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Und plötzlich waren sie weg …

oberuzwil. Samstagabend im Restaurant Schützenhaus nahe dem Bettenauer Weiher. Die Tische sind besetzt, das Personal hat alle Hände voll zu tun. Doch ein Paar, das gegen acht Uhr die Gaststube betritt, hat Glück. Gerade haben Gäste ihre Rechnung beglichen.
Roger Erni, Wirt im «Schützenhaus» (rechts), mit seiner Servier- und Küchencrew vor dem Tisch, an dem das Zechpreller-Paar diniert hat. (Bild: stu.)

Roger Erni, Wirt im «Schützenhaus» (rechts), mit seiner Servier- und Küchencrew vor dem Tisch, an dem das Zechpreller-Paar diniert hat. (Bild: stu.)

oberuzwil. Samstagabend im Restaurant Schützenhaus nahe dem Bettenauer Weiher. Die Tische sind besetzt, das Personal hat alle Hände voll zu tun. Doch ein Paar, das gegen acht Uhr die Gaststube betritt, hat Glück. Gerade haben Gäste ihre Rechnung beglichen. Schicken sich an, das Lokal zu verlassen. So dass ein kleines Tischchen zuhinterst im Lokal frei wird.

Mach mal Rauchpause

Der Mann ist gepflegt gekleidet. Mit Sakko, grauem Pullover und Jeans. «Er war gut aussehend, Mitte vierzig», erinnert sich Serviertochter Susi. Seine Begleiterin ist erheblich jünger und unterscheidet sich auch im Outfit. Kommt sie doch in einer Art Trekking-Kluft daher. Das Paar bestellt Zigaretten. Danach einen Apéro. Die Altersschutzgrenze für solche Spirituosen liegt bei 18 Jahren. Wirt Roger Erni ist deshalb vorsichtig. Lässt sich den Ausweis der jungen Frau zeigen. «Sie war Jahrgang 1989», erinnert er sich. Den Namen allerdings hat er sich nicht gemerkt. Was sich für den Wirt in der Folge als Nachteil erweisen soll. Nach einer Rauchpause ordert das schweizerdeutsch parlierende Paar eine Flasche Amarone. Und lässt sich Rinds- und Pferdefilet vom heissen Stein, garniert mit Gemüse und Pommes frites, schmecken. Vorm Dessert gönnt sich das ungleiche Paar nochmals eine Rauchpause. Nimmt die Weingläser gleich mit ins Freie. Vorher haben die beiden dem Personal noch kundgetan, sich mit der Zubereitung des Desserts so lange Zeit zu lassen, bis sie wieder am Tisch Platz nehmen. Andernfalls drohe die bestellte Glace zu schmelzen …

Der gute Ruf zeigt Folgen

Doch das Paar erscheint nicht mehr. «Plötzlich waren sie weg», sagt Erni. Haben sich aus dem Staub gemacht, ohne die Rechnung von 180 Franken zu begleichen. Wie sich herausstellt, war die Zechprellerei im «Schütz» kein Einzelfall. Auch anderswo hat das Paar dieselbe Masche angewandt. Erst waren die beiden im Linthgebiet unterwegs. «Dass wir Rinds- und Pferdefilets erster Güte anbieten, hat sich offenbar herumgesprochen», sagt Erni ohne Groll. War doch das «Schützenhaus» das erste Restaurant diesseits des Ricken, das die Zechpreller aufgesucht haben. «Unser guter Ruf ist uns anscheinend vorausgeeilt», schmunzelt Roger Erni.

Philipp Stutz

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