UZWIL: Das ewig Kreuz mit Glas

Susanne Mohn und Georges Radzik betreiben seit 15 Jahren eine Glaswerkstatt in Uzwil. Das Paar schafft Kunstwerke und bietet Workshops und Bastelkurse an.

Yves Weibel
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Georges Radzik mit einem seiner Kunstwerke aus Murini-Glas.

Georges Radzik mit einem seiner Kunstwerke aus Murini-Glas.

Yves Weibel

yves.weibel@wilerzeitung.ch

Seit 2002 betreiben Susanne Mohn und Georges Radzik die m+r Glaskunst GmbH im Herzen von Uzwil. Die beiden Künstler bearbeiten in ihrer Werkstatt Glas auf verschiedenste Weise. Begonnen hat ihre Leidenschaft vor zirka 18 Jahren. Seither sind die beiden Künstler vom Glas­virus infiziert.

Fortschritt durch Rückschritt

«Als Quereinsteiger muss man sich die Grundlagen in der Theorie und Praxis hart erarbeiten. So kann es durchaus vorkommen, dass Objekte mit einem Bruch aus dem Ofen kamen», sagt Radzik mit einem Schmunzeln. In den bald 20 Jahren, in denen die beiden Künstler nun mit Glas arbeiten, bildeten sie sich in Kursen im In- und Ausland bei internationalen Künstlern weiter und erarbeiteten sich so auch in der Praxis grosse Erfahrungen. Ebenfalls lernten sie neue Techniken der Glasbearbeitung kennen.

Mit ihrem Atelier haben sie sich vor 15 Jahren selbstständig gemacht. «Ich hing meinen Job an den Nagel und arbeitete nur noch mit Glas», erzählt der Uzwiler, «jedoch ist die Nachfrage in der Schweiz eher klein.»

Schweizer Künstler haben es schwer

In anderen Ländern gebe es einen grösseren Markt für die Glaskunst. Für Schweizer Künstler sei es schwierig, im Ausland auszustellen: «Wir haben es schwer, da die Schweiz eine Insel darstellt. Wenn man im Ausland an einer Ausstellung teilnehmen will, kann man nicht einfach über die Grenze fahren. Man muss jedes einzelne Stück auflisten und verzollen», erklärt Radzik. Diese Bürokratie koste Künstler viel Geld.

Glaskunst sei aber nicht, wie man annehmen könnte, fragil. «Glas kann sehr gut auch draussen aufgestellt werden, da es witterungsbeständig ist. Daher kann Glas sehr gut beispielsweise im Garten für Skulpturen, als Sichtschutz oder Raumteiler verwendet werden», erklärt der Uzwiler Künstler. Ausserdem lasse sich Glas auch ausgezeichnet mit anderen Werkstoffen verbinden.

Mit Glas kann aber auch sehr filigran gearbeitet werden. So tut dies beispielsweise auch Susanne Mohn, die den ­Betrieb führt. Ihr Metier ist das Wickeln von Glasperlen. Sie engagiert sich im Verein Mutperlen und stellt ihre eigens dafür gestalteten Perlen dort zur Verfügung.

Eine Ausstellung als zukünftiges Ziel

Auch Inspirationen von aussen sind dem Uzwiler wichtig. So brachte ihn ein australischer Künstler beispielsweise auf die Spur der Murini (siehe Kasten). «Die ersten Murini habe ich 2001 gemacht. Dazu habe ich einen Kurs besucht, als der Australier diese Technik verbreitet hat», ­erinnert er sich. Da Radzik schon einen grossen Erfahrungsschatz mit Glas besessen habe, sei ihm die Arbeit mit dem heissen Glas leicht gefallen.

In naher Zukunft will der Uzwiler Künstler sicherlich noch eine Ausstellung durchführen. Wie sie genau aussehen wird, lässt er allerdings noch offen: «Ich will mich nicht zu sehr festlegen, aber ich denke, es wird in Richtung Glasschliff gehen. Den Ausstellungsort werde ich mir sehr gut aussuchen.»

Im offenen Atelier kann nach Übereinkunft jederzeit ein Arbeitsplatz gemietet und die ­Infrastruktur genutzt werden. «Aufgrund der geringeren Nachfrage haben wir unser Kursangebot reduziert», erklärt Radzik, «wir können so aber auch besser auf individuelle Wünsche eingehen.» Die Künstler organisieren ebenfalls Bastelkurse für Kinder.

Weitere Infos und Werke unter:

www.mr-glaskunst.com