Uzwil öffnet Archiv-Schatztruhe: Werke dreier Künstler ins rechte Licht gerückt

Bis zum 13. Dezember sind Werke von Ferdinand Gehr und der Brüder Georg und Leo Rimensberger im Gemeindehaus Uzwil ausgestellt.

Kathrin Meier-Gross
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Der Uzwiler Verwaltungsleiter Thomas Stricker und Franziska Gehr, welche sich über die gelungen Ausstellung mit Werken ihres Vater und der Brüder Georg und Leo Rimensberger freut. (Bilder: Kathrin Meier-Gross)

Der Uzwiler Verwaltungsleiter Thomas Stricker und Franziska Gehr, welche sich über die gelungen Ausstellung mit Werken ihres Vater und der Brüder Georg und Leo Rimensberger freut. (Bilder: Kathrin Meier-Gross)

Eine Geburt oder einen Todesfall melden, heiraten, mit dem Steuersekretär diskutieren – im Gemeindehaus werden Daten der Bewohner aufbewahrt. Aber nicht nur: Im neuen Uzwiler Gemeindehaus befindet sich auch ein Archiv mit 2600 Laufmetern Regalfläche. Nebst vielen Akten werden dort Kunstgegenstände gelagert, die von der Kreativität verstorbener Uzwiler zeugen. Erstmalig hat nun die Gemeinde zur Ausstellung eingeladen. Unter dem Motto «Schätze des Archivs» sind während den normalen Öffnungszeiten (bis am 13. Dezember) Werke von Ferdinand Gehr sowie Georg und Leo Rimensberger zu sehen.

Stilvoll und von Herzlichkeit geprägt war die Vernissage von vergangenem Freitag. Nebst Gästen aus der Region waren mit Franziska Gehr, Eugen, Heidi und Margrit Rimensberger auch Familienangehörige der Künstler anwesend. Gekommen war auch die Schauspielerin Heidi Maria Glössner. Sie hat persönliche Erinnerungen an Leo Rimensberger, haben die beiden doch in Niederuzwil die gleiche Klasse besucht. Sie alle liessen sich bezaubern vom Spiel der Pianistin und Uzwiler Musiklehrerin Immin Chung Poser. Gemeindepräsident Lucas Keel, wohl selbst überrascht von der guten Akustik im Foyer, sprach allen Beteiligten und insbesondere Verwaltungsleiter Thomas Stricker Dank dafür aus, dass sie die Werke «ins richtige Licht» gerückt haben. Dankesworte äusserte auch Stricker. Das Vertrauen der Familien Gehr und Rimensberger, welche die Werke der Gemeinde übergeben haben, sei Ehre und Verantwortung zugleich.

Zeitstrahl: drei Künstler, drei Entwicklungen

In der Ausstellung ist ersichtlich, dass Georg Rimensberger sich von Ferdinand Gehr hatte inspirieren lassen. Die beiden haben einen regelmässigen Austausch gepflegt. Ihre Spuren sind verschiedenen Orts in Uzwil zu finden. Eindrücklich sind die Bilder und Texte von Leo Rimensberger, die in einem abgegrenzten Raum ausgestellt sind und welche die seelische Not des jungen Mannes erahnen lassen. Mittels eines Zeitstrahls, auf dem die zeitliche Einordnung der Werke der drei Künstler ersichtlich ist, lässt sich die Entwicklung ihres Schaffens verfolgen.

Auf dem Zeitstrahl wird dem Betrachter ein Überblick über das Schaffen der drei Künstler verschafft.

Auf dem Zeitstrahl wird dem Betrachter ein Überblick über das Schaffen der drei Künstler verschafft.

Franziska Gehr, welche für die Ausstellung weitere Bilder der Gehrstiftung zur Verfügung gestellt hat, zeigte sich begeistert über die kleine Galerie im Gemeindehaus, deren Existenz bis anhin vielen nicht bekannt gewesen war.