Uzwil
«Nein sagen reicht nicht»: Gemeinde will für eine Lösung für den Augartenknoten «von der anderen Seite denken»

Der Kanton steht in der Verantwortung, den Scherbenhaufen um die Sanierung der Augartenkreuzung zu kitten. Dies, nachdem das Parlament nicht auf die Vorlage eingetreten ist. Doch die Gemeinde Uzwil engagiert sich aktiv.

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Die Augartenkreuzung in Uzwil.

Die Augartenkreuzung in Uzwil.

Bild: PD / Sarah Bösiger-Büchel

(lsf) Im aktuellen Mitteilungsblatt macht die Gemeinde Uzwil Druck auf den Kanton. Dieser steht in der Verantwortung, ein neues Projekt zur Sanierung der Augartenkreuzung zu erarbeiten. «Der Gemeinderat und die Uzwiler Bevölkerung erwarten, dass das Parlament seine Aufgabe wahrnimmt. Nur Nein sagen ist keine Lösung», lauten die deutlichen Worte im «Uzwiler Blatt».

Im April hätte der Kantonsrat über ein Sanierungsprojekt beraten sollen. Doch er trat nicht auf die Vorlage ein. Eine unheilige Allianz hat das Projekt versenkt. Der Sanierungsbedarf bleibt, schreibt nun die Gemeinde.

«Die Gefahr von Rückstau auf der Autobahn wird zunehmen. Die Wartezeiten werden steigen.»

Aktuell gehe es nur darum, einen Neustart für das Projekt Augarten zu erreichen. Ob das gelinge, sei noch nicht klar. Die Gemeinde schreibt von einem Scherbenhaufen. Ein wesentlicher Teil der Ablehnerinnen und Ablehner im Kantonsparlament sei bekanntlich nicht an einer verkehrsorientierten Lösung interessiert. «Unheilige Allianzen sind sich meist nur in ihrer Ablehnung einig, nicht in der ‹richtigen› Lösung.»

Treffen mit dem Kanton

Das kantonale Baudepartement hat die Gemeinden Oberbüren und Uzwil zu einer Auslegeordnung vor den Sommerferien eingeladen. Das wertet der Gemeinderat von Uzwil als positives Zeichen, wie es im «Uzwiler Blatt» heisst:

«Das bestätigt, dass die zuständige Regierungsrätin Susanne Hartmann eine Lösung suchen will.»

Sie hätte auch abwarten können, ob der Kantonsrat im Jahr 2023 auf seinen Nichteintretensentscheid zurückkommt und die Augartenkreuzung wieder ins nächste Strassenbauprogramm aufnimmt. Das wäre nicht im Sinn der Gemeinde Uzwil gewesen.

Der Gemeinderat will nicht darauf vertrauen, dass die Parlamentarier bis am 20. April 2024 – wie von ihnen in Aussicht gestellt – eine Lösung haben. Er thematisiert im Mitteilungsblatt einen eigenen Lösungsansatz, bei dem man das Thema Augarten von der anderen Seite her denkt: von der Gupfenstrasse her statt von der Autobahn. Diese Chance hatte Gemeindepräsident Lucas Keel bereits kurz nach der Abstimmung im Kantonsrat gegenüber dieser Zeitung erwähnt.

Antrag bei Regio Wil, das Konzept zu priorisieren

Der Gemeinderat hatte für das regionale Agglomerationsprogramm vor längerem Bedarf für ein sogenanntes Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Gupfenstrasse angemeldet. Wie der Raum dieser Strasse in Zukunft besser genutzt werden kann, ist Inhalt eines Projektauftrags. Diese Projektorganisation steht, hätte ihre Ergebnisse mit der Sanierung der Augartenkreuzung liefern sollen. Ansatz des Gemeinderats ist es, diese Arbeiten nun zu beschleunigen.

Mit dem Projekt können Fragen gelöst werden, die teilweise auch im Kantonsrat debattiert wurden, wie die Gemeinde schreibt. Dazu gehören beispielsweise die Lärmschutzwand, die einmündenden Quartierstrassen, der öffentliche Verkehr auf der Gupfenstrasse, neue Lösungen für den Fuss- und Radwegverkehr oder die Fortsetzung der Baumallee entlang der Gupfenstrasse.

Ob der Lösungsansatz des Gemeinderats umgesetzt werden kann, hängt gemäss Mitteilungsblatt von vielen Parametern ab. Beispielsweise von der Frage, ob das Bundesamt für Strassen seine geplanten Massnahmen an den Autobahnausfahrten trotz des Nichteintretensentscheides des Kantonsrats umsetzt. Auf jeden Fall hat der Gemeinderat vor zwei Wochen der Geschäftsstelle der Regio Wil, die für das Agglomerationsprogramm verantwortlich ist, den Antrag gestellt, das Betriebs- und Gestaltungskonzept Gupfenstrasse höher zu priorisieren und in den A-Horizont mit dem Umsetzungszeitraum bis Ende 2028 zeitlich vorzuziehen.