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UZWIL: Eine Talentschmiede für Automatiker

Das Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil beschreitet in der Berufsbildung neue Wege. Vergleichbar mit dem Spitzensport, werden die besten Nachwuchsautomatiker in einem Leistungszentrum gefördert.
Andrea Häusler
In einem Luftschutzraum des BZWU wird jeden Montagabend für die Skills «trainiert». (Bild: Andrea Häusler)

In einem Luftschutzraum des BZWU wird jeden Montagabend für die Skills «trainiert». (Bild: Andrea Häusler)

Die Ergebnisse der WorldSkills 2017 in Abu Dhabi haben es zutage gebracht. Gute Leistungen in der Berufsschule genügen nicht, um an der Weltspitze der angehenden Berufsleute mithalten zu können. Voraussetzung für den Medaillenerfolg ist eine akribische, gezielt auf die Anforderungen der Berufsmeisterschaft ausgerichtete Vorbereitung. Mit der Gründung des «Leistungszentrums Automation Ostschweiz» will das Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil (BZWU) in Kooperation mit der regionalen Wirtschaft das bestehende Vorbereitungsprogramm wesentlich ausbauen. Denn der Nutzen von nationalen und internationalen Berufsmeisterschaften sei ein doppelter, sagte Felix Tschirky, Prorektor Gewerbe/Technik, an der Präsentation des Konzepts und der Infrastruktur am Standort Uzwil. Dem ambitionierten Berufsnachwuchs werde die Möglichkeit geboten, sich im Wettbewerb zu messen. Anderseits seien preisgekrönte Berufsathleten beste Werbeträger für die Industrie.

Ostschweizer Nachwuchs auf SwissSkills-Kurs

Kurse zur Vorbereitung auf Berufsmeisterschaften gab es bisher schon. Allerdings vorwiegend firmenintern und mit beschränkten infrastrukturellen Mitteln. Eine Art Vorreiterrolle spielte der Kanton Bern. In Zusammenarbeit mit der Berufsfachschule Langenthal wurde bereits in den 2010er-Jahren ein auf Skills fokussiertes Weiterbildungsprogramm für Automatikerinnen und Automatiker lanciert. Mit dem Ergebnis, dass in der Folge fast alle Schweizer Meister und die Goldmedaillengewinner an den WorldSkills aus Bern kamen.

In einem Luftschutzkeller des BZWU sitzen acht junge Männer zwischen elektrischen Kleinanlagen und Computern, studieren, programmieren, experimentieren, tauschen sich aus. Das tun sie jeden Montag zwischen 15.30 und 19 Uhr. Sie gehören zu den schweizweit 24 Talenten, welche die erste Selektionsstufe des Branchenverbands Swissmen gemeistert haben.

90 Interessierte hatten sich angemeldet, 15 davon aus dem Einzugsgebiet des BZWU. Die acht Absolventen des anschliessenden Vertiefungskurses haben aber noch mehr geschafft: die Selektionsstufe 2. Ihr Ziel, die Teilnahme an den SwissSkills vom 12. bis 16. September in Bern, ist in greifbare Nähe gerückt. Obwohl zu diesen nur die besten zwölf Kandidaten der Schweiz zugelassen sind.

Für die Uzwiler-Truppe – drei Berufsathleten aus dem Kanton Graubünden, je einer aus Winterthur, Baden und Frauenfeld sowie zwei Lehrlinge der Firma Bühler AG – bedeutet dies: Vollgas geben. Die Unterstützung hierfür erhalten sie von Kursleiter Patrik Reichmuth. Der Bronze-Medaillengewinner der WorldSkills 2003 hat in der Wettbewerbsvorbereitung junger Berufsleute Erfahrung. Vor vier Jahren hatte er ein erstes Programm organisiert und geleitet. Allerdings an dezentralen Orten. Eine zweite Durchführung erfolgte 2016. Er weiss, dass ein fundiertes technisches Know- how zentral ist, allein aber nicht genügt. Effizienz, Qualität und Verhalten in Stresssituationen sind genauso wichtige Kriterien.

Investitionen von 400000 Franken

Das Leistungszentrum Automation Ostschweiz befindet sich erst im Aufbau. Bis zur Fertigstellung wird mit Investitionen von 400000 Franken gerechnet. Zumal die Berufsmeisterschaften in der Verantwortung von Ausbildungsbetrieben und Berufsverbänden liegen, finanzieren diese den Nutzungsanteil für die Trainings wesentlich mit.

Die Investitionskosten und die erforderliche Fachkompetenz machen eine Mehrfachnutzung des LZA Ostschweiz notwendig. So soll neu die Weiterbildung Automatikfachmann/frau, bzw. diplomierte(r) Techniker/in Automation angeboten werden. Ziel sei es, das Angebot im Herbst auszuschreiben, sagt Felix Tschirky. Ausserdem sind Förderkurse «Grundbildung Industrieberufe» (SPS-Programmierung, MPS und Robotik) geplant. Tschirky geht davon aus, dass der Erstausbau 2019 abgeschlossen sein wird.

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