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UZWIL: Kindergärtler müssen Deutsch verstehen

Schulpräsident Daniel Wyder sowie die zuständigen Lehrpersonen haben die Eltern der künftigen Kindergarten- und Erstklass-Kinder informiert. Unter anderem wurde aufgezeigt, welche Befähigungen beim Schuleintritt vorausgesetzt werden.
Josef Bischof

Die Eltern neuer Kindergarten- und Erstklasskinder waren separat zur Information geladen worden. Und zwar persönlich und mit der Aufforderung, den Anlass vor allem dann nicht zu verfehlen, wenn es sich um ihr erstes Schulkind handle. Die Teilnehmerzahl war erfreulich gross, ein Zeichen, dass den Eltern das schulische Wohlergehen ihrer Kinder am Herzen liegt.

1500 Kinder werden unterrichtet

1500 Kinder werden in Uzwil auf Volksschulstufe unterrichtet: in 15 Kindergärten, vier Primarschulhäusern und zwei Oberstufenzentren. Die Schulverwaltung ist im Dezember von der Bahnhofstrasse ins neue Gemeindehaus umgezogen.

Schulratspräsident Daniel Wyder machte darauf aufmerksam, dass der zweijährige Besuch des Kindergartens nach Erreichen des vierten Lebensjahres Teil der Schulpflicht und obligatorisch sei. Eine Einschulung vor dem vierten Geburtstag sei unmöglich. Bei zweifelhafter Reife sei eine durch einen Arzt begründete Rückstellung möglich.

Weil die Zuteilung zu einem bestimmten Kindergarten von Eltern nicht immer verstanden wird, zeigte Daniel Wyder auf, dass die Behörde verschiedene Kriterien zu beachten habe. Der Schulweg, das Geschlecht, die Klassengrösse und die Muttersprache müssten mitberücksichtigt werden. Damit sei es unmöglich, allen persönlichen Wünschen Rechnung zu tragen.

Elterntaxis sind nicht ratsam

Ein Schulweg bis zu 1,5 Kilometern erachtet die Schulbehörde als zumutbar. Weiter von einer Schule entfernt wohnende Kinder werden mit dem Schulbus transportiert. Der Schulpräsident ersuchte die Eltern, ihre Kinder nur im Notfall mit dem Auto zum Kindergarten oder zur Schule zu bringen oder von dort abzuholen. Die Kinder würden so um den für die soziale Entwicklung sehr wichtigen Schulweg gebracht. Ausserdem verursachten die Elternaxis vor den Schulanlagen gefährliche Verkehrssituationen.

Über die Organisation, die Zielsetzungen und die Arbeitsweise der Kindergärten informierten Ana Maria Böfer und Jacqueline Rubli. Drei Dinge seien für einen guten Start von elementarer Bedeutung. Allem voran wurde ein begleiteter Ablöseprozess gefordert. Die Mutter – oder der Vater – sollte das Kind zwar in den Kindergarten begleiten, es dann aber loslassen und weggehen. Vorteilhafterweise solle das Loslassen schon vor dem Kindergarten-Eintritt mit selbstständigen Besuchen bei Verwandten oder Bekannten geübt werden.

Schuhe anziehen, Hände waschen, Deutsch verstehen

Sodann müsse das Kind sprachlich soweit vorbereitet sein, dass es mitreden könne. Was bedeute, dass es Deutsch verstehe. Das Kind wolle aber auch mitmachen. Voraussetzung dazu sei, dass es mit Farbstiften und Schere umgehen könne. Die Kindergärtnerinnen erwarten aber auch, dass Kinder Schuhe und Jacken selber an- und ausziehen, sich die Hände waschen und selbstständig die Toilette benützen können. Von unschätzbarem Wert sei es, wenn Eltern mit ihren Kindern bastelten, spielten und sich in der Natur aufhielten. Förderlich sei auch, Kinder ein bisschen im Haushalt mithelfen zu lassen.

Sara Burgermeister, Primarlehrerin in Henau, zeigte auf, wie in der ersten Klasse auf der im Kindergarten gelegten Basis aufgebaut wird. Kinder in die Schule zu begleiten, wird hier nur noch am ersten Schultag erwartet. Rasch geht es los mit viel Neuem, mit häufig noch spielerischer Auseinandersetzung mit Zahlen und mit der Sprache. Die Neugier der Kinder, ihre Freude am Entdecken sind Leitlinien. Die meisten Kinder stellten in dieser Phase fest: «Mir gefällt eigentlich alles in der Schule.» Die Lehrpersonen bemühen sich, dieser positiven Situation Dauer zu geben. Die Kinder müssen sich etwas zutrauen. Sie dürfen auch Fehler machen und sehen, dass man daraus lernen kann.

Lernen durch Handeln

Weil nicht alle Kinder nach dem Kindergarten den gleichen Stand haben, führt die Schulgemeinde Uzwil zwei Einführungsklassen. Stefanie Hässig zeigte auf, dass jeweils 10 bis 15 Kinder in diesen Klassen die grundlegenden schulischen Voraussetzungen erwerben könnten. Angesagt sei Lernen durch Handeln. Neben Anfängen von Rechnen kommen auch Sprache, Bewegung und Spielen zum Zug. Ziel sei es, den Kindern einen optimalen Start in die erste Klasse zu ermöglichen.

Josef Bischof

redaktion@wilerzeitung.ch

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