UNDICHT: «Dachkonstruktion war ein Baupfusch»

Das Dach des Ebnet-Saals in Bronschhofen weist Mängel auf. Für dessen Sanierung, eine Anpassung der Erdbebensicherheit an heutige Normen und eine Fotovoltaikanlage genehmigte das Stadtparlament 2,7 Millionen.

Philipp Haag
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Die Verwunderung, fast schon Ungläubigkeit war aus jedem Votum herauszuhören. Am pointiertesten brachte es Reto Gehrig, Präsident der Bau- und Verkehrskommission, mit einer Frage auf den Punkt: «Wie ist es möglich, dass ein solcher Schaden entsteht, ohne dass ihn jemand bemerkt?» Es geht um den in den Jahren 1998 bis 2000 für 9,5 Millionen Franken erbauten Ebnet-Saal in Bronschhofen. Dessen Dach ist undicht. Zurückzuführen ist der Wassereintritt auf erhebliche konstruktive Mängel und eine fehlerhafte Ausführung in der Dachkonstruktion. Auf die damaligen Planungs- und Bauverantwortlichen kann kein Regress genommen werden, weil die Frist abgelaufen ist. Aus diesem Grund legte der Stadtrat dem Stadtparlament am Donnerstagabend ein Kreditbegehren von 2,7 Millionen Franken vor, das Gehrig als einzig gangbaren Weg bezeichnete. «Der Stadtrat sieht keine Alternative», fügte Stadtrat Daniel Stutz, Vorsteher des Departements Bau, Umwelt und Verkehr, an, «die Sanierung ist die günstigste Variante.» Ein Ersatzbau würde auf 15 bis 20 Millionen Franken zu stehen kommen. Zusätzlich zur Dachsanierung wird eine Anpassung der Erdbebensicherheit an heutige Normen vorgenommen und eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach installiert.

Kostendruck rächt sich später

Die Fraktionen schickten sich ins Unvermeidliche und genehmigten den Kredit mit 36 Ja-Stimmen. Es fielen aber deutliche Worte. «Die Dachkonstruktion war ein Baupfusch», sagte Marianne Mettler (SP). Die damalige Gemeinde Bronschhofen habe sparen wollen, sei mit einem Bau solcher Dimension überfordert gewesen, was sich in einer mangelhaften Baukontrolle geäussert habe. Sie hofft auf einen Lerneffekt: Manchmal sei Kostendruck nicht die billigste Lösung, da sich dieser später räche. «Es braucht eine Halle, die allen Freude macht und in der man nicht nass wird», sagte Christine Hasler (CVP). Auch für sie ist der Handlungsbedarf für eine Dachsanierung ausgewiesen. «Man muss es einfach machen», meinte Luc Kauf von den Grünen Prowil etwas lapidar. An diesem Beispiel zeigt sich für ihn einmal mehr: «Billiger ist nicht unbedingt günstiger.» Es seien Fehler gemacht worden, die nun behoben werden müssten, sagte Urs Etter (FDP). Er sieht die Investitionen in eine Fotovoltaikanlage und die Erdbebensicherheit aber auch als solche in die Werterhaltung des Saals. Die SVP hielt sich knapp. Die Notwendigkeit der Dachsanierung sei ausgewiesen, sagte Andreas Senti.

Philipp Haag

philipp.haag@wilerzeitung.ch