UZWIL: Bauprojekt verzögert sich

Die Genossenschaft Wohnen 60 plus will eine Überbauung mit 25 altersgerechten Wohnungen realisieren. Die Finanzierung gestaltete sich schwieriger als erwartet. Der Baubeginn ist im Frühjahr 2019 geplant.

Philipp Stutz
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Die Glocken der katholischen Kirche Oberuzwil. (Bild: PD)

Die Glocken der katholischen Kirche Oberuzwil. (Bild: PD)

Philipp Stutz

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@wilerzeitung.ch

Die Baubewilligung ist erteilt, doch kam es im Zeitplan zu Verzögerungen von rund drei Monaten. Die mutmasslichen Kosten lägen rund 750000 Franken über der Schätzung, informierte an der Hauptversammlung Horst Kämpfen, der im Vorstand für die Finanzen zuständig ist. Es wird mit Gesamtkosten von 10,7 Millionen Franken gerechnet. Das bedeutet, dass die Genossenschaft nochmals 1,2 Millionen Franken Eigenkapital zu beschaffen hat.

«Wir sind froh um jeden Anteilschein, der gezeichnet wird», sagte Kämpfen. Das Interesse in der Bevölkerung zeige, dass das Bauvorhaben einem Bedürfnis entspreche. Die Gemeinde Uzwil hat sich mit einem Darlehen von 50000 Franken als Startkapital beteiligt, die Katholische Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil mit 40000 Franken. René Baer schlug vor, an der Bürgerversammlung einen Antrag zu stellen, damit sich die Gemeinde noch mehr engagiert.

Wohnungen sollen 2020 bezogen werden

Wie Präsident Werner Dintheer erklärte, wurden im vergangenen Dezember die Grundlagen für das erste Submissionspaket erarbeitet, das unter anderem den Aushub beinhaltet. Der Neubau kommt auf ein Grundstück an der Fichten-/Neuheimstrasse zu stehen. Das Areal wird südlich vom Wohnheim Buecherwäldli und nördlich vom Kindergarten begrenzt («Wiler Zeitung» vom 6. Dezember 2017). «Bis zu den Sommerferien hoffen wir, im Besitz des kompletten Voranschlags zu sein», sagte Werner Dintheer zu den anwesenden 44 Genossenschaftern an der HV. Im Herbst soll mit dem Aushub und im nächsten Frühjahr mit den Bauarbeiten begonnen werden. Ziel ist es, dass die Wohnungen im Winter 2020 bezogen werden können.

«Das vergangene Jahr war geprägt von planerischen und finanziellen Herausforderungen», sagte Werner Dintheer. «Strategische Entscheide mussten im Einklang mit gesetzlichen Vorschriften, mit Vorgaben für den Bau von Alterswohnungen, aber auch im finanziellen Bereich gefällt werden.» Die Mittelbeschaffung habe sich als intensiv und zeitaufwendig erwiesen. Basierend auf der damaligen Kostenschätzung von 10,03 Millionen Franken, konnte Anfang August mit der St. Galler Kantonalbank eine Hypothek von 7,5 Millionen Franken abgeschlossen werden.

Die zu beschaffenden Eigenmittel der Genossenschaft belaufen sich auf 2,5 Millionen Franken. Bis Ende 2017 haben 76 Personen Anteilscheine im Betrag von 884000 Franken gezeichnet. Seither sind noch weitere Zeichnungen eingetroffen, sodass aktuell 83 Genossenschafter insgesamt 1,06 Millionen Franken Anteilscheinkapital gezeichnet haben. Alle bis Ende 2017 anfallenden Kosten konnten beglichen werden.

Darlehen aus dem Fonds de roulement

Die Genossenschaft hat ein Gesuch um ein Darlehen aus dem Fonds de roulement des Bundesamtes für Wohnungswesen gestellt. Aus diesem Grund mussten die Statuten angepasst werden. Der Statutenänderung wurde diskussionslos zugestimmt. Die Vorprüfung des Gesuchs sei positiv verlaufen, sagte Dintheer. Man sei zuversichtlich, ein Darlehen von 1 Million Franken (pro Wohnung 40000 Franken) zugesprochen zu bekommen.

«Noch sind wir mit den Finanzen nicht am Ziel», bilanzierte Dintheer. Er zeigte sich aber überzeugt, dass man gemeinsam die notwendigen Mittel zur Erreichung des geforderten Eigenkapitals bis zu den Sommerferien erreichen werde.