UNTERHALTUNG: Die Stimmung steigt, auch wenn kein Schnee fällt

Seit nunmehr 15 Jahren versüsst die Winterbar in Niederwil dem Ostschweizer Partyvolk in der Adventszeit das Warten auf die Festtage. Im doppelstöckigen Zelt feiern an den Wochenenden Jung und Alt.

Christoph Heer
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Am Freitag unterhielt der österreichische Schlagerstar Martin Kofler die Gäste. (Bilder: Christoph Heer)

Am Freitag unterhielt der österreichische Schlagerstar Martin Kofler die Gäste. (Bilder: Christoph Heer)

Wer vor Ort parkieren will, dem wird geraten, frühzeitig zu erscheinen. Für die anderen gibt es auch Shuttle-Busse, von Gossau herkommend. Von Donnerstag bis Samstag tanzt hier nämlich während mehrerer Wochen der Bär. Aber nicht nur, es gibt auch gesellige, gemütliche Stunden im famosen Doppelstockzelt. Nur schon der bauliche Aufwand ist ein Besuch wert. Die Tanzfläche, das Raucherabteil, die Iglu-Bar, gemütlich eingerichtete Lounges, Tischfussball und anderes mehr locken Abend für Abend viel Publikum an – und dies aus der ganzen Ostschweiz.

So auch am vergangenen Freitag. Höhepunkt hierfür war der Auftritt des österreichischen Schlagerstars Martin Kofler. Speziell an diesem Abend, wer in Lederhosen oder Dirndl erschien, für den war der Eintritt gratis.

Festzelt sukzessive vergrössert

Mit ihrem Ideenreichtum vermögen die Organisatoren immer wieder zu verblüffen. Und genau diese Stärke der Vielseitigkeit scheint der Grund für den Erfolg der Winterbar in Niederwil zu sein. Ernst Brunner und Claudia Gerig stehen hinter diesem erfolgreichen Projekt. Sie erzählen, dass bei den Bauten alle drei Jahre über die Bücher gegangen wird. «Da wir immer mehr Gäste hatten, musste auch das Zelt, welches gut drei Wochen Aufbauzeit benötigt, vergrössert werden. So haben heute bis zu 1000 Personen darin Platz», sagt Brunner.

Im OK des Vereins Event­kultur fungieren alternierend rund acht Personen, während an einem Partyabend schon mal bis zu 50 bis 60 Personen als Helfer im Einsatz sind. Besonders an den Samstagen kommen bis zu 1000 Besucher. Ohne eine logistische Meisterleistung wäre dieser Ansturm nicht zu bewältigen; auch daher, weil die Winterbar über mehrere Wochen geöffnet hat. Darin liege auch das Problem, sagt Ernst Brunner. «Da braucht es Abwechslung, sonst hast du bald mal keine Gäste mehr oder aber keine Stimmung.» In diesem Jahr hätten sie schon etliche Komplimente erhalten. Vor allem das Zelt verblüffe viele Gäste, sagt Brunner.

Leute gut, Bier gut, was will man mehr

«Nebst Geburtstagen, Firmenanlässen und musikalischen Highlights ist vielen Gästen die Aktion mit dem Esel, welcher durch das Zelt stolzierte, in bester Erinnerung», sagt Ernst Brunner mit einem Lachen. Immer wieder wird die Winterbar neu erfunden und trotzdem hat sie ihren Charme nicht verloren. Seit drei Jahren steht Sarina Huber aus Kesswil hinter der Bar. Sie sagt, dass hier einfach alles stimme. Und die Gäste aus dem Raum Uzwil meinen zufrieden: «Leute gut, Bier gut, Schnupftabak gut, Bar gut, was will man mehr.»

Christoph Heer

redaktion@wilerzeitung.ch