Ungewisse Zukunft für Bahnhof

Um den Bahnhof Mogelsberg behindertengerecht auszubauen, wären grössere Investitionen nötig. Die SOB erwägt – in Zusammenarbeit mit der Gemeinde – eine Verlegung des Bahnhalts.

Urs M. Hemm
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MOGELSBERG. Im Rahmen des Projekts Cluster 2012 der Südostbahn SOB – im Zuge dessen die Strecke zwischen Herisau und Wattwil saniert wurde – ist auch der Bahnhof Mogelsberg zum Thema geworden. «Während verschiedener Besuche auf der Cluster-Baustelle im Sommer, waren wir auch oft am Bahnhof Mogelsberg. Dabei haben wir festgestellt, dass dieser nicht nur nicht behindertengerecht, sondern auch der bauliche Zustand des Bahnhofgebäudes bedenklich ist», sagt Ursel Kälin, Mediensprecherin der SOB. Nun soll abgeklärt werden, ob der Bahnhof von Grund auf saniert wird, oder ob in Absprache mit der Gemeinde Neckertal eine Verlegung des Bahnhofs sinnvoll ist.

Grosse Investitionen fällig

«Ausschlaggebend für diese Überlegungen ist das Behindertengleichstellungsgesetz», erläutert Martin Gross, Leiter Anlagemanagement der SOB. Um diesem gerecht zu werden, wären verschiedene bauliche Massnahmen nötig, wie beispielsweise die Erhöhung der Perronkante auf den heutigen Standard P55, was einer Höhe von 55 Zentimetern entspricht. Zudem müsste eine Lösung gefunden werden, damit der Übergang zum zweiten Gleis behindertengerecht ist. «Werden bei kleinen, alten Bahnhöfen grössere Investitionen fällig, wird abgeklärt, ob auch eine Verlegung eine Option wäre, weil oft in kürzeren Abständen weitere bauliche Massnahmen nötig werden.

Gemeinderat nicht überzeugt

Der Bahnhof Mogelsberg wurde 1909 gebaut und entsprach zwar den damaligen lokalen Anforderungen. Seither hat sich aber baulich viel verändert, was die Frage nach einem eventuell besserem Standort aufwirft und der Gemeinde Neckertal zwei Vorschläge unterbreitet», so Martin Gross. Dabei handle es sich jedoch lediglich um Vorabklärungen, ob eine Verlegung des Bahnhofs für alle Vorteile bringen würde. Entschieden sei zu diesem Zeitpunkt noch nichts, betont Martin Gross.

Es sei richtig, sagt Vreni Wild, Gemeindepräsidentin von Neckertal, dass die SOB mit zwei Studien zu Standorten an die Gemeinde herangetreten sei, was der Gemeinderat grundsätzlich sehr begrüsst hat. «Die vorgeschlagenen Standorte erfüllen jedoch hauptsächlich die Vorgaben der SOB, was beispielsweise die Betriebssicherheit angeht, aber nicht die Anforderungen der Gemeinde», so Vreni Wild. Der Gemeinderat habe der SOB mitgeteilt, dass sich das Dorf Mogelsberg voraussichtlich in Richtung des bestehenden Bahnhofs entwickeln werde. «Sollte eine andere Lösung angestrebt werden, sind die Nähe zum Dorf, ein vereinfachter Zugang sowie genügend Parkplätze für Nutzer des öffentlichen Verkehrs Bedingungen aus Sicht der Gemeinde, die erfüllt sein müssen», hält Vreni Wild fest.

Leider sei das alles in die Überlegungen der SOB bisher nicht eingeflossen, was sie Martin Gross anlässlich ihres letzten Treffens vergangene Woche auch so mitgeteilt habe.

Keinen Zeitplan festgelegt

Der Gemeinderat Neckertal erwarte nun weitere Vorschläge und wird diese mit der SOB diskutieren. «Sollte die Idee einer Verlegung des Bahnhofs weiter verfolgt werden, soll auch die Bevölkerung frühzeitig in die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden», sagt Vreni Wild. Ein Zeitplan für die Lösung dieser Frage wurde nicht festgelegt. «Ich nehme aber an, dass die Anpassung der Haltestellen gemäss dem Behindertengleichstellungsgesetz bis zu einem gewissen Zeitpunkt erfolgen muss», so Vreni Wild.