UZWIL: Bilder so präzise wie eine Fotografie

Pia Roshardt war eine bekannte Malerin und Zeichnerin aus Niederuzwil. Durch eine Schenkung ist die Gemeinde in den Besitz von 30 ihrer Werke gekommen.

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Pia Roshardt hat als Blumen- und Tiermalerin sowie als Zeichnerin einen festen Platz in der Schweizer Kunstgeschichte. Ihr Schaffen orientierte sich an der Natur. Mit schier unglaublicher Präzision schuf sie Bilder, die es mit jeder Fotografie aufnehmen können. Pia Sophie Roshardt-Meinherz wurde 1892 in Niederuzwil geboren und ist dort aufgewachsen. 1975 verstarb sie in Zürich. Wer nach ihr googelt, findet Dutzende ihrer Bilder in Büchern und auf Postkarten. 1962 schuf sie Briefmarken für die Pro Juventute. Eine grosse Schaffenskraft zeichnete sie aus.

Doch im Verlauf der Jahre haben sich die Spuren der Nieder­uzwiler Künstlerin verwischt. Deshalb machte sich die Gemeinde auf die Suche nach ihr, die anlässlich einer Ausstellung zu ihrem 70. Geburtstag im Singsaal des Oberstufenzentrums an der Schöntalstrasse ins Goldene Buch der damaligen Gemeinde Henau schrieb: «Ich bin glücklich, so viele Freunde zu finden.» Die Gemeinde stiess bei ihren Recherchen schliesslich auf entfernte Verwandte der Künstlerin.

Inés Hubacher – Pia Roshardt war ihre Urgrosstante – hat nun namens ihrer Familie der Gemeinde Uzwil 30 Zeichnungen der Künstlerin geschenkt, dazu auch Bücher, Postkarten und den Handentwurf des Kinderbuches «Familie Mungg», welches Pia Roshardt illustriert hat.

Werke der Künstlerin auf Dauer erhalten

Anlässlich der Übergabe habe die Schenkerin gesagt, dass die Werke an Pia Roshardts Geburtsort am richtigen Ort seien, berichtet der Uzwiler Verwaltungsleiter Thomas Stricker. Hier würden sie geschätzt. Sie habe Vertrauen in die Gemeinde, dass die Werke im Sinne der Künstlerin auf Dauer erhalten werden. Und was plant die Gemeinde mit dem Nachlass der Künstlerin? Vor allem begegne sie ihm mit Respekt und freue sich über das wertvolle Geschenk, sagt Stricker. Mehr möchte er noch nicht verraten.

Bisher habe sich niemand finden lassen, der die Künstlerin gekannt habe. An einer Gedenkausstellung von 1983 wurde Pia Roshardt so beschrieben: «Sie hatte grosse braune Augen, welche meist glücklich in die Welt blickten, eine schöne, helle, klare Stimme mit herrlichem Lachen. Sie war eine Erscheinung mit Noblesse wie ihre Kunst.» (red)