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UZWIL: «Ein Flieger nur, kein Nazi»

«Des Teufels General» von Carl Zuckmayer fesselt auch über 70 Jahre nach der Uraufführung. Das «Gas gibt Kultur»-Publikum tauchte ein in die nach wie vor aktuelle Thematik von Mitläufertum und Mittäterschaft.
Kathrin Meier-Gross
Überbordende Feier in Kriegszeiten. (Bilder: Kathrin Meier-Gross)

Überbordende Feier in Kriegszeiten. (Bilder: Kathrin Meier-Gross)

Es war keine leichte Kost, welche Susanna Wipf Fischer, künstlerische Leiterin der von den technischen Betrieben initiierten Kulturveranstaltungen, dem Publikum vorsetzte. Gut zwei Dutzend Gäste nutzten denn auch die Gelegenheit, vorgängig über das Stück, dessen Autor und die Theatertruppe Eurostudio Landgraf Titisee informiert zu werden. Beeindruckend auch das Bühnenbild, das einen Flugzeugflügel symbolisierte und so eine Bühne auf der Bühne war.

Marsha Zimmermann, welche im Schauspiel die Anne Eilers verkörpert, stellte Zuckmayers Biografie vor. 1896 in der Nähe von Mainz geboren, bestand der aufmüpfige Carl 1914 das Notabitur und meldete sich zum Kriegsdienst. Nach dem Germanistikstudium schrieb er preisgekrönte Werke wie «Schinderhannes» oder «Der Hauptmann von Köpenick». Hitlers Machtübernahme veranlasste Zuckmayer und seine Gattin Alice, in die USA zu flüchten. Die von harter Arbeit geprägten Jahre im Exil überstanden sie auf ihrer Farm in Vermont. Eine Zeitungsnachricht, die vom Tode seines Freundes und Fliegergenerals Udets berichtete, war für Zuckmayer der Auslöser für das Drama «Des Teufels General». Nach dem Krieg kehrte er als US-Kulturbeauftragter nach Deutschland zurück. 1958 bezog das Paar seinen Wohnsitz in Saas Fee. Carl Zuckmayer verstarb 1977 im Wallis. Er hatte stets danach gestrebt, auch in einer hasserfüllten Welt das Gute und Lebenswerte zum geistigen und moralischen Fundament der Dichtung zu machen. Einer Dichtung, die Aufruf zu Humanität und Toleranz ist.

Susanna Wipf hatte nicht zu viel versprochen, als sie die Truppe als hochqualifiziertes Ensemble mit schönem Bühnendeutsch beschrieb. Obwohl zwei Tage vorher noch auf Sylt, überzeugten Gerd Silberbauer als Fliegergeneral Harras und die übrigen Mitglieder der Truppe mit packendem Schauspiel, bei dem es immer wieder auch Gelegenheiten zum Schmunzeln gab. Harras, der trinkfeste Lebemann, dessen Leidenschaft die Fliegerei war – «ich bin nur ein Flieger, kein Nazi» – und der vor dem NS-Regime keine Achtung zeigte, musste herausfinden, wer der Urheber der Sabotageakte an den Kampffliegern war. Als er merkte, dass sein Freund, Chefingenieur Oderbruch, bewusst einen Konstruktionsfehler verschwiegen hatte, um damit Kriegshandlungen zu verhindern, übernahm er die Verantwortung mit allen Konsequenzen.

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