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UZWIL: Dealende Oma entdeckt ihr Herz

Mit «Paulette – Oma zieht durch», einer witzigen Krimikomödie, die mit Altersarmut und Drogenverkauf aktuelle Themen anspricht, ist die «Gas gibt Kultur»-Saison erfolgreich ins achte Jahr gestartet.
Kathrin Meier-Gross
Paulette (rechts) ist verzweifelt, da können auch die Freundinnen nicht helfen. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Paulette (rechts) ist verzweifelt, da können auch die Freundinnen nicht helfen. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Kathrin Meier-Gross

redaktion@wilerzeitung.ch

Ende der Herbstferien – so früh wie dieses Jahr ist die «Gas gibt Kultur»-Saison noch nie gestartet. Entsprechend war der Event nicht ganz ausverkauft, aber dennoch gut besucht. Hanspeter Haltner, Gemeinderat und interimistischer Leiter der technischen Betriebe Uzwil, versprach den Gästen einen unterhaltsamen Abend und warb für die weiteren Vorführungen. Ein grosses Dankeschön sprach er der künstlerischen Leiterinnen, Susanna Wipf Fischer und Rita Zahner aus, die im Hintergrund für das Zustandekommen der Veranstaltungen sorgen.

Wahrer Hintergrund humorvoll und überspitzt

Paulettes Geschichte basiert auf einem Zeitungsartikel. Darin wurde von einer alten Frau berichtet, die in den Vorstädten von Paris Drogen verkauft hat, um finanziell irgendwie über die Runden zu kommen. Studenten und ihr Dozent haben das Thema aufgegriffen und ins Kino gebracht. Der Film «Paulette» von Jérôme Enrico hatte in Frankreich ein Millionenpublikum.

Die a.gon Theater GmbH in München hat die Krimikomödie von Anna Bechstein diesen Frühling uraufgeführt. Für die Hauptrolle der Paulette konnte die aus vielen Fernsehrollen bekannte Diana Körner verpflichtet werden. Die Schauspielerin hat die Wandlung von einer einsamen, rassistischen und boshaften Witwe zur geschäftstüchtigen, grosszügigen und liebenden Frau mit Verve dargestellt. Paulette, die von einer Minirente leben muss, ist verbittert und behandelt ihren dunkelhäutigen Enkel äusserst lieblos. Als schliesslich der Gerichtsvollzieher ihren wenigen Hausrat pfändet, bittet sie den umtriebigen Gauner Vito, als Dealerin für ihn arbeiten zu dürfen. Trotz Konkurrenten kann sie sich in diesem Business bewähren und findet mit wachsendem Wohlstand auch wieder den Bezug zur Familie ihrer Tochter.

Dem zehnköpfigen Theaterensemble ist es gelungen, Themen wie Altersarmut, Rassismus, Drogen und soziale Ausgrenzung mit Leichtigkeit und Humor darzustellen. Es war denn auch ein Anliegen von Regisseur und Autor Jérôme Enrico aufzuzeigen, dass es junge Leute gibt, die keinen Zugang zur Gesellschaft haben und sich auf das Dealen oder dergleichen verlegen. Und Alte, die nicht mehr dazugehören. Paulette jedenfalls hat mutig ihr Leben neu aufgegleist.

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