Und die ganze Halle singt mit

Ganz nach dem Motto «Schlag auf Schlager» unterhielt der Männerchor Rossrüti am Samstagabend mit einem Feuerwerk an Ideen. An der Premiere des diesjährigen Unterhaltungsabends wurden Gesang und Theater geboten.

Benjamin Pelzmann
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Magd und Knecht wehren sich mit Mistgabeln gegen den Grossbauern.

Magd und Knecht wehren sich mit Mistgabeln gegen den Grossbauern.

ROSSRÜTI. Cyrill Hungerbühler konnte wohl selbst nicht ganz glauben, was sein Chor gleich aufführen würde. Der Präsident des Männerchors Rossrüti erklärte dem Publikum sein Erstaunen nicht ohne Schmunzeln: «Wir singen heute Schlagerlieder aus den Sechzigerjahren. Als ich damals selbst in den Männerchor eintrat, hätte ich mir nie vorstellen können, dass wir solche Musik jemals auf der Bühne präsentieren.» Doch inzwischen habe er sich mit Ellenbogen zum Präsidentenamt gekämpft, sagte Hungerbühler augenzwinkernd, und deshalb singe der Männerchor nun «Barbara Ann» von den Beach Boys, «Rote Lippen» oder «Marmor, Stein und Eisen bricht». Das Publikum in der Mehrzweckhalle goutierte die Auswahl: Schon beim zweiten Lied klatschte es kräftig mit. Bei «Alls was bruuchsch uf dr Wält, das isch Liebi» stimmte die ganze Halle mit ein.

Musikalische Vielfalt

Neben den zum Mitschunkeln anregenden Schlagern zeigte der Männerchor unter der Leitung von Ellen Meile auch besinnlichere Stücke. Beeindruckend etwa das a cappella gesungene «Tri Sulara», das von umworbenen Mädchen auf Balkonen handelt. Die gut zwei Dutzend Sänger schafften es, immer wieder für kleine Überraschungen zu sorgen; so wurden während «Rot sind die Rosen» etwa plötzlich Rosen an die Gäste verteilt oder eine eigene Version von «Zehn kleine Bäuerlein» zum besten gegeben – humorvolle Plakate inklusive. Entsprechend lang anhaltend war der Applaus nach dem ersten Programmblock. Lange konnte das Publikum nicht verschnaufen – dem Gesang folgte ein Theater mit dem Titel «De Franz im Glück», das acht Schauspielerinnen und Schauspieler unter der Regie von Hans Schönenberger eingeübt hatten.

Das Glück in Neuseeland

Im Stück erhält der gutherzige Pechvogel Franz Klingler Post von einer Bekannten aus Neuseeland, die ihn zu einem wohlhabenden Mann machen möchte. Der Weg zum Geld ist jedoch nicht ganz einfach, denn der reiche Grossbauer Ernst Wirtz hat Franz und seine Gefährten wirtschaftlich unter Kontrolle. Als Franz dann trotzdem nach Neuseeland reist, um das Geld abzuholen, muss sich eine ungleiche Gruppe Daheimgebliebener gegen den Grossbauern bewähren: eine gutmütige Magd, ein schussliger Knecht, eine Kräuterhändlerin und ihre gehbehinderte Freundin. Nach vielen Intrigen auf der Bühne und Lachern im Saal kommt es dann zum Showdown.

Weitere Aufführungen am Donnerstag, 16. Oktober, und Samstag, 18. Oktober. Beginn um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Rossrüti.

Der Männerchor präsentierte am Samstag ein vielseitiges Musikprogramm. (Bilder: Benjamin Pelzmann)

Der Männerchor präsentierte am Samstag ein vielseitiges Musikprogramm. (Bilder: Benjamin Pelzmann)

Singt immer noch wie ein Halbgott und kann sich ironische Scherzlein nicht verkneifen: Zoot Money, im Hintergrund Pete Emery. (Bild: Michael Hug)

Singt immer noch wie ein Halbgott und kann sich ironische Scherzlein nicht verkneifen: Zoot Money, im Hintergrund Pete Emery. (Bild: Michael Hug)

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