UNTERSTÜTZUNG: Musikalische Solidarität

Mit einem Benefizkonzert sammelte die Clienia Littenheid Geld für die nationale Aktion «Jeder Rappen zählt». Das Programm wurde vor allem von Kindern und jugendlichen Patienten bestritten.

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Sie stimmten auf Weihnachten ein und animierten zum Spenden. Vater des Projekts war Dieter Rung (vorne rechts). (Bild: Thomas Riesen)

Sie stimmten auf Weihnachten ein und animierten zum Spenden. Vater des Projekts war Dieter Rung (vorne rechts). (Bild: Thomas Riesen)

Mehr als eine Stunde unterhielten die zwölf Jugendlichen und Kinder, Mitarbeiter der Clienia sowie die Berufsmusiker Marcel von Arx und Nilgün Keles die zahlreich erschienenen Besucher. Das Programm umfasste bekannte Weihnachtslieder. Die beiden Profimusiker, sie traten ohne Gage auf, zeigten ihr Können am Klavier und beim gesungenen Auftritt. Es war eine musikalische Reise durch viele Länder in verschiedenen Sprachen. Sie war stets emotional und stimmungsvoll. Die Botschaft lautete: «Hör nicht auf zu träumen.»

Die Idee, das Thema der nationalen Spendenaktion mit einem Benefizkonzert aufzugreifen, hatte Dieter Rung, Zentrumsleiter Pflege und Pädagogik der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie der Jugendpsychotherapie. Alle waren begeistert. Geprobt wurde während rund zwei Monaten. Die Herausforderung für die Lehrerinnen Patricia Kaoassi und Corinne Moser war die ständig wechselnde Besetzung des Chors. Die jungen Patientinnen und Patienten bleiben oft nicht lange in Littenheid und wurden durch neue Chormitglieder ersetzt. Eingeübt wurde das Programm vor allem in der Musikwerkstatt. «Es war ein intensiver Prozess», erinnerte sich Rung.

«Packt die Taschentücher aus»: Mit diesen Worten hatte Dieter Rung das Benefizkonzert eröffnet. Er erinnerte daran, um was es an diesem Abend ging, um die finanzielle Unterstützung für inländische Institutionen, die sich um traumatisierte, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kümmern. Auch die Clienia Littenheid wird mit solchen Fällen konfrontiert. Gedichte helfen traumatische Ereignisse zu verarbeiten.

Stellvertretend trug Rung das Gedicht eines 15jährigen Afghanen vor. Es waren seine Gedanken an die Mutter, vor der unsicheren Reise über das Meer. «Sei ruhig, sagst du zu mir und erinnerst dich daran, dass du noch da bist. Was morgen ist, das weiss ich nicht, verzeih, dass ich von morgen nichts sagen kann. Aber heute bin ich ja noch da.» (tri)