Unfallprävention
Toggenburger Lernende werden für Strassenverkehr sensibilisiert: Banaler Auffahrunfall kann finanzielle Folgen von bis zu 1,5 Millionen haben

Rund 600 Lernende des Berufs- und Weiterbildungszentrums Toggenburg besuchten die Sonderwoche zum Thema Unfallprävention im Strassenverkehr. Zu Gast waren Experten der Stiftung Roadcross und der Kantonspolizei St.Gallen.

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Serkan Yalçinkaya von der Stiftung Roadcross und Andreas Truniger von der Kantonspolizei St.Gallen.

Serkan Yalçinkaya von der Stiftung Roadcross und Andreas Truniger von der Kantonspolizei St.Gallen.

Bild: PD

Früher ist man einfach Auto gefahren. Man hat nach vorne geschaut und sich auf die Strasse konzentriert. Gefahr entstand vielleicht durch allzu mitteilsame Beifahrer oder nicht angepasste Fahrweise. Die Autos waren eher bescheiden motorisiert, es gab kein Handy und kein Internet und kaum jemand wollte sein simples Autoradio als Audioanlage verstanden wissen. Allerdings waren deutlich mehr Menschen alkoholisiert unterwegs als heute.

Heutzutage sind die Menschen in rollenden Büros unterwegs. Die Displays in den Autos sind bald grösser als die PC-Bildschirme zu Hause, Internet ist Standard, via Handy kommen E-Mails, Textnachrichten und Anrufe, die Video- und Audioanlagen haben High-End-Qualität und Motorisierungen jenseits von 200 PS sind allgemeiner Standard.

Angesichts dieser Fakten erstaunt es kaum jemanden, dass die Ablenkung vom Strassenverkehr Unfallursache Nummer 1 ist. Noch vor dem Rasen und ganz weit vor Alkohol und anderen Drogen. So waren im Jahr 2020 16'897 Leichtverletzte, 3793 Schwerverletzte und 227 Todesfälle auf Schweizer Strassen zu beklagen.

Immense Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber

Andreas Truniger von der Kantonspolizei St.Gallen und Serkan Yalçinkaya von der Stiftung Roadcross haben am Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg (BWZT) in acht interaktiven Veranstaltungen während einer Woche versucht, zusammen mit den Lernenden die Hintergründe dieser Problematik zu erarbeiten. Den pädagogischen Zeigefinger hatten die beiden zu Hause gelassen, wie das BWZT in einer Medienmitteilung schreibt. Es ging einzig darum, den jungen Erwachsenen an ausgewählten Beispielen die Tragweite ihrer Handlungen bewusst zu machen und ihnen die immense Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber zu zeigen.

Die Aula im BWZ Toggenburg war während der Sonderwoche gut gefüllt.

Die Aula im BWZ Toggenburg war während der Sonderwoche gut gefüllt.

Bild: PD

Verantwortung, wenn sie zum Beispiel während des Fahrens eine SMS schreiben oder ein Youtube-Video schauen. Die Tatsache, dass die finanziellen Folgen eines banalen Auffahrunfalls schnell einmal die Zahl von 1,5 Millionen Franken erreichen können, macht fast sprachlos. Das ist viel Geld für einen jungen Menschen, der vielleicht noch nicht mal seine Lehre abgeschlossen hat.

Alle Menschen treffen ständig Entscheidungen, Hunderte jeden Tag. Allerdings haben die im Strassenverkehr manchmal enorme Auswirkungen. Sich das frühzeitig bewusst zu machen, war das Ziel der Sonderwoche am BWZ Toggenburg. (red)

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