(Un)gestörte Erholung

Hunderte von Besuchern tummelten sich am Einweihungstag auf dem Begegnungsplatz in Niederuzwil. Die Gemeinde hat keinen Aufwand und keine Kosten gescheut, um für die Bevölkerung einen neuen Treffpunkt zu schaffen. Das nicht nur für die Kinder, sondern auch für ihre Eltern und Grosseltern.

Urs Bänziger
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St. Gallen - Urs Bänziger Redaktion Wiler Zeitung (Bild: Urs Bänziger)

St. Gallen - Urs Bänziger Redaktion Wiler Zeitung (Bild: Urs Bänziger)

Hunderte von Besuchern tummelten sich am Einweihungstag auf dem Begegnungsplatz in Niederuzwil. Die Gemeinde hat keinen Aufwand und keine Kosten gescheut, um für die Bevölkerung einen neuen Treffpunkt zu schaffen. Das nicht nur für die Kinder, sondern auch für ihre Eltern und Grosseltern. Neue Spiel- und Fitnessgeräte und ein multifunktionaler Hartplatz befinden sich auf der Anlage. Sie soll Menschen aus verschiedenen Generationen und Kulturen zusammenbringen.

Die Gemeinde bezeichnet den Begegnungsplatz als einen Leuchtturm. Er «leuchtet» aber nur tagsüber. Am Abend ist die Anlage geschlossen. Man will keine ungebetenen Gäste. Solche, die öffentliche Einrichtungen nicht benützen, sondern sie mutwillig zerstören. Deshalb wurde um den Platz ein Zaun erstellt und auf dem Dach des angrenzenden Feuerwehrdepots eine Videoüberwachung installiert. Es bleibt zu hoffen, dass Zaun, Videokamera und auch Patrouillen des Sicherheitsdienstes unliebsame Besucher abhalten werden. Übertrieben sind diese Massnahmen nicht. Das zeigen Vorfälle von Vandalismus auch in unserer Region. Jüngstes trauriges Beispiel: Die Grillstelle im Föhrenwäldli in Degersheim, die am letzten Wochenende zerstört wurde, nachdem sie erst im Frühjahr saniert worden war.

Die Zerstörungswut an öffentlichen Einrichtungen nimmt immer extremere Auswüchse an. Es ist nicht Aufgabe der öffentlichen Hand, das Übel an der Wurzel zu packen. Das ist Sache der Erziehung. Die öffentliche Hand muss wohl oder übel ihre Einrichtungen schützen. Aber wenn der Vandalismus so weit geht, dass auch Grillstellen mit Kameras überwacht werden müssen, dann ist es vorbei mit der ungestörten Erholung in freier Natur. Dann kann man die Wurst genauso gut im Garten oder im Cheminée grillieren.

urs.baenziger@wilerzeitung.ch