UZWIL: EHC Uzwil: Curler wird Präsident

Beim Eishockeyclub Uzwil kommt es zu einem Führungswechsel. Ugur Uzdemir übergibt das Präsidium nach rund vier Jahren an Romano Ruch, der mit dem Curlingclub Uzwil 2005 Schweizer Meister geworden ist.

Simon Dudle
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Alter und neuer Präsident: Ugur Uzdemir (links) und Romano Ruch unterhalten sich über den EHC Uzwil. (Bild: Simon Dudle)

Alter und neuer Präsident: Ugur Uzdemir (links) und Romano Ruch unterhalten sich über den EHC Uzwil. (Bild: Simon Dudle)

Romano Ruch steht seit vielen Jahren auf dem Eis – und das durchaus erfolgreich. Platz neun an der Europameisterschaft steht als Höhepunkt zu Buche. Allerdings waren bis anhin die Rinks der Curlingfelder seine Heimat. Ganze elf Jahre lang war er Präsident des Curlingclubs Uzwil, bei der World Curling Federation (WCF) amtete er als Delegierter.

In den vergangenen Jahren hat der 64-Jährige viele Mandate abgegeben und selbst das Curlingspielen auf ein Minimum reduziert. Als er aus den Reihen des EHC Uzwil vor einigen Wochen angefragt wurde, ob er das Amt des Präsidenten übernehmen wolle, musste er dies zuerst sacken lassen. Zwei Heimspiele später war sein Feuer entfacht und Ruch sagte am letzten Samstag nach dem 5:3-Heimsieg im 1.-Liga-Derby gegen Herisau zu.

Uzdemir bleibt noch ein halbes Jahr im Vorstand

Die Meldung des Präsidentenwechsels an sich kommt wenig überraschend. Bereits im Juni hatte Präsident Ugur Uzdemir angekündigt, das Amt noch dieses Jahr abgeben zu wollen – aus beruflichen, privaten und auch gesundheitlichen Gründen. Wollte er dies vorerst an einer ausserordentlichen Versammlung im September machen, so wird diese nun im Monat Dezember angesetzt. Uzdemir wird noch bis Saisonende im Vorstand verbleiben, um Ruch adäquat einzuführen. Bereits gestern hat der Ur-Uzwiler an der ersten Vorstandssitzung teilgenommen.
Auch wenn es für Romano Ruch die erste Funktion innerhalb des EHC Uzwil ist, so fühlt er sich seit Jahren mit dem Verein verbunden. Als Jugendlicher erlebte er die grossen Zeiten, als der Verein in der Nationalliga B spielte, im wahrsten Sinne des Wortes hautnah mit. «2000 bis 3000 Personen standen in der noch nicht überdachten Uzehalle dicht gedrängt. Man hat sich zweimal überlegt, ob man wirklich aufs WC wollte», sagt Ruch. Grosse Namen wie Hugo Leuenberger wurden im gleichen Schulhaus beschult wie Ruch.

Die Schulden bis Ende Saison abtragen

Ruch entschied sich als Aktiver für den Fussball und spielte beim FC Uzwil und auch beim FC Wil, ehe ihn eine Verletzung aufhören liess. Seit vier Jahren ist der ehemalige Devisenhändler und dreifache Familienvater pensioniert, was die Frage mit sich bringt, wie lange Ruch das Amt beim EHC Uzwil ausüben will. «Mehrere Jahre», sagt er, ohne weitere Details zu nennen.
Im Grundsatz will er die von Uzdemir und dem Vorstand geleistete Arbeit weiterführen. Ein wichtiger Bestandteil sind die Finanzen. Unter Uzdemir wurden die Schulden laut dessen Angaben von 170000 Franken auf aktuell rund 15000 bis 20000 reduziert. Das Ziel ist, bis zum Saisonende eine schwarze Null präsentieren zu können. Ein Hauptaugenmerk wird auch auf die Nachwuchsabteilung gelegt, wo derzeit ein grosses Loch klafft. «Unser Ziel ist, diese Lücke zu schliessen, so dass künftig wieder Spieler aus dem eigenen Nachwuchs den Sprung ins Fanionteam schaffen», sagt Ruch. Mit diesem soll dieses Jahr die Playoff-Qualifikation erreicht werden, also mindestens Platz acht bei zehn teilnehmenden Teams.