UZWIL: Ein Überfall – nur so zum Spass

Vier passionierte Jasserinnen können nicht nur gut mit Karten umgehen, sie rauben auch erfolgreich eine Bank aus. Die Theatergruppe Henau brilliert diesen Herbst mit einer Krimikomödie.

Kathrin Meier-Gross
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So ein Banküberfall kann doch gar nicht so schwierig sein, sagen sich die vier passionierten Jasserinnen (von links: Ursula Schneider, Anita ­Schöbi, Irène Rütsche und Elvira Livers). (Bild: Kathrin Meier-Gross)

So ein Banküberfall kann doch gar nicht so schwierig sein, sagen sich die vier passionierten Jasserinnen (von links: Ursula Schneider, Anita ­Schöbi, Irène Rütsche und Elvira Livers). (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Kathrin Meier-Gross

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Sie gehören zum Herbst wie der Duft von gebratenen Marroni: die Aufführungen der Theatergruppe Henau im Uzwiler Gemeindesaal. Unter Leitung von Bettina Schneider Weder hat die Schauspielercrew das Stück «Stöck, Wiis, Cash» von R.E.Britting umgesetzt und sorgt damit für viele Lacher.

Sie necken und foppen sich beim Kartenspiel, dass es ein wahres Vergnügen ist. Dabei hören sie, dass schon wieder eine Bank ausgeraubt wurde: Hanni, die begeisterte Krimileserin, Resi, die Grossmutter der Polizistin Brigitte, Cécile, die ehemalige Gerichtsschreiberin und Marlis, die Gattin von Bankleiter Anton.

Schnelle Dialoge und Wortwitz

Ein Banküberfall. Das kann doch gar nicht so schwierig sein. Nur so zum Testen, ob das Sicherheitssystem in Antons Bank standhält. Das Geld würden sie gleich wieder zurückgeben. Aber: was zieht Frau an für einen Banküberfall? Das Stück lebt von den schnellen Dialogen und vom Wortwitz der vier Hauptdarstellerinnen. Das treue Stammpublikum weiss, dass Ursula Schneider (Hanni), Anita Schöbi (Marlis), Irène Rütsche (Cécile) und Elvira Livers (Resi) ihr Hobby mit Leidenschaft und Können ausüben.

Die vier Ladies freuen sich diebisch auf ihr Vorhaben und sind nach getaner Arbeit erstaunt, wie einfach doch so ein Überfall ist. Die Probleme beginnen, als Anton von einem massiv höheren Gelddiebstahl erzählt, als jene Noten, welche die Frauen aus dem Tresor entwendet haben. Warum das Sicherheitssystem von Anton trotzdem als gut bewertet wird und welche Rolle der Chefkassier (Marco Scalisi) und seine Liebste( Tanja Fässler), Antons Tochter, und die Polizistin (Jacqueline Fürer) spielen, das kann morgen Freitag und Samstag im Gemeindesaal erfahren werden. Regisseurin Bettina Schneider Weder ist voll des Lobes für die Theatercrew, die sich während zweieinhalb Monaten intensiv mit den Rollen befasst hat. Sie verweist auch auf die gute Zusammenarbeit mit Bühnenmeister Werner Gähwiler, der perfekt Licht und Ton einsetze.

Für Finanzierung braucht es Publikum

Begeistert von der Umsetzung des Stücks und der modernen und ansprechenden Kulisse zeigt sich auch Daniel Frick. Der Lenggenwiler ist selber Laienschauspieler und beobachtet mit Interesse, wie andere Theatergruppen spielen. Gallus Kempter, bei der Theatergruppe Henau verantwortlich für Presse und Werbung, weist darauf hin, dass der Verein pro Abend im Gemeindesaal gegen 1000 Franken Miete zahlen müsse und die Zuschauerzahlen nicht nach oben zeigen würden. Man müsse sich deshalb überlegen, ob ein kostengünstigerer Aufführungsort gesucht werden müsse. Nicht optimal sei dieses Jahr zudem, dass eine Woche zuvor bereits eine Krimikomödie im Gemeindesaal aufgeführt worden sei.

Hinweis

Weitere Aufführungen am 3. und 4. November, 20 Uhr, Gemeindesaal Uzwil