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Uzwil präsentiert Budget 2020: Schulraum geht auf die lange Bank

Uzwil muss den Gürtel enger schnallen: Rote Budgetzahlen stehen einem hohen Investitionsbedarf gegenüber.
Andrea Häusler
Die Fotos im Budgetbericht der Gemeinde Uzwil zeigen auf, wie und wo die blauen Schafe künftig «weiden» und den Grünraum zwischen Uzwil und Niederuzwil aufwerten könnten. (Bild: Andrea Häusler)

Die Fotos im Budgetbericht der Gemeinde Uzwil zeigen auf, wie und wo die blauen Schafe künftig «weiden» und den Grünraum zwischen Uzwil und Niederuzwil aufwerten könnten. (Bild: Andrea Häusler)

Blau ist die Farbe der Schafe, die den Budgetbericht illustrieren, nicht aber jene der Zahlen. Diese sind rot. Ursache dafür ist die Steuergesetzrevision bzw. die Steuersenkung um sechs Prozent auf Kantonsebene. Diese belastet den Gemeindehaushalt im nächsten Jahr mit rund 800000 Franken und 2021 mit weiteren 600000 Franken. Das sind jährlich 1,4 Millionen Franken oder gut sechs Steuerprozente. Eine Reduktion des Steuerfusses von heute 133 Prozent sei daher kein Thema, macht Gemeindepräsident Lucas Keel klar. Im Gegenteil: Auf das Budget 2021 ist eine Erhöhung zumindest zu prüfen.

So rechnet der Voranschlag für das kommende Jahr bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 133 Prozent mit einem Verlust von 280000 Franken. Dies bei einem Gesamtumsatz von 64 Millionen Franken und Steuereinnahmen von 32 Millionen Franken.

Verschuldung von vier Millionen Franken

Uzwil hat sich in den vergangenen Jahren entschuldet. Dies ermöglichte Investitionen wie das neue Gemeindehaus, die Sportstättenverlegung vom Looäcker in die Rüti oder den Strassen-/Radwegbau zwischen Henau und Niederstetten. Vorfinanzierungen halfen, die Belastungen tiefer zu halten. Heute weist die Gemeinde eine Verschuldung von 4 Millionen Franken aus.

Kopfzerbrechen bereitet hingegen die Investitionstätigkeit der nächsten Jahre. Mit Blick auf die finanzielle Situation hat der Gemeinderat entschieden, grössere Projekte und teilweise auch Unterhaltsarbeiten aufzuschieben. «Das ist vertret-, aber spürbar», macht Gemeindepräsident Lucas Keel klar.

Der Voranschlag für das nächste Jahr rechnet bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 133 Prozent mit einem Aufwandüberschuss von 280000 Franken. Dies bei einem Gesamtumsatz von 64 Millionen und Steuereinnahmen von 32 Millionen Franken.

Schulraumerweiterung muss warten

Eines der erwähnten grösseren Projekte ist die Schulraumerweiterung Herrenhof, die rund 20 Millionen Franken verschlingen dürfte. «Wesentlich mehr, als ursprünglich gedacht», wie Lucas Keel anmerkt. Hinzu kämen weitere Vorhaben, die schon länger auf die Umsetzung warten. «Ohne Intervention erreichte die Verschuldung der Gemeinde bereits in den Jahren 2024/25 die vom Rat definierte Obergrenze von 30 Millionen Franken. Weil eine Etappierung des favorisierten Wettbewerbsprojekts «Lindenhof», keinen Nutzen, sondern lediglich Mehrkosten von rund einer Million Franken brächte, soll die Schulhauserweiterung verschoben werden. Zur Überbrückung ist der Einsatz zusätzlicher Pavillonlösungen oder zugemieteter Räume vorgesehen. Aktuell wird mit einem Abschluss des Vorprojekts im nächsten, mit der Vorbereitung der Urnenabstimmung im Jahr 2023 ausgegangen. Ein Baubeginn im Jahr 2025 wäre nach diesem Zeitplan realistisch. Bis dahin sollen Vorfinanzierungen gebildet werden. Als Zielgrösse hat der Gemeinderat sieben Millionen Franken definiert, 2,8 Millionen sind bereits in Reserve gestellt.

2020 sind Investitionen von 4,65 Millionen geplant. Die Erneuerung der Eishalle mit einem Investitionsvolumen von sechs Millionen Franken ist – abhängig vom Ausgang der Volksabstimmung – 2021 ein Thema. Wobei diese über den Energiefonds finanziert werden soll.

Blaue Schafe für grünen Gürtel

Sie waren Gäste an Kunstausstellungen in Venedig und Bad Ragaz, weideten vor dem Basler Münster und dem Atomium in Brüssel. Nun entdeckt man sie auch in Uzwil: in Gärten von Hotels und Privathäusern. Die Gemeinde hat die blauen Tiere gekauft und will ihnen im Grüngürtel zwischen Niederuzwil und Uzwil figurengerechten Auslauf bieten. Denn heute ist dieser Grünraum bloss sedimentiert wahrnehmbar, als abgegrenzte Umgebung von Bauten und Einrichtungen: Das Trennende verhindert die flächige Erlebbarkeit. Die Schafe, ist der Gemeinderat überzeugt, trügen zur bewussteren Wahrnehmung des Grüngürtels bei, den Uzwil in den nächsten Jahren aufwerten möchte. Die zweite Botschaft der blauen Friedensherde ist die spielerische Werbung für Toleranz und ein friedliches Miteinander im Zusammenleben. Ganz nach dem Motto: Alle sind gleich, jeder ist wichtig. (ahi)

Hinweis: Die Bürgerversammlung zum Budget 2020 findet am 25. November statt.

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