UZWIL: Der Vorplatz bleibt autofrei

Trotz Kritik aus der Bevölkerung hält der Gemeinderat an seinem Entscheid fest, vor dem neuen Gemeindehaus keine öffentlichen Gratisparkplätze zu erstellen.

Urs Bänziger
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Parkplätze gibt es vor dem neuen Uzwiler Gemeindehaus keine, dafür einen grossen Velounterstand. (Bild: Urs Bänziger)

Parkplätze gibt es vor dem neuen Uzwiler Gemeindehaus keine, dafür einen grossen Velounterstand. (Bild: Urs Bänziger)

Urs Bänziger

urs.baenziger@wilerzeitung.ch

Dass vor dem neuen Gemeindehaus keine Autos parkiert werden dürfen, hat in Uzwil für erregte Gemüter gesorgt (Wiler Zeitung vom 12. Juli). In Leserbriefen wurde der Gemeinderat deswegen kritisiert. Eine Einwohnerin hat sich darüber beklagt, dass die Uzwiler Behörde bei diesem Entscheid nicht an die Alten und Gehbehinderten gedacht habe. Ein anderer Leserbriefschreiber findet ein Gemeindehaus ohne einen Parkplatz eine «Lachnummer». Trotz dieser Kritik weicht der Gemeinderat nicht von seinem Entscheid ab. Es bleibt dabei: Vor dem Gemeindehaus gibt es keine Parkplätze, schon gar nicht gratis.

Einen bis zwei Behindertenparkplätze

Gemeindepräsident Lucas Keel wehrt sich gegen den Vorwurf, der Gemeinderat habe nicht an die Alten und Gehbehinderten gedacht. Es werde einen bis zwei Behindertenparkplätze geben, stellt er klar. Ob diese hinter dem Neubau oder direkt daneben erstellt werden, kann er noch nicht sagen. Zudem sei der Zugang zum neuen Gemeindehaus für handicapierte Menschen stufenlos gewährleistet, was eine Verbesserung gegenüber der heutigen Situation sei. Denn weder in der Gemeindeverwaltung an der Bahnhofstrasse noch an der Flawilerstrasse gebe es einen behindertengerechten Eingang.

Für die körperlich gesunden Besucher des Gemeindehauses bleibt es indes dabei: Sie müssen ihre Autos auf dem Parkplatz an der Lindenstrasse abstellen und etwas dafür bezahlen oder sonst wo parkieren. Das Regime der Parkplatzbewirtschaftung im Zentrum von Uzwil, das heute ebenfalls bei den Gemeindeverwaltungen gelte, werde nicht geändert, sagt Keel. Ausser den Behindertenparkplätzen gebe es beim neuen Gemeindehaus keine reservierten Parkplätze; für niemanden, auch für das Gemeindepersonal nicht.

«Alle Parkplätze sind öffentlich, mit allen Konsequenzen», betont der Gemeindepräsident. Er vergleicht den Vorplatz des Gemeindehauses mit einem Schulhausplatz, wo ja auch nicht parkiert werden dürfe. «Im Gemeindehaus werden Einwohner und Mitarbeitende ein- und ausgehen. Bei einem solchen Personenstrom wären vor- und wegfahrende Auto ein Sicherheitsrisiko. Schwierig und aufwendig wäre zudem die Kontrolle von kostenlosen Kurzeitparkplätzen», gibt Keel zu bedenken.

Auch wenn Besucher nicht direkt vor dem neuen Gemeindehaus parkieren dürfen, müssen sie in Zukunft wohl nur noch ein paar Schritte gehen. Denn wie der Gemeindepräsident sagt, ist im Zuge der Umnutzung des Benninger-Areals geplant, den Parkplatz an der Lindenstrasse weiter südlich, Richtung Gemeindehaus, zu verlegen. Dann müssten die Besucher nur noch die Strasse überqueren – vorausgesetzt, sie finden einen freien Parkplatz.