«Unglaublich, so etwas habe ich selten erlebt»: Elia Schmid, Captain des Tischtennisclubs Wil, trauert der verpassten Chance eines Teamkollegen nach

Der TTC Wil ist vor der Pause auf NLA-Rang vier abgerutscht. Der 23-jährige Elia Schmid findet deutliche Worte zur Leistung des Letten Matiss Burgis.

Tim Frei
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Elia Schmid, zweifacher Schweizer Meister im Einzel, spielt seine stärkste NLA-Saison: Mit 21:2 hat er die beste Bilanz der Liga.

Elia Schmid, zweifacher Schweizer Meister im Einzel, spielt seine stärkste NLA-Saison: Mit 21:2 hat er die beste Bilanz der Liga.

Bild: Hanspeter Schiess

Noch fehlen zwei Punkte. Wils Matiss Burgis liegt 9:2 vorne gegen Neuhausen-Spieler Filip Karin. Eigentlich ein sicheres Polster. Weit gefehlt: Der Lette Burgis gibt die nächsten neun Punkte ab, verliert den vierten Satz noch 9:11 und wenig später auch den entscheidenden fünften Durchgang. Es ist nicht irgendeine Niederlage – statt 5:5 endet die Begegnung zwischen den Tischtennisclubs aus Wil und Neuhausen 4:6.

Einige Tage nach dieser vergebenen Chance sind die Ostschweizer noch immer fassungslos. Elia Schmid, Teamcaptain und Spieler, sagt: «Unglaublich, so etwas habe ich selten erlebt.» Das muss etwas heissen, war er doch die Weltnummer 228 und im Schweizer Nationalkader.

Erhält Burgis eine zweite Chance?

Während der TTC Wil am vergangenen Sonntag eine bittere Niederlage bezog, trennten sich die Teams am Vortag in Wil unentschieden. Burgis bestritt in dieser Doppelrunde seine ersten Saisonspiele. Werbung in eigener Sache hat er nicht gemacht, verlor er doch alle sechs Partien im Einzel. Schmid sagt:

«Sein Kampfgeist war enttäuschend – und das nicht zum ersten Mal. Schon in der vergangenen Saison war das oft der Fall.»

Ob Burgis im Januar in den nächsten Spielen der Rückrunde wieder dabei sein wird, scheint fraglich. «Seine Leistung wird Konsequenzen haben», sagt Schmid, ohne konkreter zu werden.

 Matiss Burgis enttäuschte bei seinem Saisondébut.

Matiss Burgis enttäuschte bei seinem Saisondébut.

Hanspeter Schiess

Oscar Perman überzeugt und dürfte wieder den Vorzug erhalten

Sicher ist: Zusammen mit dem Spieler Christian Hotz, dem langjährigen Captain, wird er überlegen, wie sie sich in den nächsten Partien aufstellen werden. Voraussichtlich wird der Schwede Oscar Perman wieder spielen, der auf diese Saison hin nach Wil gewechselt hat. Er ist hinter Schmid die Nummer zwei – und auch mit ein Grund, weshalb die Wiler bisher überzeugten.

 Christian Hotz ist auf den Ball fokussiert.

Christian Hotz ist auf den Ball fokussiert.

Hanspeter Schiess

Nach dem Heimspiel gegen Neuhausen, der letzten Vorrundenpartie, lagen sie auf dem zweiten Tabellenplatz. Erst mit der Niederlage im ersten Rückrundenspiel rutschte das Team auf Rang vier ab. Damit liegen die Wiler vor der Weihnachtspause auf dem gleichen Platz wie 2018.

Direkte Halbfinal-Qualifikation ist weiterhin möglich

Schmid zieht eine positive Zwischenbilanz: «Ich bin zufrieden, wir sind im Kampf um den zweiten Platz voll dabei.» Dieser Rang nach der Qualifikation ist nach wie vor das erklärte Saisonziel. Er berechtigt zum direkten Einzug in den Playoff-Halbfinal. Damit würde der Umweg über den Viertelfinal vermieden. Vergangene Saison gelang das den Wilern nicht.

21:2 – so lautet Schmids eindrückliche Saisonbilanz. Der zweifache Einzelmeister der Schweizer Elite ist damit die Nummer eins in der Liga und war in der NLA noch nie besser. Wie erklärt er sich seinen Höhenflug? «Ich trainiere wieder mehr als in der vergangenen Saison.» Statt fünf Stunden sind es nun zwölf pro Woche.

Trainings mit ausländischem Spitzenspieler zahlen sich aus

Zudem übt er mit einem versierten ausländischen Spieler, dem Deutschen Dennis Dickhardt, der in der 2. Bundesliga spielt. «Von diesen Einheiten profitiere ich viel», sagt Schmid. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist seine mentale Stärke, gewann er doch viele umstrittene Partien.

Hält sein Hoch an, wäre dies eine gute Basis, um Rang zwei tatsächlich zu erreichen.