UZWIL: Baumriese ziert alte Villa

In Zuzwil löste die Fällung eines Mammutbaumes heftigen Protest aus. Ein noch grösseres Exemplar steht in Uzwil.

Philipp Stutz
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Der Mammutbaum im Park der Villa Tasso. (Bild: Philipp Stutz)

Der Mammutbaum im Park der Villa Tasso. (Bild: Philipp Stutz)

«Bäume sind Heiligtümer», wusste schon Hermann Hesse. Das gilt besonders für Mammutbäume. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind sie in Mitteleuropa vorzufinden. Die Baumriesen sind nicht selten in Parkanlagen anzutreffen. So auch bei der Villa Tasso in Uzwil, die 1897 erbaut worden ist und unter Schutz steht. Es handelt sich um ein herrschaftliches Haus an einem etwas verwunschenen Ort, der von der Sonnenhügelstrasse her nicht einsehbar ist.

Das Gebäude besteht aus Sichtbackstein, und die Räume werden heute als Büros genutzt. Die Villa, die im Eigentum der Firma Bühler steht, besticht durch ihre ursprüngliche Erscheinung mit der besonderen Fassadengestaltung. Ein moderner Anbau fügt sich ins Ensemble ein.

Unmittelbar bei der Villa steht ein mächtiger Mammutbaum, der ebenfalls in der Schutzverordnung der Gemeinde Uzwil Aufnahme gefunden hat. «Meines Wissens ist er der grösste seiner Art in der Region», sagt Revierförster Bruno Cozzio. Der Baum dürfte zwischen 40 bis 50 Meter hoch und über hundert Jahre alt sein.

Verglichen mit ihren Kollegen in Übersee sind die Mammutbäume hierzulande keine Giganten. In Nordamerika etwa können sie bis zu 80 Meter hoch werden. Dennoch ist auch das Uzwiler Exemplar mit seinen dicken Stämmen beeindruckend. Früher galten Mammutbäume als Symbol für Reichtum und Wohlstand und durften vor allem in Parks von Fabrikanten nicht fehlen. Sie ziehen noch heute die Aufmerksamkeit auf sich und wecken Erinnerungen. Da erstaunt es wenig, dass sich in Zuzwil Widerstand gegen die Fällung eines solchen Mammutbaumes breitmachte. Der Protest manifestierte sich in einer Unterschriftensammlung. Der Baum wurde trotz des Widerstands gefällt.

Philipp Stutz

philipp.stutz@wilerzeitung.ch