Uzwil
Gleise der «Bühler-Bahn», Strassenlärm in Quartieren, Grünabfuhr: Bürgerinnen und Bürger bringen verschiedenste Anliegen vor

Das Traktandum Jahresrechnung war an der Bürgerversammlung der Gemeinde Uzwil schnell abgeschlossen. Mehr zu reden gab die allgemeine Umfrage, bei der die Bürger mehrere Probleme ansprachen.

Larissa Flammer
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Uzwils Gemeindepräsident Lucas Keel.

Uzwils Gemeindepräsident Lucas Keel.

Bild: Larissa Flammer

Die nicht mehr benutzten Gleise der «Bühler-Bahn» waren einmal mehr Thema an der Bürgerversammlung in Uzwil. «Ich fürchte, die Kinder meiner Grosskinder werden hier noch stürzen», sagte ein Stimmbürger am Montagabend. Weil die Gleise in die Strassen eingebaut sind, besteht für Velofahrer die Gefahr, mit einem Rad hängen zu bleiben.

Die Bühler AG transportiert seit Sommer 2017 keine Güter mehr per Bahn von den Industriehallen zum Bahnhof. Doch die Gleise blieben. Der Stimmbürger, der das Wort ergriff, wollte vom Gemeinderat wissen, ob wirklich nichts dagegen unternommen werden könne.

Gemeindepräsident Lucas Keel sagte: «Wir sind zu diesem Thema im Dialog.» Es bleibe aber nur der Weg der Verhandlung, denn die Bewilligung für den Betrieb der Gleise sei unkündbar. Eigentümerin der Gleise ist das Immobilienunternehmen Uze AG.

Gemeinde will über Lärmschutzmassnahmen berichten

Die Gleise der «Bühler-Bahn» waren an der Bürgerversammlung nicht traktandiert. Einziges ordentliches Traktandum war die Jahresrechnung 2020. Doch während diese nicht zu reden gab, meldeten sich bei der allgemeinen Umfrage gleich mehrere Bürger mit verschiedenen Themen zu Wort.

Auf dem Papier wird Uzwil reicher werden

Die Jahresrechnung der Gemeinde Uzwil schloss mit einem Ertragsüberschuss von 4,68 Millionen Franken. Dafür werden gut 217'000 Franken für die Schulraumerweiterung Herrenhof verwendet, 500'000 Franken für den Neubau des Werkhofs und der restliche Betrag für die Ausgleichsreserve. Die Stimmbürger genehmigten die Jahresrechnung und die Gewinnverwendung ohne Gegenstimme. 

Die Gemeinde verfügt über ein Nettovermögen und wird im laufenden Jahr durch die Neuschätzung eines Baulandes noch ein paar Millionen Franken reicher werden. «Wir müssen uns irgendwann überlegen, was wir mit dem Geld machen», sagte Gemeindepräsident Keel.

Ein Antrag kam von Seiten der FDP. Parteipräsident Yves Beutler setzte sich für mehr Lärmschutz in den Quartieren in der Nähe der Autobahn ein. Der Antrag der Partei: Die Gemeinde soll bei dem Thema aktiv werden und darüber Bericht erstatten. Mit vereinzelten Gegenstimmen wurde der Antrag angenommen. Keel sagte, es gebe bereits Ideen für mehr Lärmschutz, die Gemeinde sei am Thema dran.

«Wir wissen, dass es Quartiere gibt, die dem Strassenlärm stark ausgesetzt sind.»

Bis Ende 2021 muss die Gemeinde Uzwil ihr Abfallkonzept erneuern. Die Grünabfuhr darf ab 2022 nicht mehr über Steuergelder finanziert werden. Ein Stimmbürger machte dem Gemeinderat am Montagabend klar, dass er mit einer Pauschale pro Haushalt nicht einverstanden wäre. Es müsse nach dem Verursacherprinzip abgerechnet werden. «Die Arbeiten zum neuen Konzept laufen», sagte Keel.

Auch die Vorarbeiten zur Abstimmung über die geplante gemeinsame Kläranlage der Gemeinden Jonschwil, Uzwil, Wil und Zuzwil seien noch nicht abgeschlossen, antwortete der Gemeindepräsident auf eine entsprechende Frage aus der Stimmbevölkerung.

Biobauer steht im Mittelpunkt

109 Stimmberechtigte nahmen an der Gemeindeversammlung teil. Darunter auch Kantonsratspräsident Bruno Cozzio, den Keel speziell begrüsste. Vermisst wurde Armin Benz, der viele Gemeindeversammlungen geprägt hat. Der engagierte Uzwiler ist kürzlich verstorben. Toni Frei würdigte im Rahmen der allgemeinen Umfrage die Verdienste von Armin Benz.

Im Anschluss an die Versammlung stand Peter Ackermann vom Bioland- und Gemüsebau Haslen in Niederuzwil im Mittelpunkt. Lucas Keel unterhielt sich mit ihm auf der Bühne über seine Arbeit.

Biobauer Peter Ackermann stand im Anschluss der Gemeindeversammlung im Mittelpunkt und erhielt nach dem Gespräch mit Gemeindepräsident Lucas Keel ein Präsent.

Biobauer Peter Ackermann stand im Anschluss der Gemeindeversammlung im Mittelpunkt und erhielt nach dem Gespräch mit Gemeindepräsident Lucas Keel ein Präsent.

Bild: Larissa Flammer