UZWIL: Fernwärme ist mehr als heisse Luft

Zuammen mit Privatfirmen prüft die Gemeinde eine Fernwärmeversorgung. Ein entsprechendes Netz soll ab der Heizzentrale der Bühler AG zur «Sonnmatt» und weiter zum Überbauungsgebiet Grossacker führen.

Philipp Stutz
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Die Gesundheit stand im Vordergrund. Dennoch kam auch der Spass nicht zu kurz. (Bild: PD)

Die Gesundheit stand im Vordergrund. Dennoch kam auch der Spass nicht zu kurz. (Bild: PD)

Philipp Stutz

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@wilerzeitung.ch

Fernwärme ist zurzeit manchenorts im Gespräch. So haben die Stimmbürger der Stadt St.Gallen die Vorteile dieses Systems erkannt und einen 65,5-Millionen-Kredit für den Ausbau des Fernwärmenetzes angenommen. Damit können zwar nicht alle, aber doch viele Stuben in der Stadt beheizt werden.

Auch in Uzwil will der Gemeinderat diese Energieform vorantreiben. «Dabei richten wir den Blick nicht unbedingt auf St.Gallen, wo ein anderes Konzept zum Tragen kommt», sagt Verwaltungsleiter Thomas Stricker: «Wir prüfen, wo bei uns Potenzial besteht.»

Abwärme aus Heizzentrale und Kunsteisbahn nutzen

Es gehe nicht darum, das Erdgas- durch ein Fernwärmenetz abzulösen. «Wir wollen Abwärme aus der Heizzentrale der Bühler AG und der Kunsteisbahn nutzen», sagt Hanspeter Haltner, interimistischer Leiter der Technischen Betriebe. Diese haben zusammen mit Partnern ein Anergienetz in Niederuzwil geprüft. Dabei würde Abwärme der Abwasserreinigungsanlage zu Kunden transportiert und von ihnen mit Wärmepumpen in Heizenergie veredelt. Doch auf der Abnehmerseite bestand zu wenig Interesse. «Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass diese Idee nochmals aufgegriffen wird», sagt Hanspeter Haltner.

Wärmeüberschüsse sinnvoll verwenden

Doch Ziel bleibt nach wie vor, Wärmeüberschüsse sinnvoll zu verwenden. Zusammen mit Privaten prüft die Gemeinde nun eine Fernwärmeversorgung. Die Ideenskizze: Ein Wärmenetz führt ab der Heizzentrale des Technologiekonzerns Bühler übers Seniorenzentrum Sonnmatt Richtung Entwicklungsgebiet Grossacker. Dieses Areal, das rund 37 000 Quadratmeter umfasst, soll zum Teil mit Fernwärme versorgt werden.

Die Uze AG , die zu Bühler gehört, will mit dem Projekt «Wieseon» hinter der Tennishalle und dem Aldi eine Überbauung mit rund 300 Wohnungen erstellen. In einer ersten Etappe sollen sechs Gebäude realisiert werden. Für das gesamte Projekt beläuft sich das Investitionsvolumen auf rund 100 Millionen Franken. Auch das Seniorenzentrum Sonnmatt soll neben Erdgas mit Fernwärme versorgt werden.

Im Voranschlag 2018 der Einheitsgemeinde Uzwil ist dieses Vorhaben nicht enthalten. Obwohl es mit hoher Wahrscheinlichkeit ab nächstem Jahr umgesetzt wird.

«Der Bearbeitungsstand ist derzeit noch nicht so weit fortgeschritten, dass Anträge gestellt werden könnten», sagt Stricker. Planung und Kostenermittlung sind im Gang, ebenso die Arbeiten an Themen wie Trägerschaft und Betrieb. «Grob geschätzt entstehen für die Technischen Betriebe Kosten von etwa 1,5 Millionen Franken», sagt Hanspeter Haltner.

Für den Gemeinderat steht fest: Uzwil will sich engagieren und beim Aufbau und Betrieb des Fernwärmenetzes eine Rolle spielen. Das Engagement werde als Geschäftsfeld bei den Technischen Betrieben angesiedelt. Sobald die Details geklärt sind, will der Gemeinderat das Geschäft den erforderlichen Entscheiden zuführen. Braucht’s die Zustimmung der Bürgerversammlung, will der Rat sie möglicherweise im Mai nächsten Jahres an der Rechungsgemeinde einholen.