Gemeinden. Das ist das Ergebnis des Kostenteilers, den das Kantonale Amt für Umwelt verfügt hat. Grund: Die auf Oberuzwiler Gemeindegebiet gelegene Deponie wurde damals, ab 1964, von der Gemeinde Uzwil, später vom Zweckverband Abfallbeseitigung Uzwil für die Region betrieben.

«Die Aktenlage ist unvollständig», hält der Gemeinderat weiter fest. «In den Uzwiler Archiven fanden sich Hinweise, dass andere Gemeinden deutlich mehr deponiert haben oder ein Ablagerungsrecht hatten. Es lässt sich jedoch nach über 40 Jahren nicht mehr beweisen, dass von solchen Rechten Gebrauch gemacht wurde, obwohl das angesichts des damaligen Deponie-notstands wahrscheinlich ist.»

Idee «Mediation» gescheitert

Uzwil beantragte ein Mediationsverfahren, um mit den beteiligten Gemeinden einen Kostenverteilschlüssel nach den damals wahrscheinlichen Verhältnissen zu vereinbaren. Diese Idee scheiterte. Uzwil kann und muss damit leben. In der Region gibts verschiedene Deponien, die nicht von Uzwil betrieben wurden, bei denen die Datenlage bei anstehenden Sanierungen ähnlich schwierig sein dürfte. Aus der Erfahrung rund um die Deponie Niederglatt wird Uzwil deshalb dort auch nur auf der Basis der beweisbaren Aktenlage Kosten mittragen. (gk)

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