UZWIL: «Alte Bank»: Kein Entscheid

Wer in Uzwil wohnt, zahlt weniger Steuern. 333 Stimmberechtigte oder 4,5 Prozent haben das Budget und den um 7 Prozentpunkte gesenkten Steuerfuss für 2018 genehmigt.

Andrea Häusler
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Gemeindepräsident Lucas Keel hatte speziell in der Diskussion um den geplanten Verkauf der Liegenschaft an der Henauerstrasse 20 keinen leichten Stand. (Bild: Andrea Häusler)

Gemeindepräsident Lucas Keel hatte speziell in der Diskussion um den geplanten Verkauf der Liegenschaft an der Henauerstrasse 20 keinen leichten Stand. (Bild: Andrea Häusler)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Steuerfussenkungen sind – ein solider Finanzhaushalt und ein angemessenes Eigenkapital-Polster vorausgesetzt – selten umstritten. Entsprechend passierte die beantragte Reduktion des Gemeindesteuerfusses um sieben Prozentpunkte auf 133 Prozent an der Bürgerversammlung vom Montag ohne Diskussionen. Genauso wie der Voranschlag 2018. Dieser rechnet bei einem Umsatz von rund 72 Mio. Franken – trotz Ausfällen von rund 1,6 Mio. Franken aufgrund der Steuerfusssenkung – mit einem «vertretbaren» Defizit von 217000 Franken.

Für einiges an Zünd- und Gesprächsstoff sorgte hingegen der Antrag von Cornelia Hengartner, der den mittelfristig geplanten Verkauf der Liegenschaft «Alte Bank» an der Henauerstrasse 20 verhindern wollte. Das Haus, in dem unter anderem die gleichnamige Galerie domiziliert ist, eignete sich aufgrund der zentralen Lage in der Nähe der Niederuzwiler Schulen für verschiedene Nutzungen im Bereich der (frühkindlichen) Förderung, argumentierte sie. Die Liegenschaft sei nach dem Auszug der «Sozialen Dienste» ins alte Gemeindehaus an der Flawilerstrasse nicht mehr betriebsnotwendig, hielt Gemeindepräsident Lucas Keel dem entgegen. «Die Bürgerschaft erwartet Effizienz, dazu gehört auch, nicht mehr benötigte Liegenschaften abzustossen», sagte er.

Auseinandersetzung mit der Galerie

Über den Antrag abgestimmt wurde nicht. Der Entscheid über den Verkauf falle nicht in den Kompetenzbereich der Bürgerschaft, machte Keel deutlich, zeigte jedoch eine Alternative auf: den Gemeinderat zu verpflichten, über die Zukunft der «Galerie zur alten Bank» Bericht zu erstatten und die Kostenentwicklung aufzuzeigen.

Dieser Antrag wurde grossmehrheitlich angenommen. Der Gemeinderat ist nun im Hinblick auf die nächste Bürgerversammlung gefordert.

Radweg und Dorfgestaltung in Niederstetten

Armin Benz plädierte in einem weiteren Antrag für die gleichzeitige Realisierung des noch fehlenden Teilstücks am Radweg Henau-Wilen und der Dorfgestaltung Niederstetten. 19 Jahre warte er auf die Umsetzung des durchgehenden Radwegs, sagte Benz. «Das reicht.» Dies befand auch die Mehrheit der Stimmberechtigten. Benz Antrag wurde grossmehrheitlich gutgeheissen.

Im Übrigen berichteten die Gemeinderäte über ihre Arbeit in den verschiedenen Ressorts.