UNTERHALTUNG: Doppelte Theaterpremiere im Dreitannensaal

Erstmals gastiert das Theater Jetzt von Oliver Kühn im Sirnacher ­Dreitannensaal. Die Uraufführung von «Struwwelpeter» ist am Donnerstagabend gelungen.

Christoph Heer
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Spannung bei der Premiere des Theater-Jetzt-Stücks «Struwwelpeter» im Dreitannensaal. (Bild: Christoph Heer)

Spannung bei der Premiere des Theater-Jetzt-Stücks «Struwwelpeter» im Dreitannensaal. (Bild: Christoph Heer)

Christoph Heer

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Gross war die Spannung im Foyer des Dreitannensaals, als sich rund 100 Besucher zur Premiere von «Der Struwwelpeter» eingefunden hatten. Es war nicht nur der Premierenauftritt des knapp einstündigen Theaters, es war zugleich auch die erste Aufführung vom Theater Jetzt im Dreitannensaal. Vor drei Jahren gastierte man mit dem Stück «No Greg» noch im Saal des Restaurants Löwen. Daher sprach Gesamtleiter Oliver Kühn auch davon, mit dem Umzug in den grossen Saal den kulturellen Olymp Sirnachs zu erklimmen.

Und der Umzug gelang. Mit der drehbaren Bühne, die Tribüne gegen die Bühne hin errichtet, einer Lichtshow, die rundum passender nicht hätte sein können, und – dem Wichtigsten – motivierten Protagonisten. Die ganze Inszenierung wird dabei begleitet von den Wiler Bläserkids und den Musikern von Vendredi Soir Swing. Der «Struwwelpeter», ein Kinderbuchklassiker, besteht nicht nur aus leicht verdaulichem, humoristischem Gut. Da wird zum Nachdenken angeregt, während kleine, feine Anekdoten in Richtung der Erwachsenen abgegeben werden.

Nach dem Theater geht es an die Chilbi

Der «Struwwelpeter» überzeugt mit Mimik, Publikumsnähe und funktionierender Bühnen­technik. Dank Nähe von Nachwuchsschauspielern wie Lara Früh, Linda Barberi, Selina Colombo, Natalija Gasser und etlichen weiteren Jungschauspielern wird der aufmerksame Besucher nachfolgend in die Szenerie mit einbezogen. Valentin Hüppi spielte den Zappelphilipp und zeigte sich auch beim Medieninterview von seiner guten Seite. «Das war mein erster Auftritt mit dem Theater Jetzt, und es hat Spass gemacht. Nervös war ich nicht, bis dann die Besucher ihren Platz eingenommen haben. Da fing das Herz an, schneller zu schlagen», sagt der Wiler. Vom Premierenpublikum – Gemeindepräsident Kurt Baumann gehörte auch dazu – hörte man ausschliesslich Lob. Ob Thundorfer, Wiler, Müllheimer oder Sirnacher, «einmal mehr, ein grandioses Stück Theater», war man sich unisono einig. Bis am 20. Januar wird «Struwwelpeter» noch ei­nige Male aufgeführt. Nach dem Theater findet jeweils eine Chilbi mit diversen Spielmöglichkeiten wie Tischfussball, Dart, Flipperkasten, Büchsenwerfen u. v. m statt. Und wenn sich Suppenkaspar weiterhin weigert, die Buchstabensuppe zu essen, wird es bis zur Dernière für jeden Besucher mit Bestimmtheit reichen.