Uzwil
Gemeinde macht 4,68 Millionen Franken Gewinn – Präsident Lucas Keel sagt: «Es wird eine Steuersenkung geben»

Die Rechnung der Gemeinde Uzwil für das Jahr 2020 weist überraschend gute Zahlen aus. Mehreinnahmen sind dafür verantwortlich. Der Gemeindepräsident kündigt für 2022 eine Steuersenkung an. Um mindestens zwei Prozent wird der Satz alleine wegen der neuen Abfallfinanzierung sinken.

Larissa Flammer
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Gute Neuigkeiten aus dem Uzwiler Gemeindehaus: Das Ergebnis aus dem Jahr 2020 fiel besser aus als budgetiert.

Gute Neuigkeiten aus dem Uzwiler Gemeindehaus: Das Ergebnis aus dem Jahr 2020 fiel besser aus als budgetiert.

Bild: Philipp Stutz

Mit einem Minus von 280'000 Franken hat die Gemeinde Uzwil für das Jahr 2020 gerechnet. Ein Plus von 4,68 Millionen Franken ist es geworden. «Überraschend gute Zahlen» titelt die Gemeinde im aktuellen Mitteilungsblatt.

Bei den betrieblichen Ausgaben schaffte Uzwil eine Punktlandung, sie entsprachen fast exakt dem Budget. Das gute Ergebnis kam dank der Einnahmen zu Stande. Die betrieblichen Erträge lagen 3,6 Millionen Franken über dem Budget. Das sei vor allem eine Folge der höheren Steuereinnahmen und höherer Grundstückgewinnsteuern, heisst es im «Uzwiler Blatt». Auch die Finanzerträge lagen gut 1,2 Millionen Franken höher als budgetiert. Hier schlägt die höhere Gewinnablieferung der Technischen Betriebe zu Buche.

Corona hat (noch) keine finanziellen Folgen

3,85 Millionen Franken des Gewinns legt die Gemeinde in die Ausgleichsreserve, die zur Verfügung steht, um künftige Aufwandüberschüsse auszugleichen. Per Ende 2020 beträgt das Gesamtvermögen der Gemeinde Uzwil zudem gut 18 Millionen Franken. Im Mitteilungsblatt heisst es: «Das hilft, den absehbar hohen Belastungen in den nächsten Jahren durch die Investitionstätigkeit und die Coronafolgen zuversichtlich entgegenzublicken.»

Gemeindepräsident Lucas Keel.

Gemeindepräsident Lucas Keel.

Bild: Ralph Ribi

Doch bei diesen Zahlen wird auch eine Steuersenkung zum Thema, wie sie die FDP Uzwil erst am vergangenen Samstag forderte. Der Gemeinderat wolle die Steuern für das Jahr 2022 nach unten anpassen, wenn er Spielraum dafür sehe, ist nun im Mitteilungsblatt zu lesen. Doch was heisst das? Auf Anfrage sagt Gemeindepräsident Lucas Keel:

«Es wird eine Steuersenkung geben.»

Der Steuersatz werde alleine schon deshalb um zwei Prozent sinken, weil die Gemeinde die Abfallentsorgung künftig nicht mehr mit Steuermitteln finanzieren darf; das Geld dafür muss stattdessen über Gebühren reinkommen. Keel gibt sich aber zuversichtlich, dass die Steuersenkung höher ausfallen werde als diese zwei Prozent. Er sagt: «Kurzfristig würde der Gemeindehaushalt eine deutliche Senkung verkraften.» Doch man wolle langfristig planen. Der Budgetprozess startet im Mai. Wegen des neu eingeführten Rechnungsmodells müsse man zuerst herausfinden, welche Eckwerte für die Berechnung massgebend seien.

Und die mehrfach angetönten finanziellen Folgen von Corona? «Die sehen wir zurzeit nicht», sagt Keel. Es gehöre aber zum Wesen eines öffentlichen Finanzhaushalts, dass dieser zeitverzögert reagiere. Befürchtet werden Mehrausgaben bei der Sozialhilfe und Mindereinnahmen bei den Steuern. Der Gemeindepräsident sagt: «Vielleicht sind wir etwas zu pessimistisch.» Aber eine gewisse Vorsicht hält er für angezeigt. «Es wäre das falsche Zeichen, wenn wir sagen würden, wir machen einfach weiter wie immer.»

Weniger und günstiger investiert

Gut 200'000 Franken des Gewinns im Rechnungsjahr 2020 legt die Gemeinde in die Vorfinanzierung für die Schulraumerweiterung. Diese erreicht damit genau 6 Millionen Franken. 500'000 Franken gehen in die Vorfinanzierung für den Neubau des Werkhofes, sie erreicht damit 2 Millionen Franken.

2020 hat die Gemeinde gemäss Mitteilung deutlich weniger investiert als vorgesehen. Für verschiedene Vorhaben gelte:

«Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, die Investitionen verschieben sich nach hinten.»

Namhafte Mittel bleiben reserviert für das kantonale Projekt für die Zentrumsgestaltung in Uzwil oder für die Neugestaltung des öffentlichen Raumes im Dorf Niederstetten. Gleichzeitig hat die Gemeinde im 2020 sieben Investitionsvorhaben definitiv abgerechnet. Bewilligten Krediten von 8,562 Millionen Franken standen Kosten von 7,974 Millionen Franken gegenüber.

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