Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

UZWIL: Schrauben ohne Schraubenzieher

Der Beruf Mechatroniker ist weder alt noch neu. Die digitale Revolution geschieht nicht in jeder Branche über Nacht. Trotzdem ist die Entwicklung des Mechanikerberufes schnelllebig und steht niemals still.
Jonas Manser
Gleich neben dem Schulzimmer befindet sich der Praxisraum, wo Lehrlinge das Gelernte in die Tat umsetzen können. (Bild: PD)

Gleich neben dem Schulzimmer befindet sich der Praxisraum, wo Lehrlinge das Gelernte in die Tat umsetzen können. (Bild: PD)

Jonas Manser

jonas.manser@wilerzeitung.ch

«Es ist ein äusserst schnelllebiger Beruf. Der technologische Fortschritt macht keinen Halt. Wir müssen unseren Lehrplan und unseren Unterricht dauernd anpassen», sagt Oliver Steiner, Bereichsleiter Fahrzeugberufe am Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil (BZWU). So tritt der neu überarbeitete Bildungsplan im Jahr 2018 in Kraft. Der Automobil-Mechatroniker entstand aus der Fusion des Automechanikers und Fahrzeugelektrikers. Unsere Fahrzeuge verfügen über immer mehr Elektronik, damit einhergehend sind gut ausgebildete Fachleute gefragt.

Der Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS) sah im Jahr 2006 die Notwendigkeit, diese beiden Berufe zu verschmelzen, der Beruf des Mechatronikers entstand. Dabei wird in beiden Richtungen unterschieden zwischen Personenwagen und Nutzfahrzeugen.

Schnelllebiger Beruf verlangt Anpassungen

Die Ausbildung zum Automobil-Mechatroniker EFZ dauert vier Jahre und stellt die höchste Grundausbildung im Bereich Fahrzeuge dar. Dementsprechend sind die Ansprüche an die Lernenden gewachsen. «Der Schulanteil an der Ausbildung ist höher als früher. Die Lernenden verfügen über ein breites Wissen, können mit dem Schraubenzieher ebenso gut umgehen, wie mit modernsten Messgeräten», sagt Steiner. Dies habe sich auf die Anzahl der Schüler ausgewirkt, welche im Verhältnis zu früher kleiner ausfällt. Es besteht auch die Möglichkeit, die Lehre mit einer berufsbegleitenden Matura abzuschliessen. Im Autobereich sehe man dies jedoch nur selten, so Steiner. Der Praxisanteil würde nochmals um einiges schrumpfen, die Lehrlinge sind kaum noch in der Garage des Lehrbetriebes anzutreffen. «Es ist eher selten, dass nach dem Abschluss der Berufsmittelschule die Ausgebildeten im Betrieb bleiben. Sie gehen an weiterführende Schulen. Das ist für die Lehrbetriebe nicht attraktiv», erklärt Steiner.

Die Elektronik stehe viel mehr im Vordergrund wie noch vor einigen Jahren: «Es wird ein breiteres Fachwissen von den Mechatronikern verlangt.» So müssten zum Beispiel an der Abschlussprüfung an einem Auto vier Elektronikfehler diagnostiziert und behoben werden. Das habe es früher in diesem Ausmass nicht gegeben, sagt Steiner. Die Berufsfachschule beziehungsweise der AGVS versuchen mit den rasanten Entwicklungen Schritt zu halten. Trotzdem muss immer zuerst abgewogen werden, ob es sich um eine nachhaltige Veränderung handle oder um einen kurzweiligen Trend.

Ein Beruf mit Zukunft

«Den Mechatroniker-Beruf wird es in irgendeiner Form immer geben», ist Steiner überzeugt. Obwohl sich die offizielle Berufsbezeichnung über Nacht geändert hatte, sei das in der Garage ein schleichender Prozess gewesen. Nach und nach passen sich die Werkstätten den neusten tech­nischen Anforderungen an – sie sind der Nachfrage des Marktes unterworfen.

In der Zukunft werde es wohl mehr Elektrofahrzeuge geben, momentan würden noch relativ wenige unterwegs sein. Aber auch die herkömmlichen Verbrennungsmotoren sowie Hybridfahrzeuge würden so schnell nicht verschwinden. Reifen müssen immer noch von Hand gewechselt werden. «Der Beruf wird definitiv nicht stehen bleiben», sagt Steiner. Die Garagen geniessen das Vertrauen ihrer Kunden, wenn es darum geht, fachgerecht und individuell betreut zu werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.