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Uzwil macht es, Flawil nicht: Mit Kameras gegen Vandalismus

Die Videoüberwachung von Schulanlagen wird in der Region unterschiedlich gehandhabt.
Tobias Söldi
Videoüberwachung an Schulen soll Vandalismus und Littering entgegen wirken. (Bild: Laurent Gillieron/Keystone)

Videoüberwachung an Schulen soll Vandalismus und Littering entgegen wirken. (Bild: Laurent Gillieron/Keystone)

Lärm, zerschlagene Bierflaschen, Scherben, an denen sich ein Kind verletzt hat: Der Wittenbacher Primarschulrat hat die Nase voll von Vandalismus und Littering. Er will auf allen Schulanlagen Videokameras installieren. Um die Erlaubnis zu erhalten, hat er vor kurzem ein entsprechendes Reglement erlassen, wie das «St.Galler Tagblatt» berichtete.

In Uzwil ist man bereits soweit: Bei den beiden Oberstufenschulhäusern und dem Schulhaus Oberberg in Henau sind in den vergangenen Jahren Überwachungskameras im Aussenraum installiert worden. Der Grund auch hier: Sachbeschädigungen. Schulratspräsident Daniel Wyder sagt:

«Es kam zum Beispiel zu Manipulationen an Fahrrädern, die sogar zu Unfällen geführt haben.»

Schulratspräsident Daniel Wyder.

Schulratspräsident Daniel Wyder.

Mit den Videokameras auf den Schulanlagen hat man in Uzwil gute Erfahrungen gemacht. «Die Lage hat sich beruhigt. Allein schon die Kennzeichnung, dass überwacht wird, übt eine grosse Wirkung aus», sagt Daniel Wyder. Vor allem in Henau habe sich die Massnahme positiv ausgewirkt. Auf dem zentral gelegenen Schulhaus sei wegen der schlechten Sichtbarkeit die soziale Kontrolle durch die Öffentlichkeit gering, Kameras bieten hier Abhilfe. Ein konkreter Vorfall, bei dem die Aufnahmen herangezogen wurden, ist Wyder nicht bekannt.

Rechtliche Grundlagen

Grundsätzlich kann jede Gemeinde ein Reglement für die Überwachung des öffentlichen Raumes erlassen. Damit schafft sie zugleich die rechtlichen Grundlagen für die Videoüberwachung an Volksschulen. Das Reglement ist aber zwingend dem fakultativen Referendum zu unterstellen. Bei der Überwachung ist die Verhältnismässigkeit und das öffentliche Interesse zu berücksichtigen. Anders ist es bei den kantonalen Schulen, sprich bei den Mittel- und Hochschulen. Dort fehlt die rechtliche Grundlage, wie die Kantonale Fachstelle für Datenschutz in ihrem Tätigkeitsbericht 2018 festgehalten hat. Die Datenschützer fordern seit Jahren, diese Gesetzeslücke zu schliessen. (pd/tos)

Zu teuer, zu aufwendig

In Flawil ist man diesen Schritt nicht gegangen. Schulratspräsident Christoph Ackermann sagt:

«Wir haben zwar mehrmals über Videoüberwachung diskutiert, sind aber immer zum Schluss gekommen, dass Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis zueinander stehen.»

Schulratspräsident Christoph Ackermann.

Schulratspräsident Christoph Ackermann.

Die Anschaffung solcher Kameras sei teuer, der Betreuungsaufwand gross, ausserdem müsse die rechtliche Grundlage vorhanden sein «Meistens ist der Schaden ja verhältnismässig klein. Und selbst mit Kameraaufnahmen ist es nicht immer einfach, die Personen eindeutig zu identifizieren.»

Stattdessen setzt man auf Präsenz – denn Littering und Vandalismus, das gibt Ackermann zu, sind auch in Flawil «immer ein Thema». Zuständig dafür ist das Gremium «Netzwerk Sicherheit», bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Polizei, der Schulleitung, des regionalen Sicherheitsverbundes, der Securitas, der Gemeindekanzlei, der Liegenschaftenverwaltung sowie der Jugend- und Sozialarbeit. Es trifft sich in regelmässigen Abständen und bestimmt unter anderem, zu welchen Zeiten, an welchen Orten und in welcher Intensität Kontrollen durchgeführt werden. Ackermann hebt zudem die Aufwertung und Belebung der Schulanlagen hervor:

«Die erhöhte soziale Kontrolle wirkt dem Vandalismus entgegen.»

Das Problem gelöst oder nur verlagert?

Das ist man sich auch bei der Schule Uzwil bewusst. Eine gute Beleuchtung der Schulanlagen, eingeschränkte Zugänglichkeiten – etwa im Falle von Velokellern – und Patrouillen, die auf ihrem Weg auch Schulhäuser kontrollieren und verdächtige Personen ansprechen, helfen ebenfalls. «Wir werden nicht überall Kameras installieren. An den anderen Schulstandorten herrscht zurzeit kein Bedarf», sagt Schulratspräsident Wyder.

«Ob Videoüberwachung sinnvoll ist, muss man immer situativ entscheiden.»

Schwierig zu beurteilen sei auch, ob die Installation von Kameras das Problem löst oder bloss verlagert. «Die Menschen, die auf den Schulanlagen sind, brauchen auch ihren Raum. Die Frage ist, ob sie sich einfach anderswo hinbegeben.»

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