UZWIL: Ein Hauch von Broadway

Freude an der Musik, Kameradschaft und Geselligkeit prägen seit 150 Jahren den Sängerbund an der Thur. Das Jubiläum wurde gleich doppelt gefeiert: am Freitag mit Gästen und am Samstag mit der Sänger-Stobete.

Kathrin Meier-Gross
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Alexia Gardner, die bereits in der Unterhaltungsshow 2010 zu «magischen Momenten» beigetragen hatte, überzeugte auch beim Jubiläumsfest mit ihren Jazzinterpretationen.

Alexia Gardner, die bereits in der Unterhaltungsshow 2010 zu «magischen Momenten» beigetragen hatte, überzeugte auch beim Jubiläumsfest mit ihren Jazzinterpretationen.

Kathrin Meier-Gross

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Man stelle sich einmal vor, es würde keinen Sängerbund an der Thur geben. Es könnte weder von den vielseitigen Konzerten und Ständchen noch von den legendären Fasnachtsbällen berichtet werden, geschweige denn von den Unterhaltungsshows oder der beliebten Sängerchilbi. Kurzum: Der Sängerbund hat viel zum Uzwiler Kulturleben beigetragen.

Zuversicht und Offenheit

Nebst Anlässen, an denen das Publikum teilhaben kann, pflegen die Mitglieder auch gerne das Vereinsleben. So standen am Freitagabend, als sich die Sänger mit ihren Angehörigen und weiteren Gästen im Gemeindesaal trafen, Geniessen und Verwöhnen lassen im Vordergrund. Moderiert wurde der Abend vom Zauberer Romano. Vereinspräsident Albert Luder erinnerte in seinem Rückblick an die Zeit, als einige Männer zum Männerchor Henau-Niederuzwil zusammengefunden hatten. Es seien Jahre des Aufbruchs gewesen mit dem Wechsel vom Agrarstaat zur Textil- und Maschinenindustrie. Aber immer, auch während den schwierigen Kriegsjahren, habe dieser Reim aus dem Eröffnungslied Gültigkeit besessen: «Immerdar, Jahr für Jahr, tief im Herz verwurzelt war, der Gesang stets erklang, was die Herzen bezwang!». 1945 hatte die Umbenennung in Sängerbund an der Thur stattgefunden. Luder sinnierte, dass die heutige Gesellschaft wie vor 150 Jahren vor grossen Herausforderungen stehe. Dem Chor wünschte er, dass er diesen mit Offenheit begegne.

Ein Lied als Jubiläumsgeschenk

Zum Jubiläum hat sich der Verein mit dem Sängerbund-Song beschenkt. Komponiert hat das Lied Roman Bislin. Den Text hat Toni Bürge geschrieben. Nach der Première des Songs folgerte Gemeindepräsident Lucas Keel in seiner launigen Rede: «150 Jahre Sängerbund – Kameraden, pflegt die frohe Rund». Gleichzeitig dankte er für das gesellschaftliche Engagement: «Bürger, wie man sie sich als Gemeindepräsident wünscht: aktiv, verbunden, kritisch und politisch».

Befragt von Hansjörg Brändle erzählten Toni Bürge, Peter Falk, Alois Keller und Meinrad Heule von ihren Vereinserfahrungen. Sie erinnerten an ehemalige Dirigenten und Präsidenten, ehemalige Versammlungsorte, Metzgeten, das Seemannschörli, Schnitzelbänke, Vereinsreisen, Unterhaltungsshows und Wettbewerbsbewertungen. «Musik macht glücklich und froh», schloss Brändle, verbunden mit etwas Mitgliederwerbung.

Eigens für das Jubiläum aus New York angereist war Alexia Gardner, Schwiegertochter von Armin Benz. Begleitet vom Männerchor stimmte sie «Memory» an. Anschliessend begeisterte sie das Publikum, begleitet von Hanspeter Nadler am Piano und Andrin Moser am Schlagzeug, mit jazzigen Solostücken.