Uzwil gewinnt Herzschlag-Final

UZWIL. Dank einer furiosen Aufholjagd sicherte sich der BC Uzwil erneut den Schweizer-Meister-Titel. Trotz einer 3:5-Hypothek aus dem Final-Hinspiel feierten die Uzwiler im Derby gegen St. Gallen-Appenzell eine erfolgreiche Titelverteidigung.

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Jubel beim BC Uzwil: Trotz Rückstand am ersten Spieltag konnten die Untertoggenburger noch gewinnen und den zweiten Titelgewinn feiern. (Bild: Michel Canonica)

Jubel beim BC Uzwil: Trotz Rückstand am ersten Spieltag konnten die Untertoggenburger noch gewinnen und den zweiten Titelgewinn feiern. (Bild: Michel Canonica)

Spannender hätte die Ausgangslage vor dem Rückspiel in Oberuzwil nicht sein können. Uzwil war am Samstag als überlegener Qualifikationssieger in St. Gallen gestrauchelt. Der Favorit verlor das Hinspiel 3:5. St. Gallen-Appenzell, das zuletzt 2010 und 2012 Schweizer Mannschafts-Meister geworden war, zeigte sich von Beginn an aggressiv und legte mit dem Gewinn der beiden Männer-Doppel vor. Uzwil zeigte sich überrascht ob der Entschlossenheit der Kantonshauptstädter. Als dann auch noch Spielertrainer Nicky Bach gegen den 18jährigen Youngster Dominik Bütikofer den kürzeren zog und Iztok Utrosa im Duell der beiden Nummer eins gegen Agung Ruhanda verlor, sah man das Unheil kommen. Spätestens jetzt war klar, dass die Uzwiler Titelverteidigung kein Selbstläufer wird.

Nerven wie Drahtseile

Mit einem begeisterten Publikum im Rücken startete der BC Uzwil am Sonntag in der Oberuzwiler Breiti vor 600 begeisterten Zuschauern zur grossen Aufholjagd. Wie bereits tags zuvor waren bei den Frauen Tenzin Pelling und Cendrine Hantz ein sicherer Wert und gewannen ihre Spiele in zwei Sätzen. Wegweisend für den Uzwiler Triumph war jedoch der Dreisatz-Erfolg des 38jährigen Conrad Hückstädt. Uzwils Routinier, der am Samstag noch auf einen Einsatz verzichtet hatte, leistete sich mit dem zwanzig Jahre jüngeren Bütikofer einen nervenaufreibenden Kampf, der die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen hielt. Im Duell der Generationen führte Hückstädt im Entscheidungssatz 19:17, ehe Bütikofer bei 21:20 und 22:21 zu zwei Matchbällen kam. Doch Hückstädt wehrte zweimal ab und verwertete den ersten Matchball zum 24:22-Satzgewinn.

Maschine ins Rollen gebracht

Dieser Sieg hatte Symbolcharakter für den weiteren Verlauf der Begegnung. Der Glaube an die Wende war bei den Uzwilern nun endgültig zurückgekehrt. Im Mixed-Doppel behielt Tenzin Pelling an der Seite von Spielertrainer Nicky Bach diesmal das bessere Ende für sich. Weil Uzwils einziger Neuzugang Christian Bösiger dem amtierenden Schweizer Einzel-Meister Christoph Heiniger keine Chance liess und er an der Seite von Iztok Utrosa im ersten Männer-Doppel auch den Startsatz gewann, stand Uzwil dank dem besseren Satzverhältnis (18:15) vorzeitig als Sieger fest. «Selten habe ich bei einem Playoff-Final eine solch mitreissende Atmosphäre erlebt wie heute», sagte Bösiger, der bereits seinen fünften Mannschafts-Meister-Titel feiern konnte, den ersten aber mit dem BC Uzwil.

Titel mit grossem Stellenwert

Für den Badmintonclub Uzwil war es der zweite Meistertitel in der bald 50jährigen Vereinsgeschichte. Die Titelverteidigung ist nicht zuletzt deshalb so eindrücklich zu werten, weil die NLA-Meisterschaft wohl noch nie so stark besetzt war, wie in der abgelaufenen Saison. Die Ausgeglichenheit unter den acht Teams war erstaunlich. Dass mit Cendrine Hantz und Tenzin Pelling zwei Uzwiler Eigengewächse massgeblich zum erneuten Triumph beitragen konnten, wird als phantastisch bezeichnet und soll für den Badminton-Nachwuchs in der Region ein Ansporn für die Zukunft sein. (dom)

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