UZWIL: 51 von 71 Lehrabgängern bleiben im Unternehmen

Die Lehrabgänger der Bühler AG feierten am Mittwochabend im Gemeindesaal Uzwil ihren Abschluss. Das Unternehmen legt grossen Wert darauf, möglichst vielen von ihnen eine Perspektive in der Firma zu bieten.

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Andreas Koch und Lars Moser, die zwei Lernenden mit dem besten Notendurchschnitt über die gesamte Ausbildung, erhielten einen Check über 1000 Franken. Überreicht wurde er ihnen von Jeannine Bühler, die als Vertreterin der Besitzerfamilie anwesend war. (Bild: Gianni Amstutz)

Andreas Koch und Lars Moser, die zwei Lernenden mit dem besten Notendurchschnitt über die gesamte Ausbildung, erhielten einen Check über 1000 Franken. Überreicht wurde er ihnen von Jeannine Bühler, die als Vertreterin der Besitzerfamilie anwesend war. (Bild: Gianni Amstutz)

Die Firma Bühler zelebrierte den erfolgreichen Abschluss ihrer Lehrlinge. Von den 71 jungen Frauen und Männern aus zehn Berufen werden 51 ihre Karriere im Unternehmen weiterführen. «Es ist uns ein Anliegen, junge, fähige Leute bei Bühler zu halten», sagte Andreas Bischof, Leiter Berufsbildung. Dass es in diesem Jahr gleich so viele sind, hat wohl nicht zuletzt damit zu tun, dass der Notendurchschnitt der Absolventinnen und Absolventen mit 4,94 rekordverdächtig hoch lag. Ganze zwölf Lernende schlossen sogar mit einer Note von 5,3 bis 5,6 ab und wurden dafür ausgezeichnet. Die Anlagen- und Apparatebauer Andreas Koch und Lars Koch erreichten sogar über die gesamte Lehrzeit einen Durschnitt von 5,47 und erhielten dafür einen Check über 1000 Franken. Damit das Unternehmen jeweils möglichst vielen Auszubildenden nach ihrem erfolgreichen Lehrabschluss ein Stelle anbieten kann, setzen die Verantwortlichen bei Bühler einiges in Bewegung.

Sportlehre, Perspektiven, Auslandsaufenthalte

Das beginne beim CEO Stefan Scheiber und gehe über den HR-Verantwortlichen Christof Oswald bis hin zu den einzelnen Abteilungsleitern, die sich alle dafür einsetzten, gute Stellen für die Lernenden freizuhalten, um ihnen nach ihrer Ausbildung eine Perspektive zu bieten, erklärt Bischof. Was für die Lehrlinge die Attraktivität der Ausbildung bei Bühler ausmacht, erklärten sie gleich selbst.

Chris Brack, der mit seiner Familie vor einigen Jahren von den USA in die Schweiz gezogen war, stand vor der Wahl zwischen einer Lehre und der Matura. «Die Lehre als Automatiker bot mir etwas Handfestes. Zudem kann ich dank des dualen Bildungssystems auch später noch weiterführende Ausbildungen absolvieren», erklärte er. Timo Allemann überzeugte vor allem die Möglichkeit, bei Bühler eine Sportlehre absolvieren zu können, für eine Ausbildung im Uzwiler Unternehmen. «Ich konnte meine sportlichen Ziele mit einer guten Ausbildung kombinieren.»

Natürlich seien auch die Auslandsaufenthalte ein schönes Plus, das Lernende der Firma Bühler in Anspruch nehmen könnten, sagte Quentin Allens­pach, der als Festredner stellvertretend für alle Abgänger über seine Lehrzeit sprach. Denn rund ein Drittel aller Lehrlinge absolvieren einen Teil ihrer Lehre im Ausland. «Für mich war jedoch entscheidender, dass mir Bühler vielfältige Möglichkeiten für meine berufliche und auch persönliche Entwicklung bot», betonte er.

Junge sollen ihre Ideen einbringen

«Berufsbildung hat bei der Firma Bühler seit über 100 Jahren ­Tradition», sagte CEO Stefan Scheiber. Diese werde man auch in Zukunft hochhalten, aber auch weiterentwickeln. «Sie haben bewiesen, dass Sie Durchhaltewillen und das nötige Fachwissen besitzen. Darauf können Sie stolz sein», gratulierte Scheiber den Absolventinnen und Absolventen. Menschliche Qualitäten seien in einem Unternehmen ebenso gefragt. Das, was Erfolg aber letztlich ausmache, sei Neugier. «Sie ist der Antrieb, nicht stehen zu bleiben und sich auf seinen Erfolgen auszuruhen.» Fortschritt und Entwicklung seien auch für eine Firma wie Bühler essenziell, sagte Scheiber. Bühler wolle auch in Zukunft in Bezug auf die Berufsbildung neue Wege gehen. Die Digitalisierung soll dabei stärker in den Fokus rücken. Die Initiative könne aber auch von den Jungen kommen. Unlängst haben junge Mitarbeiter das Projekt «Generation B» lanciert. Dieses setzt sich zum Ziel, durch Vernetzung ihre Ideen in die Zukunft von Bühler einzubringen.

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch