Unfairen Handel stoppen

Am ökumenischen Rickenbacher Suppentag zeigten zahlreiche katholische und reformierte Gemeindemitglieder ihre Solidarität mit den Ärmsten der Welt. Der Tageserlös fliesst in ein Projekt, das im Osten Kongos Kleinkredite finanziert.

Beatrice Oesch
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rickenbach. Dank eines Kleinkredits für den Kauf einer Nähmaschine den Lebensunterhalt für die Familie selbst erwirtschaften zu können, kann für eine Frau im Kongo die Chance für einen Neustart bedeuten. Wie mit für unsere Verhältnisse geringen finanziellen Mitteln in der Dritten Welt Grosses erreicht werden kann, stand am Sonntag im Mittelpunkt des Rickenbacher Suppentags.

Das ökumenische Vorbereitungsteam – der katholische Gemeindeleiter Gerd Zimmermann sowie der reformierte Pfarrer Markus Lohner, die zum ökumenischen Rickenbacher Suppentag 2010 einluden, zelebrierten in der Dorfkirche St. Verena gemeinsam den sehr zahlreich besuchten Gottesdienst mit dem Motto «Stoppt den unfairen Handel» der diesjährigen Aktion von Fastenopfer und Brot für alle.

Festlich umrahmt wurde der Gottesdienst vom Jungen Chor mit Band Rickenbach unter der Leitung von Pastoralassistentin Ulrike Zimmermann-Frank.

Faire Löhne für alle

Gemeindeleiter Gerd Zimmermann machte mit den Anwesenden ein «Schoggi-Experiment»: Mit roten und grünen Kärtchen konnten sie ihrem Gerechtigkeitsempfinden Ausdruck geben, als sie das Aufteilen von 24 Schoggitäfelchen beurteilten. Es zeigte sich schnell, dass nur ein Verhältnis von etwa halb-halb als gerecht empfunden wurde.

Pfarrer Markus Lohner stellte nun die Aussage in den Raum, dass bei der Herstellung eines Nike-T-Shirts, das bei uns für 66 Franken verkauft werde, die Näherin in der Dritten Welt nur 25 Rappen Lohn bekomme – zu wenig zum Leben. Er zeigte auf, dass auch subventionierte europäische Produkte, der Anbau von Agrotreibstoff oder Nahrungsmittelspekulanten an der Börse das Hungerproblem in der Welt verschärfen: «Wir müssen unsere Massstäbe anders setzen und beim Einkauf darauf achten, Firmen zu berücksichtigen, die fair produzieren», fügte er hinzu.

Suppe fand regen Zuspruch

Nach dem Gottesdienst warteten im Mehrzwecksaal gedeckte Tische, und eine duftende Bündner Gerstensuppe sowie ein reichhaltiges Kuchenbuffet fanden reissenden Absatz. Auch hier hatte bei der Vorbereitung und im Service die Ökumene bestens geklappt, und fleissige Hände aus der Frauengemeinschaft, den reformierten Frauen oder beim Getränke-Ausschank vom Männerchor Rickenbach arbeiteten zusammen.

«Hier helfen alle mit, es ist ein Dorf-Anlass», bestätigte Isabel Decrusch von der Frauengemeinschaft, die zusammen mit ihrem Mann seit acht Uhr morgens mit dem Kochen der Suppe beschäftigt war, und zwar mit Erfolg, was zahlreiche nachgefüllte Teller bewiesen. Der Erlös des Tages floss in ein von Fastenopfer und Brot für alle unterstütztes Projekt, das im Osten Kongos Kleinkredite finanziert, um der leidgeprüften Bevölkerung Neustarte zu ermöglichen.

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