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UZWIL: Ein Opfer von Autodieb Sägesser

Gut dreissig Interessierte begaben sich am Samstag in Uzwil auf Spurensuche. Dabei verblüfften nicht nur die baulichen Leistungen des Baumeisters und Architekten Max Gianini, sondern auch dessen Lebensgeschichte.
Christine Gregorin
Zu den ausgewählten Bauten gehört auch das ehemalige Wohnhaus von Max Gianini an der Birkenstrasse 6. (Bild: Christine Gregorin)

Zu den ausgewählten Bauten gehört auch das ehemalige Wohnhaus von Max Gianini an der Birkenstrasse 6. (Bild: Christine Gregorin)

Christine Gregorin

redaktion@wilerzeitung.ch

«Er hat Zement gespart, dafür ist das Haus elastisch», soll Berta Ammann, Besitzerin eines durch Max Gianini erbauten Eigenheims an der Lärchenstrasse, einst schmunzelnd betont haben. Immer wieder liess Armin Benz solche von ihm recherchierte ­Einzelheiten einfliessen. Was den gut zweistündigen, von der CVP organisierten Dorfrundgang durch Uzwil letztlich erst recht zu einem kurzweiligen Erlebnis machte.

Besagte Massnahme, während der Zeit des akuten Zementmangels dem Betongemisch noch mehr Sand beizufügen als sonst, darf durchaus als bezeichnend für den innovativen Freigeist Max Gianinis genannt werden. Ein unermüdlicher Schaffer und Praktiker, bei dem Kopf und Hand gleichermassen geschickt agierten, wie es Autor Armin Benz im Buch «Menschen wie du und ich» beschreibt. Jeden Tag war er draussen auf der Baustelle und bei seinen Leuten anzutreffen. Hatte er einmal keine Aufträge, baute er einfach auf eigenes Risiko.

Besuch aus Mailand – im Ferrari oder Mercedes

Neben Gezeigtem und weiteren Informationen trugen vor allem auch zahlreiche Ergänzungen zur Person und Lebensgeschichte Gianinis sowie humorvolle Anekdoten aus dem Plenum zum gelungenen Ganzen bei. Unter den Anwesenden hatte es nämlich viele, die den Planer und Ausführer persönlich gekannt hatten, sei es als Nachbarn oder als Chef. Entsprechend bereicherten sie den Rundgang mit dem einen oder anderen Schmankerl.

So zum Beispiel die grosse Aufregung der Dorfjugend, wenn Bruder Walter aus Mailand mit seinem Maserati vorfuhr oder, noch beliebter, mit seinem flügeltürigen Mercedes. Walter Gianini war in Italien als Kaufmann erfolgreich und hielt Max zuweilen auch Aufträge zu. Oder jene Anekdote vom lokalen Ein- und Ausbrecherkönig Sägesser, der, analog dem eigenen Credo «Wenn ich schon ein Auto stehle, dann ein schönes», nur die neusten und teuersten Marken entwendete. Unter vielen anderen musste irgendwann auch der Peugeot von Max Gianini dran glauben.

Als witzig-pikantes Detail am Rande gilt es an dieser Stelle zu erwähnen, dass sich der Delinquent der Verhaftung meist mit Hilfe seines Generalabonnements und durch Benutzung des öffentlichen Verkehrs entziehen konnte.

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