Uzwil muss schöner werden

Neben aktuellen Themen wie Zentrumsentwicklung und regionaler Zusammenarbeit möchte Gemeindepräsident Lucas Keel in der neuen Legislatur einen Fokus auf das Erscheinungsbild von Uzwil legen.

Urs Bänziger
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Angespannt, aber nicht nervös: Gemeindepräsident Lucas Keel vor den Wahlen. Bild: Urs Bänziger

Angespannt, aber nicht nervös: Gemeindepräsident Lucas Keel vor den Wahlen. Bild: Urs Bänziger

Er sei angespannt, aber nicht nervös, sagt Lucas Keel wenige Tage vor den Wahlen. «Im Kopf bin ich am Bilanzieren. Auch darüber, wo ich nicht glücklich agiert habe und wem ich auf die Füsse getreten bin», sagt er. «Es geht ja nicht nur um eine Volkswahl, sondern auch um die Wahl derjenigen, die kandidieren.» Keel hat seine Wahl getroffen: Er will Gemeindepräsident von Uzwil bleiben. Er habe das Gefühl, in der Bevölkerung das Vertrauen zu geniessen. «Solange ich mich in einem Umfeld bewegen kann, in dem einem die Bürger die Mittel geben, um die Gemeinde voranzubringen, werde ich mich für Uzwil und seine Einwohner einsetzen.»

Keine Scheu vor negativen Botschaften

«Die Leute schätzen, dass sie mit ihren Anliegen zu mir kommen können», sagt Keel auf die Frage, wie ihn die Bevölkerung wahrnehme. Er scheue sich nicht davor, auch negative Botschaften zu vermitteln. «Etwa den Anwohnern der Marktstrasse, als ich sie darüber informierte, dass ein von ihnen gefordertes Lastwagenverbot rechtlich nicht durchsetzbar sei. Keine Freude an mir hatte der Landbesitzer, der seinen Boden für den Radweg nach Niederstetten nicht abtreten wollte und die Gemeinde deshalb Enteignungsmassnahmen einleiten musste.»

Nicht erfreut waren die Uzwiler Gemeindeangestellten darüber, dass sie für drei Monate länger arbeiten mussten. Der Gemeinderat habe sorgfältig und gemeinsam entschieden, sagt Lucas Keel. Dass die Arbeitszeitverlängerung derart für Wirbel sorgen würde, habe der Gemeinderat nicht erwartet. Keel bedauert den Entscheid nicht. «Leider ist unser Zeichen der Solidarität mit den Mitarbeitenden der Exportwirtschaft nicht überall als solches aufgenommen worden. Die Kommunikation ist in eine falsche Richtung gelaufen, zitierten die Medien doch hauptsächlich die Kritik der Gewerkschaften.»

Keel glaubt nicht, dass der Medienrummel um die Arbeitszeitverlängerung dem Image von Uzwil geschadet hat. Und wenn deswegen sein persönliches Image angekratzt sei, könne er gut damit leben. Zu seinem Wahlresultat will er keine Prognose machen. Auch will er die Kandidatur seines Gegenspielers Remo Wicki nicht kommentieren.

Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum

Am Wahlpodium der Ortsparteien sagte der Gemeindepräsident, dass Uzwil «weiblicher» werden müsse. Damit meinte er vor allem die Ästhetik. «Die Gemeinde muss mehr für ihr Erscheinungsbild tun. Sie muss mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum schaffen und Gastfreundlichkeit ausstrahlen.» Sowohl Einheimische als auch Auswärtige sollen sich in Uzwil wohl fühlen. «Wir brauchen einen schönen Ort.» Mit gestalterischen Elementen könne viel erreicht werden, sagt Keel. «Wer heute von der Gupfenstrasse nach Uzwil fährt, sieht einen nüchternen Ort. Eine Baumreihe könnte schon viel bewirken.»

Wenn der Gemeindepräsident davon spricht, dass Uzwil ein Gesicht brauche, dann meint er damit auch die Zentrumsentwicklung. «Die Gestaltung und Entwicklung des Zentrums werden auch in der neuen Amtsperiode ein Brennpunkt sein. Es ist die feste Absicht des Gemeinderates, die Bevölkerung in diesen Prozess einzubeziehen.» Einen Anschub erhofft er sich durch das neue Gemeindehaus. «Die Kunst des Gemeinderates ist die, dass er die richtigen Leute zusammenbringt. Gute Planer mit Ideen und Grundeigentümer, die offen für Veränderungen sind.»

Ein weiterer Brennpunkt ist die regionale Zusammenarbeit. «In verschiedenen Bereichen wie dem Abwasser oder in der Altersbetreuung arbeiten Uzwil und die Nachbargemeinden schon zusammen. Die Grundlagen dafür sind in Vereinen oder Verbänden verankert. Gemeinsames Ziel muss sein, dass wir für diese Zusammenarbeit schlankere Strukturen schaffen», sagt Keel.

Entscheid über Steuerfuss nach den Wahlen

Am Wahlpodium stellte der Gemeindepräsident eine Steuerfussreduktion in Aussicht. Den definitiven Entscheid fällt der Gemeinderat erst nach den Wahlen. Keel: «Wir machen in Uzwil keine Steuerfusspolitik. Deshalb spielt der Zeitpunkt des Entscheids keine Rolle. Wichtig für die Bürgerinnen und Bürger ist, dass der Gemeinderat das Eigenkapital bis um 10 Millionen Franken senken will und dieses Geld an die Bevölkerung zurückgeben wird.»

Bild: Urs Bänziger

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