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Glosse

Unerwartete Klimaretter

Was der Klimanotstand in der Stadt Wil bewirkt - oder kann oder sollte. Oder dürfte oder müsste. Oder nicht. Der Seitenblick.
Hans Suter
Hans Suter (Bild: PD)

Hans Suter (Bild: PD)

Klimanotstand! Am 16. Mai wurde er in Wil ausgerufen. Das klingt zugegebenermassen spektakulärer als es ist. Wenig überraschend ist seither nämlich nichts geschehen. Vom trägen Wil hat man das auch nicht anders erwartet. Das darf trotzdem nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dem Klima wirklich dreckig geht. Auch wenn wir es nicht merken oder uns gar eingestehen wollen. Oder gerade deshalb.

Doch das Klima hat auch Glück im Unglück. Die Linken meinen es wirklich ernst. Und den Bürgerlichen und Zögerlichen kommt kurz vor den nationalen Wahlen eine grüne Wolke aus dem Auspuff ganz gelegen. Derweil die Mitte in gewohnter Manier suchend umherirrt und in versprengten Grüppchen mangels Sprengkandidaten das Klima wählt. Nur verbal und virtuell natürlich, gewählt werden wollen sie ja selber. So viel Machterhalt muss sein, gerade wenn man sich dem Klimawandel machtlos gegenüber sieht.

Von unerwarteter Seite naht Rettung in letzter Minute. Die Wiler Jugend will ein Manifest unterzeichnen und sich verpflichten, ab sofort pro Person auf zwei Dutzend Einzelanschaffungen zu verzichten. Dazu zählen unter anderem: Festnetztelefon, Anrufbeantworter, Wecker, Fernsehgerät, Radio, Music Player, Fotoapparat, Diktiergerät, Taschenrechner, Kompass, Navigationsgerät, Spiegel, Taschenlampe, Spielkonsole, Personaltrainer, Lexikon. An deren Stelle kaufen sie nur noch ein einziges Gerät: ein Smartphone – inklusive dem Universum des Internets.

Für eine noch grössere Überraschung sorgt der EC Wil. Die Mannen in der Chefetage der Wiler Eisgesellen haben unlängst die erfolgreichste Einheit des Vereins – das NLB-Frauenteam – kaltgestellt. Doch nicht umsonst! Just am 14. Juni, am nationalen Frauenstreiktag, werden die Wiler Eisoberen in ihrer unendlichen Güte und Weitsicht bekannt geben, auch sämtliche anderen Teams aufzulösen. Mit Tränen in den Augen werden sie eingestehen, es nicht länger verantworten zu können, so viel Eis für so viel Erfolglosigkeit zu produzieren. Die Millionen-teure Eishalle soll nach ihrem Willen künftig als Zentrum für gelebte Ökologie und Ethik genutzt werden.

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