Uzwil baut Tagesstrukturen aus: Schulferien in der «Kita»

Ab dem 11. Februar weitet die Schule Uzwil ihr Betreuungsangebot aus. Neben dem Mittagstisch stehen neu auch eine Morgen- und Nachmittagsbetreuung sowie eine Ferienbetreuung zur Verfügung. Der Versuch dauert vorerst drei Jahre.

Andrea Häusler
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Seit rund zehn Jahren bietet die Schule Uzwil einen Mittagstisch an: in Uzwil, Niederuzwil und Henau. Das Angebot soll nun mit Betreuungsangeboten vor und nach den Unterrichtszeiten sowie während der Ferien erweitert werden. Standort der ausserschulischen Betreuung ist das Schulhaus Neuhof in Uzwil.(Bild: PD)

Seit rund zehn Jahren bietet die Schule Uzwil einen Mittagstisch an: in Uzwil, Niederuzwil und Henau. Das Angebot soll nun mit Betreuungsangeboten vor und nach den Unterrichtszeiten sowie während der Ferien erweitert werden. Standort der ausserschulischen Betreuung ist das Schulhaus Neuhof in Uzwil.(Bild: PD)


Lange stand die Schule Uzwil in Sachen Tagesstrukturen hinter den Nachbargemeinden Flawil und Wil zurück. Und oft genug war dies Anlass zu Kritik. Fehlende Betreuungsangebote für Kindergarten- und Primarschüler hatten im Herbst 2017 die SP auf den Plan gerufen, welche dem Bedürfnis mit der Lancierung einer Volksmotion Nachdruck verleihen wollten. Unmittelbar erfolgreich war der Vorstoss zwar nicht, doch er hatte zumindest die Diskussion um einen Ausbau der Tagesstrukturen neuerlich entfacht. Jetzt macht die Schule Uzwil Nägel mit Köpfen. Ab dem 11. Februar werden den Kindergärtlern sowie Primarschülern von Uzwil, Niederuzwil  und Henau Betreuungsplätze angeboten, die über die Unterrichtswochen hinaus auch in der Ferienzeit beansprucht werden können. Wie gross die Nachfrage tatsächlich ist, werde sich zeigen, sagt Patrick Hilb, verantwortlicher Schulleiter im Neuhofschulhaus. Zwar sei man bisher von Anfragen nicht überrannt worden, doch sei er zuversichtlich, dass die Nachfrage auf den Start des neuen Schuljahres im August steigen wird. Neue Angebote bräuchten Zeit, um sich zu etablieren, weiss er: «Als vor rund zehn Jahren der Mittagstisch eingeführt wurde, waren die Belegungszahlen relativ tief. Heute ist dieser nicht mehr wegzudenken.»

Kurzfristige Anmeldungen möglich

Um der Vormittags-, Nachmittags und Ferienbetreuung den Start zu erleichtern, setze man in der Startphase bewusst auf ein hohes Mass an Flexibilität: «Anmeldungen sind jederzeit online möglich.» Buchbar sind verschiedene Module: morgens von 06.30 bis 8.00, mittags von 11.40 bis 13.30/13.30 bis 15.30 und nachmittags von 15.30 Uhr bis 17 Uhr sowie 17 Uhr bis 18 Uhr. Während der Ferien werden Vormittags-, Nachmittags- und Ganztagsmodule angeboten. Wobei die Anmeldung für die Ferienbetreuung aufgrund der Personalplanung doch mit rund einem Monat Vorlaufzeit erfolgen müsse, wie Patrick Hilb sagt.

Der Mittagstisch wird an drei Standorten angeboten: im Neuhofschulhaus in Uzwil, im Saal der evangelisch-methodistischen Kirche in Niederuzwil sowie in Henau. Die neue Tagesbetreuung hingegen wird vorderhand am Standort Uzwil konzentriert. Von hier aus werden Kindergärtler von Uzwil und Niederuzwil zum Kindergarten und zurück begleitet. Henauer Kindern wird weiterhin der Mittagstisch angeboten – ins erweiterte Betreuungsangebot eingebunden wird das Dorf vorderhand jedoch nicht.

Fünf neue Gesichter

Der Ausbau der Tagesstrukturen verlangte auch eine Erhöhung des Personalbestands. Vier Betreuungspersonen seien zusätzlich verpflichtet worden, sagt Patrick Hilb. Diese arbeiteten allesamt im Stundenlohn und verfügten über Berufsausbildungen im schulischen oder sozialen Bereich und/oder bereite Erfahrung im Umgang mit Kindern. Einzige Festangestellte ist Martina Stäheli, die zu 25 Prozent für die Betreuung der Kinder zuständig ist und 15 Stellenprozente für administrative Aufgaben aufwendet.

Das Betreuungsteam setzt einen pädagogischen Schwerpunkt auf das gemeinsame Erfahren und Erleben, die Pflege sozialer Kontakte. Wobei die Kinder sämtlicher Schulstufen in einer altersdurchmischten Gruppe betreut würden. «Es besteht auch die Möglichkeit, die Hausaufgaben während der Betreuungszeit zu erledigen. Die Betreuerinnen und Betreuer bieten dazu ihre Hilfe, jedoch keinen Nachhilfeunterricht an», macht Hilb klar.

1.50 bis 8.45 Franken für das Morgenmodul

Für die schulergänzende Betreuung hat die Stimmbürgerschaft über das Budget 300000 Franken bewilligt. Zwei Drittel der Betreuungskosten dürften laut Schulleiter Patrick Hilb einkommensabhängig zu Lasten der Eltern gehen. Die Betreuungszeiten werden in Modulen abrechnet. Zu welchen Kosten?  Hilb macht dazu ein Beispiel: «Für eine Morgenbetreuung mit Frühstück zahlen Eltern je nach finanziellen Verhältnissen zwischen 1.50 und 8.45 Franken.» Die restlichen 33 Prozent der Kosten gingen zu Lasten der Schule/Gemeinde. So zumindest die Prognose. Hilb ist allerdings skeptisch: «Persönlich gehe ich im Moment eher von einem Verhältnis von 50:50 aus.»

Für weitere Informationen steht Martina Stäheli unter Telefon 079 557 88 25 zur Verfügung.