Uzwil

Trotz düsterer Prognosen: Uzwils Bürgerschaft genehmigt den Voranschlag 2021 diskussionslos

Knapp eine Million Franken beträgt der für das nächste Jahr tatsächlich erwartete Aufwandüberschuss. Dennoch winkten Uzwils Stimmberechtigte das Budget am Montagabend diskussionslos durch. Der Steuerfuss bleibt bei 133 Prozent, der Grundsteuersatz bei 0,6 Promille.

Andrea Häusler
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Ein Abschied mit bitterem Nachgeschmack: Daniel Wyder ist nach 26-jährigem öffentlichem Engagement als Schulratspräsident abgewählt worden.

Ein Abschied mit bitterem Nachgeschmack: Daniel Wyder ist nach
26-jährigem öffentlichem Engagement als Schulratspräsident abgewählt worden.

Bild: Andrea Häusler

Kurz wollte Gemeindepräsident Lucas Keel die Bürgerversammlung coronabedingt halten und kurz fiel sie auch aus: Bereits nach 25 Minuten konnte der offizielle Teil geschlossen werden. Dies trotz Berichten aus einzelnen gemeinderätlichen Ressorts und einigen Erläuterungen zum Voranschlag. 92 Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Versammlung teil.

Finanzielles Polster aus dem laufenden Jahr

Die Coronapandemie dürfte keine negativen Auswirkungen auf das Rechnungsergebnis 2020 haben. Laut Lucas Keel liegen die Steuereinnahmen der natürlichen Personen um rund ein Prozent über dem Voranschlag. Höher als erwartet seien auch die Erträge aus Handänderungs- und Grundstückgeschäften ausgefallen. Der finanzielle Freiraum sei bitter nötig, machte Keel klar und wies auf die Mehraufwände bei der Pflegefinanzierung und die mittelfristig steigenden Sozialaufgaben hin. «Wir sind auf unser Eigenkapital angewiesen.» Dieses beträgt aktuell 13 Millionen Franken.

Eigenkapital zur Defizitdeckung

Das Budget 2021 bestätigt die Aussage. Der Wind wird rauer. Insbesondere auch deshalb, weil Uzwil trotz der schwierig zu kalkulierenden Auswirkungen der Coronapandemie keinen Nachholbedarf generieren und nächstes Jahr rund 10 Millionen Franken investieren will. Lediglich 4,3 Millionen Franken belasten allerdings den Gemeindehaushalt.

Basierend auf einem gleichbleibenden Steuerfuss von 133 Prozent rechnet der Voranschlag 2021 mit einem Defizit von 994'000 Franken. Gedeckt wird dieses durch das Eigenkapital. Dieses beträgt aktuell 13 Millionen Franken. Hinzu kommt die Ausgleichsreserve, die über 4 Millionen Franken aufweist.

Die Uzwiler Bürgerschaft – zumindest jener Teil, der sich zur Versammlung im Gemeindesaal eingefunden hatte – trägt den Kurs des Gemeinderats mit. Zum Voranschlag wurden weder eine Frage noch ein Antrag gestellt: Dessen Genehmigung erfolgte diskussionslos.

Gedeckter Wartebereich in der «Felsegg»

Das einzige Wortbegehren des Abends wurde in der «Allgemeinen Umfrage» gestellt. Geäussert wurde der Wunsch nach einem gedeckten Wartebereich bei der Bushaltestelle Felsegg in Henau, welche im Zusammenhang mit dem Kantonsprojekt «Gesicherter Fussgängerübergang» erstellt werden soll.

Ebenfalls blumig verabschiedet wurden die scheidenden Schulrätinnen und Schulräte: Thomas Walker, Marcelina Schläpfer, Marlies Keller und Peach Alpert.

Ebenfalls blumig verabschiedet wurden die scheidenden Schulrätinnen und Schulräte: Thomas Walker, Marcelina Schläpfer, Marlies Keller und Peach Alpert.

Bild: Andrea Häusler

Abschied mit Blumen

Dank des speditiven Verhandlungsablaufs blieb etwas mehr Zeit zur Verabschiedung jener Behördenmitglieder, die Ende Jahr aus ihren Ämtern ausscheiden. Lucas Keel würdigte dabei insbesondere die Verdienste des zurückgetretenen Hanspeter Haltner, der während 16 Jahren Einsitz im Gemeinderat hatte, sowie des nicht wiedergewählten Schulratspräsidenten Daniel Wyder. Letzterer hatte während 26 Jahren im Dienst der Gemeinde gestanden: zuerst als Mitglied der GPK, dann als Gemeinderat und schliesslich acht Jahre lang als Schulpräsident.