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UZWIL: Caramelbier und Orangencrème

Dass Bier und Poesie eine sinnlich, erheiternde Kombination sein können, erlebten die Gäste des ersten Jubiläumsanlasses der Gemeindebibliothek. Bierbrauer Adi Schmid stellte seine Leidenschaft vor.
Kathrin Meier-Gross
Bierdegustation in der Uzwiler Gemeindebibliothek – ein mundendes und spannendes Erlebnis. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Bierdegustation in der Uzwiler Gemeindebibliothek – ein mundendes und spannendes Erlebnis. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Kathrin Meier-Gross

redaktion@wilerzeitung.ch

Eine Bierdegustation in der Gemeindebibliothek. Das hat’s in Uzwil noch nie gegeben. Entsprechend nervös ist die Leiterin Jolanda Erismann, als sie und ihre Mitarbeiterinnen die Gäste begrüssen. Ein Ziel hat sie bereits erreicht: es sind auch einige Männer hier, die sonst eher selten eine Bibliothek betreten.

Adi Schmid, ausgebildeter Informatiker, diplomierter Biersommelier, Brauer aus Leidenschaft und Boss der Biergarage in St. Gallen, zieht die Frauen und Männer von Beginn weg in seinen Bann. Zuerst aber lässt er alle ein tiefrotes Bier kosten. «Erfrischend, fruchtig und gut», lautet der allgemeine Tenor auf das belgische «Liefmans».

Mit dem Bier-Virus infiziert

Und schon ist man mittendrin in der Geschichte des Bierbrauens, das in vorchristlicher Zeit seinen Anfang genommen hat. Auch Gemeinderätin Renate Graf erinnert in ihrem Begrüssungswort an mittelalterliche Bierbräuche. «Belgier sind Bierkünstler. Sie scheren sich nicht gross um Vorschriften, brauen dafür starke Biere», sagt Adi. Vom Bier-Virus angesteckt wurde er, der aus einer «Weinfamilie» stammt, als er vor zwölf Jahren einen Braukurs besuchte. Richtig ausgebrochen ist das Fieber dann während einer Weltreise, als er realisierte, dass Schweizer Biere überall höchstes Ansehen geniessen. Wieder Zuhause ging’s Schlag auf Schlag: Rezepte entwerfen, Ausrüstung kaufen, Brauversuche starten, Ausbildung zum Biersommelier. Genug geredet. Adi bittet zum Apéro. Sprinz und ein Schaffrischkäse werden zu «Lady» und «Blondine» aus Adi’s Biergarage serviert.

Bier, Würste, Brot und Geschichten

Wer sich nun fragt, wo denn bei dieser Bierdegustation die Poesie steckt, der kennt das initiative Bibliotheksteam nicht. «Mit ihren zwanzig Jahren ist die Bibliothek erwachsen geworden. Sie wird sich kreativ und zukunftsorientiert weiterentwickeln», zeigt sich Jolanda Erismann überzeugt. Und lädt die Gäste dazu ein, «Icon Poet» zu spielen. Dabei erhält jede Gruppe fünf Würfel mit Symbolen, aus denen innert wenigen Minuten eine Geschichte oder ein Gedicht formuliert und vorgetragen werden muss. Eine Aufgabe, die von allen mit Eifer und Spass angegangen wird. Poetisch auch, wie Adi sein nächstes Bier «Oldtimer» ankündigt. «Lieblich-herb, mit Caramelnote und uralten Hopfensorten». Dazu werden Würste und Laugenbrot serviert.

Nicht trinken, sondern in Gemeinschaft geniessen

Bei der nächsten Icon-Spielrunde wird die Siegergruppe bestätigt. (Icon Poet kann in der Bibliothek ausgeliehen werden). Jetzt überrascht Adi die Gaumen seiner Gäste mit einem roten Sauerbier aus Polen, das mit Lactobazillen angesetzt worden ist. Unterhaltsam erzählt er Anekdoten rund ums Hopfengebräu und gibt Tipps, wie das Getränk behandelt sein will. Und vor allem dunkel und kühl gelagert werden müsse. «Bier ist spannend und lässig. Auf das Empfinden haben auch Etikette, Farbe und Präsentation einen Einfluss», weiss Adi. Martin Graf fügt an, dass Bier nicht einfach getrunken, sondern in Gemeinschaft genossen werden solle. Zum Dessert gibt’s ein sättigendes Porterbier und ein Swiss Pale Ale aus Abtwil. Dazu Schokopralinen und Orangencrème.

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